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„BASF streicht Forschung in der Gentechnik zusammen“ ... aber Vorsicht: neue Gentechnik-Verfahren lauern hinter der nächsten Ecke

(Berlin, 26. Februar 2016) Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge „streicht“ der BASF-Konzern seine „Forschung in der Gentechnik zusammen“. Das kommentiert Christof Potthof vom Gen-ethischen Netzwerk (GeN) in Berlin: „Wir begrüßen diesen Schritt natürlich außerordentlich. Gleichzeitig warnen wir vor neuen gentechnischen Verfahren.“

Agro-Gentechnik ins Museum
„Seit Jahren legen wir dem Konzern den Ausstieg aus der Agro-Gentechnik nahe“, so Potthof weiter. Der GeN-Mitarbeiter verfolgt die Aktivitäten des Chemiekonzerns aus Ludwigshafen seit mehr als zehn Jahren. „Wenn sich die BASF jetzt nicht in einem Schritt, sondern nach und nach aus der Agro-Gentechnik zurückzieht, soll uns das recht sein. So haben wir immer wieder was zu feiern. Grundsätzlich empfehlen wir den Wahlspruch «Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!» Die BASF sollte die Agro-Gentechnik jetzt komplett ins Museum schicken - und die Pestizid-Forschung gleich mit. Der Konzern will offenbar die Entwicklung von gentechnisch veränderten Pflanzen, die über eine Toleranz gegen Unkrautvernichtungsmitteln aufweisen, fortsetzen. So berichtet es die FAZ. Das zeigt die wahre Erfolgs-Geschichte hinter der Agro-Gentechnik: Pestizid-Konzerne wollen mehr von ihren Giften verkaufen.“

„Allerdings ist unsere Freude nicht ungetrübt“, warnt Biologe Potthof, „so sehr wir uns von dieser Entwicklung bestätigt sehen. Sorgen bereitet uns zweierlei:
Obwohl gentechisch veränderte Pflanzen mit Herbizid-Toleranzen seit zwanzig Jahren angebaut, gehandelt, verarbeitet und - von Menschen und Tieren - konsumiert werden, gibt es bis heute keine plausible Risikobewertung. Zum Beispiel werden in der Regel nur Effekte der sogenannten Wirkstoffe in den Unkrautvernichtungsmitteln angeschaut. Das eigentliche Problem sind jedoch Cocktail-Effekte. In den Rezepturen der verwendeten Mittel und in der Umwelt wirken verschiedene Stoffe zusammen. Risiken und Schäden liegen unter dem Radar der Kontrollen.

Auch der Einsatz neuer Gentechnik-Verfahren droht unterhalb des Radars von Öffentlichkeit und Behörden verborgen zu bleiben. Aktuell ringt die EU-Kommission in Brüssel mit ihrer Bewertung dieser neuen gentechnischen Methoden, das Erbgut von Pflanzen zu verändern. Die Industrie drängt darauf, diese Verfahren nicht als Gentechnik einzustufen. Die Folge wäre, dass Pflanzen und Produkte weder risikobewertet noch gekennzeichnet würden. Alles, was wir im Kontext des Risikomanagements gentechnisch veränderter Pflanzen erreicht haben, steht auf dem Spiel.
Der BASF-Konzern kooperiert mit dem US-Unternehmen Cibus, das aus Angst vor der Regulierung eine gentechnikfreie Gentechnik proklamiert und in diesem Zusammenhang eng mit europäischen und deutschen Behörden zusammenarbeitet.“

Kontakt:
Christof Potthof
Tel.: 0163 2606 359
christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de

 

Weitere Informationen zur Pflanzenbiotechnologie bei der BASF:
www.gen-ethisches-netzwerk.de/search/node/basf

zum Beispiel: Bye-bye BASF Plant Science - Keine Träne des GeN ... (15. Januar 2012)

www.gen-ethisches-netzwerk.de/bye-bye_basf_plant_science_keine_traene_de...

 

 

Siehe auch die Pressemitteilung des Unternehmens zu diesem Thema:

www.basf.com/de/company/news-and-media/news-releases/2016/02/p-16-134.html

 

 

Zu Cibus:
www.gen-ethisches-netzwerk.de/2015/cibus-raps