Versuchs-Freisetzungen

Bevor gentechnisch veränderte Pflanzen kommerziell auf die Felder kommen, werden sie in sogenannten Versuchs-Freisetzungen im Freiland getestet. Das in Deutschland relevante Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) der EU schreibt zwar vor, dass gentechnisch veränderte Pflanzen nach ihrer Entwicklung im Labor oder Gewächshaus nur Schritt für Schritt in die Umwelt entlassen werden dürfen. Freisetzungsversuche also theoretisch zeitlich und räumlich beschränkt sind. Sicherstellen kann das Verfahren diesen Anspruch jedoch nicht. Praktisch können einmal in die Umwelt entlassene GVO kaum kontrolliert werden und ein parallel stattfindender, bewusst gentechnikfreier Anbau kann nur sehr schwer sichergestellt werden. Unzählige Freisetzungsversuche haben zu Verunreinigungen von konventionellen und ökologischen Sorten mit gentechnisch verändertem Material geführt.

Freisetzungsversuche bieten immer wieder auch Gelegenheit für lokale Diskussionen und Proteste. Diese hat das Gen-ethische Netzwerk über viele Jahre angeregt und unterstützt. Der letzte Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland wurde 2012 durchgeführt. Auch in anderen Ländern Europas ist die Anzahl der Versuchs-Freisetzungen in den letzten Jahren zurückgegangen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Weizen unverändert

    Von Christof Potthof , 9. Januar 2017

    Obwohl Weizen zu den wichtigsten Nutzpflanzen weltweit gehört, ist die Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu gentechnisch veränderten Linien weniger umfangreich als die ökonomische Bedeutung vermuten lassen könnte.

  • Hybridweizen: Vor dem Durchbruch?

    Von Hans-Dieter von Frieling, Eva Gelinsky , 6. Januar 2017

    Seit einigen Jahren erlebt die Züchtung von Hybridweizen wieder einen enormen Aufschwung. Eine Reihe von Konzernen sind - mit Unterstützung der Politik - dabei.

    (pdf)

  • GVO im Raps

    Von Christof Potthof , 1. März 2016

    Nach und nach werden Details einer Verunreinigung von Raps-Züchtungsmaterial mit der gentechnisch veränderten Linie OXY-235 bekannt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit reagiert nur zögerlich.

  • Ruhiger Jahreswechsel

    Von Christof Potthof , 18. Dezember 2015

    Im nächsten Jahr kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland. Ein Kommentar.

  • Cibus-Raps (nicht) verhindert

    Von Christof Potthof , 8. September 2015

    Der gentechnisch veränderte RTDS-Raps der Firma Cibus wird in Deutschland in diesem Jahr nicht auf die Felder kommen. Das verhindert ein Gerichtsverfahren. Für Großbritannien und Schweden kommt dies zu spät.