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Präventionskritik

„Prävention“ als Politik der Vorsicht hat sich durchgesetzt und institutionalisiert. Die aktuellen Widersprüche beleuchten die ambivalente Entwicklung auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge und der Verhütung sexueller Übergriffe. Außerdem wird über den Begriff und seine Anwendung selbst reflektiert und zurückgeschaut auf die Kritik der durch den präventiven Blick bewirkten „Tendenz der totalen Kontrolle“, die bereit 1987 formuliert wurde.

➤  Widersprüche 139: Politik der Prävention, Verlag Westfälisches Dampfboot (2016), 138 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-89691-999-1.

 

Realsozialistische Medizinethik

Die Perspektive der meisten Beiträge in dem Sammelband zu „moralischen und menschenrechtlichen Fragen im Gesundheitswesen“ der DDR verlässt zwar nur selten das übliche Analyseraster - zwei Drittel der Texte beschäftigen sich mit Stasiaktivitäten im Gesundheitswesen und den Beiträgen von MedizinerInnen zum Funktionieren des untergegangenen Staates. Interessanter ist der Abschnitt zur Medizinethik, bietet er doch Anlass, sich mit eugenischen Elementen realsozialistischer Denkformationen auseinanderzusetzen. Auch wenn deren Analyse und Einordnung wenig überzeugen, können biopolitisch Interessierte hier ebenso auf spannende Fragen stoßen wie bei der Lektüre der im Original abgedruckten Gesetzestexte.

➤  Andreas Frewer, Rainer Erices (Hg.): Medizinethik in der DDR, Franz Steiner Verlag (2015), 288 Seiten, 56 Euro, ISBN 978-3-515-11175-1.

 

Schweizer Studie zu NIPTs

In der ausführlichen interdisziplinären schweizerischen Studie zur Technikfolgenabschätzung sollten Chancen und Risiken der vorgeburtlichen Gendiagnostik abgeschätzt werden. Die Daten, Reflektionen und Einschätzungen sind auf Deutschland übertragbar und können die Debatte um die nichtinvasiven pränatalen Tests bereichern.

➤  Wissen können, dürfen, wollen? Genetische Untersuchungen während der Schwangerschaft. Untersuchung des Schweizerischen Büros für Technikfolgenabschätzung, 452 Seiten, 46 Euro, ISBN 978-3-7281-3749-4. Kostenloser Download der Studie unter www.vdf.ch oder www.kurzlink.de/gid236_j; eine Kurzfassung der Studie von 20 Seiten kann als PDF runtergeladen werden: www.ta-swiss.ch oder www.kurzlink.de/gid236_k.

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Juni 2016
S. 45