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Rezension: Epigenetik

Die Epigenetik zählt zu den Forschungsfeldern, in denen fundamentale Gewissheiten der Weitergabe und Regulation von Erbinformationen in einem Maße auf den Kopf gestellt werden, wie es von vielen WissenschaftlerInnen nicht mehr für möglich gehalten wurde. Sie beschreibt die Schnittstelle zwischen den Genen und der Umwelt. Beides, Gene und Umwelt, sind an sich schon schwer zu fassen - begrifflich wie auch konzeptionell. Die AutorInnen des Bandes „Epigenetik - Implikationen für die Lebens- und Geisteswissenschaften“ lassen sich davon nicht irritieren. Sie beschreiben mit - an vielen Stellen bestechender - Klarheit, was wir heute wissen, und was nicht. So ist das Lesen in weiten Teilen ein echtes Vergnügen. Anspruchsvoll ist der Band, keine Frage; und wer nicht gewisse Vorkenntnisse mitbringt, wird ein gutes Stück Arbeit vor sich haben, um an bestimmten Stellen folgen zu können. Auch bringt die Perspektive der AutorInnen - zum Beispiel als aktive ForscherInnen und EntwicklerInnen - stellenweise eine sehr positive Färbung der Erwartungen, was in Zukunft mit Hilfe der Epigenetik möglich werden könnte, mit sich. Das sei ihnen an dieser Stelle verziehen.

Christof Potthof

➤ Jörn Walter, Anja Hümpel (Hrsg.): Epigenetik - Implikationen für die Lebens- und Geisteswissenschaften. Erschienen in der Reihe der Forschungsberichte der Interdisziplinären Arbeitsgruppen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Nomos-Verlag (2017), 221 Seiten, 49 Euro, ISBN 978-3-8487-2739-1.

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Mai 2017
S. 44