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Kurz notiert - Landwirtschaft und Lebensmittel

Mehr Chemie

Beim Anbau gentechnisch veränderter (gv) herbizidtoleranter Sojabohnen werden 28 Prozent mehr Herbizide verwendet als beim Anbau konventioneller Sorten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die vier Ökonomen verschiedener US-amerikanischer Universitäten in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlichten. Der Leiter der Studie erklärt die Zunahme in erster Linie mit der weiten Verbreitung resistenter Unkräuter: Um diese zu bekämpfen, müsse auf zusätzliche Herbizide zurück gegriffen werden. Hinsichtlich des Maisanbaus ergab die Studie, dass Landwirte nach dem Umstieg auf gv-Maissorten zunächst sowohl weniger Insektizide als auch weniger Herbizide auf die Felder ausbringen müssen. Allerdings sei damit zu rechnen, dass auch hier die Resistenzentwicklung zunehmen und die Menge der benötigten Agrochemikalien in den nächsten Jahren steigen werde. Für die - nach Aussage der University of Virginia - „bisher größte Studie zu gv-Pflanzen und Herbizidverbrauch“ wurden die Anbaudaten von jeweils über 5.000 Mais- und Sojafarmern in den USA in den Jahren 1998 bis 2011 ausgewertet. (UVAToday, 14.09.16, www.news.virginia.edu) (ab)

 

Gene Drive-Moratorium

Die Mitglieder der internationalen Naturschutz-Dachorganisation IUCN haben sich aus Anlass ihres jüngsten Weltkongresses mit den möglichen Wirkungen der Synthetischen Biologie auf den Erhalt der Biodiversität befasst. Unter anderem sprechen sie sich für ein Moratorium aus, das die Forschung mit gentechnisch veränderten Organismen betrifft, die mit molekulargenetischen Gene Drive-Mechanismen ausgestattet wurden. Als Gene Drive wird bezeichnet, wenn sich bei der sexuellen Fortpflanzung bestimmte genetische Elemente stärker verbreiten als dies natürlicherweise der Fall wäre. Ausgelöst wird dieser Mechanismus - vereinfacht beschrieben - durch ein Erbgut-Konstrukt auf der Basis des neuen Gentechnik-Verfahrens CRISPR-Cas. Siehe zu den Gene Drive-Verfahren auch den Artikel von Jim Thomas auf Seite 43 in diesem GID. (IUCN, 01.09.16, www.iucn.org) (pau)

 

Genome Editing vor Gericht

Die Streitfrage, ob Genome Editing-Verfahren juristisch als Gentechnik eingestuft werden, wird vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen. Ausschlaggend dafür ist der französische Staatsrat (Conseil d’État), ein Beratungsgremium der französischen Regierung und gleichzeitig das oberste Verwaltungsgericht des Landes, das den EuGH Anfang Oktober mit der Klärung von vier Fragen beauftragt hat. Darin geht es um die rechtliche Einordnung von Pflanzen, bei deren Herstellung Genome Editing-Verfahren wie die Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (ODM), Zinkfinger-Nukleasen (ZFN), TALEN oder CRISPR-Cas zum Einsatz kamen. Der EuGH soll beantworten, ob diese Pflanzen unter die EU-Gentechnikregulierung fallen und damit beispielsweise spezielle Risikobewertungs- und Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Außerdem soll das Gericht klären, ob einzelne EU-Mitgliedstaaten den Anbau dieser Pflanzen selbständig verbieten können und ob ein Ausschluss dieser Pflanzen von der Gentechnikregulierung mit dem Vorsorgeprinzip vereinbar wäre. Mit einer Entscheidung ist in etwa 18 Monaten zu rechnen. Der französische Staatsrat begründet seinen Schritt mit „ernsten Schwierigkeiten“, die derzeitige EU-Gesetzgebung zu interpretieren. Die EU-Kommission wollte bereits letztes Jahr eine Stellungnahme zur rechtlichen Einschätzung der neuen Gentechnik-Verfahren veröffentlichen. Dies ist bis heute nicht passiert. (PM Conseil d‘État, 03.10.16, www.conseil-etat.fr; Politico, 03.10.16; GMWatch, 03.10.16, www.gmwatch.org) (ab)

 

Gv-Insekten

Die massenhafte Freisetzung gentechnisch veränderter (gv) Stechmücken kann dazu führen, dass sich andere, ebenfalls Krankheiten übertragende Mücken-Arten stärker vermehren. Wie aus internen Antragsunterlagen hervorgeht, ist dies auch der Biotech-Firma Oxitec bekannt, die ihre gv-Insekten der Art Aedes aegypti derzeit unter anderem auf den Kaiman-Inseln testweise freisetzt. In den Antragsunterlagen weist Oxitec darauf hin, dass die Dezimierung von Aedes aegypti dazu führen könne, dass sich die Art Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke) stärker ausbreitet. In diesem Fall werde Oxitec reagieren, indem auch gv-Insekten dieser Art freigesetzt würden - allerdings in einem kleineren Umfang. Die internen Unterlagen sind Ende September von vier Nichtregierungsorganisationen - darunter GeneWatchUK und Friends of the Earth - veröffentlicht worden, die auf Basis dieser Erkenntnis eine Überprüfung der bisherigen Freisetzungsgenehmigungen fordern. In der Öffentlichkeit hatte Oxitec, ein Tochterunternehmen des Biotech-Konzerns Intrexon, bisher immer dementiert, dass die Freisetzung von Aedes aegypti zu einer Vergrößerung anderer Mückenpopulationen führen würde. (Sustainable Pulse, 30.09.16) (ab)

 

Gv-Äpfel bald auf dem Markt?

Anfang Oktober verkündete der Biotech-Konzern Intrexon, dass die ersten gentechnisch veränderten (gv) Äpfel seines Tocherunternehmens Okanagan Specialty Fruits geerntet worden seien. Die Äpfel sollen Anfang 2017 in ausgewählten Supermärkten und Großküchen innerhalb Nordamerikas verfügbar sein. Nach eigenen Angaben seien dieses Jahr 70.000 gv-Apfelbäume gewachsen, im nächsten Jahr soll die Zahl auf 300.000 ansteigen. Langfristig geht Intrexon von einer jährlichen Apfelproduktion von 30 Millionen Pfund aus, das entspricht knapp 14.000 Tonnen. Die gv-Apfelsorten mit den Handelsnamen Arctic Golden und Arctic Granny waren letztes Jahr in den USA und Kanada zugelassen worden. Im September gab Intrexon bekannt, dass eine dritte gv-Apfelsorte, Arctic Fuji, die US-Marktzulassung erhalten habe. Die Äpfel wurden gentechnisch so verändert, dass sie nach dem Anschneiden deutlich langsamer braun werden. Erst im Dezember letzten Jahres hatten mehrere große Fastfood-Ketten und Lebensmittelkonzerne verkündet, die gv-Äpfel vorerst nicht für die Lebensmittelproduktion verwenden zu wollen. (PM Intrexon, 26.09.16, 03.10.16, www.dna.com; siehe auch Kurz notiert, GID 233, S. 36) (ab)

 

Gentechnikfreie Milch ...

Produkte, die als „gentechnikfrei“ gekennzeichnet sind, liegen im Trend. Das hat auch Auswirkungen auf die bayrischen Milchproduzenten: Von 2011 bis 2015 stieg der Anteil an gentechnikfreier Milch von 9,7 auf 25,1 Prozent. Dazu kommen fünf Prozent an Biomilch, die ebenso gentechnikfrei ist. Bayern und Niedersachsen sind die führenden deutschen Milcherzeuger. Laut der bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist eine weitere Zunahme der Produktion von gentechnikfreier Milch in den nächsten Jahren zu erwarten. Ein wichtiger Grund dafür sei das Interesse des Einzelhandels an gentechnikfreien Produkten. Problematisch sei allerdings, dass auf die Erzeuger erhöhte Kosten für gentechnikfreies Futter zukämen. Auch die Frage, inwieweit eine Preiserhöhung vom Handel mitgetragen wird, sei noch nicht geklärt. (LfL Tagungsband der Jahrestagung, Oktober 2015, www.lfl.bayern.de; DMW - Die Milchwirtschaft 17/2016, 17.08.16) (aa)

 

… und gentechnikfreies Tierfutter

Auch die Nachfrage nach gentechnikfreien Futtermitteln für die Produktion von Milch, Fleisch, oder Eiern steigt. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), der das deutsche „Ohne Gentechnik“-Siegel vergibt, reagiert darauf nun mit einem eigens geschaffenen Siegel für Futtermittel. Das neue „VLOG geprüft“-Siegel soll außerdem auch die spätere Zertifizierung als Produkt ohne Gentechnik vereinfachen. Unterstützen will der VLOG Erzeuger von gentechnikfreien Produkten mit einer Datenbank für gentechnikfreies Tierfutter. Auch einzelne Importeure und Händler bieten nun gezielt gentechnikfreie Futtermittel an. Im Vordergrund steht hier vor allem Sojaschrot. Laut eines Berichts der Organisation ProTerra von 2015 sind weltweit 5,6 von insgesamt 320 Millionen Tonnen angebauter Soja zertifiziert gentechnikfrei. Dazu kommen rund 50 Millionen Tonnen konventionelle Soja, die im Produktkreislauf allerdings nicht von gv-Soja getrennt wird. Insgesamt 80 Prozent der zertifiziert gentechnikfreien Soja kommt aus Brasilien. Hier besteht laut VLOG noch Ausbaupotential, falls die Nachfrage nach gentechnikfreien Produkten weiter steigen sollte. (PM VLOG, 13.09.16, www.ohnegentechnik.org; ProTerra Report, Dezember 2015) (aa)

 

Kein gv-Raps

Schleswig-Holsteins Raps-Anbau ist gentechnikfrei. Das bestätigte die jährliche Stichproben-Untersuchung von Rapssaatgut auch in diesem Sommer. Seitdem 2007 gentechnisch veränderter (gv) Raps auf Feldern in Schleswig-Holstein gefunden worden war, untersucht das zuständige Ministerium im Frühjahr und Sommer Stichproben auf Anteile von gv-Organismen, um sicher zu stellen, dass kein verunreinigtes Saatgut auf die Felder gelangt. Auch deutschlandweit gibt es dieses Jahr keine Verunreinigung von Raps mit gv-Sorten. Das zeigen die Saatgutanalysen der Bundesländer, die Greenpeace und Bioland Ende September ausgewertet haben. Keine einzige der insgesamt 301 Raps-Proben war gentechnisch verunreinigt. (PM MELUR, 25.08.16, www.schleswig-holstein.de; Greenpeace, 28.09.16, www.greenpeace.de) (aa/ab)

 

Gv-Enzyme als Allergene

Eine im September dieses Jahres erschienene Studie untersucht gentechnisch veränderte (gv) Enzyme und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. Durch die Möglichkeit, Enzyme mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen in hoher Zahl und mit maßgeschneiderten Eigenschaften herzustellen, hat ihr Einsatz in der Industrie und in Lebensmitteln in den letzen Jahren stark zugenommen. Schon in den 1960er und 1970er Jahren gab es Berichte über die allergieauslösende Wirkung von - damals noch konventionell gewonnen - Enzymen. Die aktuelle Studie von ForscherInnen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sowie der European Society for Environmental and Occupational Medicine in Berlin untersuchte den Gesundheitszustand von ArbeiterInnen, die in hoher Frequenz gv-Enzymen ausgesetzt waren. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Enzyme ein hohes allergieauslösendes Potential besitzen. Besonders die durch Gentechnik entstandenen neuen Kombinationen und Veränderungen der Enzyme stellen demnach ein schwer einschätzbares Risiko dar. Schwierig sei auch, dass wenig konventionelle Allergietests in diesem Bereich anwendbar sind. Ein weiteres Problem für die Forscher war zudem, dass viele Firmen Daten oder Enzymstrukturen geheim halten und somit eine Einschätzung der Gesundheitsrisiken erschwert ist. (Occupational and Environmental Medicine, 21.09.16) (aa)

 

China will Gentechnik

Die chinesische Regierung will die Entwicklung und Kommerzialisierung gentechnisch veränderter (gv) Sojabohnen innerhalb der nächsten fünf Jahre vorantreiben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den aktuelllen Fünfjahrplan für Wissenschaft und Technologie, der Anfang August veröffentlicht wurde. Konkret soll darin von „krankheitsresistenten Baumwoll- und Maissorten“ sowie „herbizidresistenten Sojasorten“ die Rede sein. China gehört zu den global wichtigsten Soja-Importeuren. Gv-Sorten dürfen jedoch nur als Tierfutter verwendet werden, zum Verzehr und zum Anbau sind sie bisher nicht zugelassen. Bei der Herstellung von Lebensmitteln wie Tofu oder Sojasoße wird daher auf die im Inland angebaute Soja zurück gegriffen. In der Vergangenheit hat es jedoch Berichte über einen illegalen Anbau von gv-Sorten gegeben. Auch in China stehen große Teile der Öffentlichkeit der Agro-Gentechnik skeptisch gegenüber. (Reuters, 10. und 28.08.16, www.reuters.com) (ab)

 

Glyphosat: Leseraum ...

Die so genannte Glyphosate Task Force (GTF), ein Zusammenschluss der Hersteller des Pestizidwirkstoffs Glyphosat, hat einen Leseraum in Brüssel eingerichtet. Das berichteten die Süddeutsche Zeitung und das Umweltinstitut München Ende August. In dem Leseraum sind demnach 71 bisher unter Verschluss gehaltene toxikologische Studien öffentlich einsehbar, in denen unter anderem die von Glyphosat ausgehende Krebsgefahr bewertet werde. Der Raum soll allerdings nur bis Ende Oktober zugänglich sein, BesucherInnen dürfen sich nur handschriftliche Notizen anfertigen, und als „vertraulich“ eingeschätzte Stellen in den Studien sind geschwärzt. Unabhängige WissenschaftlerInnen werden so kaum in der Lage sein, die teilweise mehrere hundert Seiten umfassenden Studien eingehend zu prüfen, so das Umweltinstitut. Glyphosat wurde Ende letzten Jahres für weitere 18 Monate zur Verwendung als Ackergift in der EU zugelassen, der Zulassungsprozess war Gegenstand heftiger Kontroversen. Während die zuständigen Behörden, das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine Bedenken gegenüber der Zulassung hegten, stufte die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, IARC, den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ ein. (Umweltinstitut, 26.08.16, www.umweltinstitut.de; SZ, 26.08.16, www.sueddeutsche.de) (ab)

 

... und Rohdaten

Ende September wurde bekannt, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Rohdaten von Studien zur Verfügung stellen will, die bei der Sicherheitsbewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat verwendet wurden. Zugang zu den Daten werden jedoch nur die lobbykritische Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) sowie einige Abgeordnete der Fraktion der Grünen im EU-Parlament haben. Hintergrund der Offenlegung sind zwei offizielle Anträge auf Zugang zu den Dokumenten, die CEO beziehungsweise die Abgeordneten gestellt hatten. CEO begrüßte den Schritt der EFSA und kündigte an, die Daten mit interessierten WissenschaftlerInnen zu teilen. Gleichzeitig wies die Organisation darauf hin, dass der Zugang noch immer einigen Einschränkungen unterliegen werde und die Offenlegung erst in zwei Monaten erfolgen soll. (EFSA, 29.09.16, www.efsa.europa.eu; CEO, 29.09.16), 30.09.16, www.corporateeurope.org) (ab)

 

USA: Glyphosat im Honig

Nach Berichten der Huffington Post wurden in den USA Glyphosat-Rückstände in verschiedenen Sorten Honig gefunden. Das im Honig gefundene Glyphosat (der aktive Wirkstoff in Herbiziden wie beispielsweise Monsantos Roundup) wurde vermutlich von den Bienen aus Feldern in die Bienenstöcke eingetragen. Die getesteten Honigsorten erreichten Werte von bis zu 107 parts per billion; keine der getesteten Proben war rückstandsfrei. In den USA gilt bisher eine Nulltoleranz für Glyphosat-Rückstände in Honig. Bekannt geworden waren diese Ergebnisse durch Anfragen nach dem US-amerikanischen Informationsfreiheitsgesetz Freedom of Information Act, wie bei der Nichtregierungsorganisation U.S. Right To Know (USRTK) nachzulesen ist. Diese Tests sind die ersten behördlich durchgeführten Überprüfungen von Lebensmitteln auf Glyphosat-Rückstände seit längerer Zeit. Unabhängig durchgeführte Tests hatten schon mehrfach Rückstände in Lebensmitteln nachgewiesen. Momentan arbeitet die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA an einer Risikobewertung für Glyphosat, die im Frühling 2017 erscheinen soll und höchstwahrscheinlich neue Grenzwerte einführen wird. (Huffington Post, 15.09.16, www.huffingtonpost.com; PM USRTK, 21.09.16, www.usrtk.org; Time, 17.02.16, www.time.com) (aa)

 

Zulassung für Syngentas gv-Mais

Mitte September hat die Europäische Kommission elf gentechnisch veränderte (gv) Maissorten für den Import in die EU sowie für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Dabei handelt es sich um verschiedene Kombinationen der insektengiftigen gv-Sorten Bt11, MIR162 und MIR604 sowie der gv-Sorte GA21, die gegen den Herbizidwirkstoff Glyphosat tolerant ist. Alle Produkte stammen vom schweizerischen Unternehmen Syngenta. Die Zulassung gilt für zehn Jahre. Eine Entscheidung der Kommission war nötig, da unter den EU-Mitgliedsstaaten keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen die Zulassung zustande gekommen war. (PM EU-Kommission, 16.09.16, ec.europa.eu; Informationsdienst Gentechnik, 29.09.16, www.keine-gentechnik.de) (ab)

 

Beschwerde gegen gv-Soja

Die Nichtregierungsorganisation Testbiotech hat eine Beschwerde gegen die Zulassung von drei gentechnisch veränderten (gv) herbizidtoleranten Sojabohnen durch die EU-Kommission eingelegt. Die drei Sorten der Firmen Bayer und Monsanto waren Ende Juli für den Import und die Verwendung als Lebens- oder Futtermittel in die EU zugelassen worden. Sie sind tolerant gegenüber dem Herbizidwirkstoff Glyphosat und/oder den Wirkstoffen Dicamba und Isoxaflutol. Die Zulassung verstoße sowohl gegen die Gentechnik- wie die Pestizidgesetze der EU, so Testbiotech: Da sich in diesen Sojabohnen Rückstände mehrerer Spritzmittel fanden, bestünden erhöhte Gesundheitsgefahren, so das Institut. Außerdem bemängelt Testbiotech, dass es keine festgelegten Grenzwerten für Rückstände der verschiedenen Wirkstoffe gibt. Deshalb solle die Kommission die Zulassung neu überprüfen. (Testbiotech, 14.09.16, www.testbiotech.org) (ab)

 

Weniger Gentechnik in Portugal

Der Anbau von gentechnisch verändertem (gv) Mais in Portugal geht zurück. Dies meldet das Portal Sustainable Pulse unter Berufung auf Daten der portugiesischen Regierung. Demnach wächst gv-Mais dieses Jahr auf einer Fläche von etwa 7.000 Hektar, das sind etwa 1.000 Hektar weniger als im Vorjahr und über 2.000 Hektar weniger als zur Zeit des größten Anbaus 2012. Angebaut wird der insektengiftige Mais MON810 der Firma Monsanto. Portugal ist eines der wenigen Länder in der EU, in denen überhaupt noch gv-Pflanzen kommerziell angebaut werden. (Sustainable Pulse, 28.09.16, www.sustainablepulse.com) (ab)

 

Schweden: gv-Bäume

Ende August haben die schwedischen Behörden einen Antrag auf Freisetzung von gentechnisch veränderten (gv) Pappeln bewilligt. ForscherInnen der Universität Umeå wollten die Bäume bereits im August dieses Jahres im südschwedischen Laholm auf einer Fläche von unter einem Hektar pflanzen. Dort sollen sie bis 2021 getestet werden. Die Bäume weisen eine Reihe von Veränderungen in ihrem Erbgut auf, die Blüte, Wachstum, Ausbildung von Ästen, Blättern und Wurzeln betreffen. Ziel ist es, Bäume mit deutlich verändertem Wuchs und Aussehen zu schaffen. Ein konkreter Nutzen wird dabei nicht genannt. Eingesetzt wurden verschiedene Gentechnik-Verfahren, darunter auch die neue CRISPR-Technik, die es erleichtern soll, Gene an bestimmten Stellen im Erbgut einzufügen oder stillzulegen. (Informationsdienst Gentechnik, 17.08.16, www.keine-gentechnik.de; Testbiotech, 17.08.16, www.testbiotech.org; GMO Register, 04.10.16, http://gmoinfo.jrc.ec.europa.eu) (ab)

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Oktober 2016
S. 26 - 28