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Vor 30 Jahren ...

EPA genehmigt Freisetzung in den USA - Initiativen organisieren Widerstand

San Francisko (g.id.) - Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat dem Unternehmen Advanced Genetic Sciences (AGS) die endgültige Erlaubnis erteilt, sogenannte Eis-Minus-Bakterien in Freilandversuchen an Erdbeerpflanzen zu testen. Die vorläufige Genehmigung des kalifornischen Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wird im Februar erwartet. Danach sind in einem Zeitraum von 45 Tagen öffentliche Stellungnahmen möglich. AGS will Anfang April mit den Versuchen beginnen. Die Erlaubnis bezieht sich auf drei Versuchsfelder, von denen zwei in der Nähe von Hollister in San Benito County und eines in Brentwood, Contra Costa County liegen. Anscheinend favorisiert AGS das Brentwood-Gelände, das auch näher bei seinen Laboratorien in Oakland liegt. Bei zu starken öffentlichen Protesten gegen das Vorhaben könnte AGS auf Hollister ausweichen. Die manipulierten Bakterien sollen deren Wildform Pseudomonas syringae verdrängen. P. Syringae scheidet ein Protein ab, das bei Temperaturen unter Null Grad Celsius als Kristailisationskern die Bildung von Eiskristallen fördert. Die scharfen Kanten der Eiskristalle zerschneiden die Zellwände der Pflanzen - was als Frostschaden sichtbar wird. Den manipulierten Bakterien wurde die Erbinformation zur Bildung des Proteins herausgeschnitten. AGS will seine Eis-Minus-Bakterien als ,,Frostschutzmittel" unter dem Produktnamen „Frostban" vermarkten. Das Unternehmen und andere Befürworter versprechen eine Verringerung der frostbedingten Ernteschäden, da mit Eis-Minus-Bakterien besprühte Pflanzen Temperaturen bis minus fünf Grad unbeschadet überstehen sollen. Derzeit organisieren Umweltschutzgruppen wie East Bay Green Alliance, Berkeley Greens oder Earth First in Brentwood den lokalen Widerstand und informieren die Öffentlichkeit über mögliche Klimaauswirkungen, gesundheitliche Beinträchtigungen, Störungen des ökologischen Gleichgewichts und andere Gefährdungen. Der Stadtrat von Brentwood hat sich, auch nach einer öffentlichen Anhörung, noch nicht öffentlich gegen den Versuch ausgesprochen. (...)

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Mai 2017
S. 43