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Weitere Bücher

Alternativen zur Psychiatrie

„Searching for a Rosegarden” entstand aus der internationalen Konferenz „Auf der Suche nach dem Rosengarten: Echte Alternativen zur Psychiatrie umsetzen“, die vom Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V. 2011 in Berliner Weglaufhaus organisiert wurde. Als Beispiele für „Mad Studies“ berichten die Buchbeiträge von Erfahrungen Psychatriebetroffener und stellen von diesen entwickelte alternative Praktiken zum gängigen psychiatrischen System vor. Ein weiterer Abschnitt widmet sich Partnerschaften in Wissenschaft und Bildung. Als interdisziplinäres Feld wollen die „Mad Studies” Verrücktheit gemeinsam mit der Betroffenen-Community neu Denken - sowohl innerhalb als auch außerhalb der akademischen Sphären. Die Textsammlung bietet dabei einen umfassenden Einstieg in diese junge Disziplin und daraus resultierende Ansätze und Projekte.

➤ Jasna Russo, Angela Sweeny (Hg.): Searching for a Rose Garden: challenging psychiatry, fostering mad studies. PCCS Books (2016), 200 Seiten, 33,50 Euro, ISBN 978 1910919231.

 

Sexualität und Recht

Im Rechtsdiskurs wird seit dem Paradigmenwechsel von der Sittlichkeit zum Rechtsgüterschutz in den 1970er Jahren das Dogma einer staatsfreien Privatsphäre propagiert. Dies birgt jedoch mehrere Probleme, denen sich der Sammelband systematisch annimmt, ohne freilich für alle aufgeworfenen Fragen Antworten anbieten zu können. Die AutorInnen des Bandes fragen nach Notwendigkeit, Legitimation, Ausgestaltung und Grenzen von Regulierungen einverständlicher Sexualität als bedeutsamer sozialer Praxis, die an staatliche Interessen rührt. Für LeserInnen des GID dürfte das Kapitel „Produktive Sexualität“ zur Bevölkerungspolitik durch Recht von Ute Sacksofsky besonders interessant sein. Die Autorin stellt fest, dass Bevölkerungspolitik keine Staatsaufgabe sein kann und im bevölkerungspolitischen Diskurs häufig sexistische, rassistische und klassenspezifische Aspekte zusammenkommen.

➤ Ulrike Lembke (Hg.): Regulierungen des Intimen. Sexualität und Recht im modernen Staat. Springer (2016), 356 Seiten, 39,99 Euro, eBook 14,99 Euro, Kapitel auch einzeln erwerbbar, ISBN 978 3 658 11748 1.

 

Kritischer Agrarbericht

Alljährlich im Januar reisen nicht nur VertreterInnen des Agrobusiness nach Berlin, um bei der Grünen Woche um politischen und medialen Einfluss zu werben - auch die KritikerInnen der herrschenden Agrarpolitik sind vertreten. Ein wichtiges Sprachrohr für ihre Kritik und Alternativen stellt seit langen Jahren der Kritische Agrarbericht dar. 1993 erstmals erschienen, ist er mittlerweile nicht mehr wegzudenken: als wertvolle Ressource in aktuellen agrarpolitischen Debatten sowie als Nachschlagewerk, wenn mal wieder altbekannte Themen neu auf den Tisch kommen. Der Bericht dokumentiert die ganze thematische Breite der agrapolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung - und enthält, wie immer, auch ein eigenes Kapitel zur Gentechnik. Der diesjährige inhaltliche Schwerpunkt ist „Wasser“.

➤ AgrarBündnis e.V. (Hg.): Der kritische Agrarbericht. Schwerpunkt: Wasser. AbL-Verlag (2017), 320 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 978-3-930 413-60-7. Bestellungen sowie Download der einzelnen Artikel unter www.kritischer-agrarbericht.de/2017.368.0.html.

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Februar 2017
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