Versuchs-Freisetzungen

Bevor gentechnisch veränderte Pflanzen kommerziell auf die Felder kommen, werden sie in sogenannten Versuchs-Freisetzungen im Freiland getestet. Das in Deutschland relevante Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) der EU schreibt zwar vor, dass gentechnisch veränderte Pflanzen nach ihrer Entwicklung im Labor oder Gewächshaus nur Schritt für Schritt in die Umwelt entlassen werden dürfen. Freisetzungsversuche also theoretisch zeitlich und räumlich beschränkt sind. Sicherstellen kann das Verfahren diesen Anspruch jedoch nicht. Praktisch können einmal in die Umwelt entlassene GVO kaum kontrolliert werden und ein parallel stattfindender, bewusst gentechnikfreier Anbau kann nur sehr schwer sichergestellt werden. Unzählige Freisetzungsversuche haben zu Verunreinigungen von konventionellen und ökologischen Sorten mit gentechnisch verändertem Material geführt.

Freisetzungsversuche bieten immer wieder auch Gelegenheit für lokale Diskussionen und Proteste. Diese hat das Gen-ethische Netzwerk über viele Jahre angeregt und unterstützt. Der letzte Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland wurde 2012 durchgeführt. Auch in anderen Ländern Europas ist die Anzahl der Versuchs-Freisetzungen in den letzten Jahren zurückgegangen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Neues aus Belgien

    Von Barbara van Dyck , 26. Juni 2012

    Ein Gerichtsverfahren gegen elf Kartoffel-AktivistInnen, Versuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln und Riesenmais, die Inspektion eines Biotechnologieparks sowie Diskussionen um „Slow Science“ - Zeit für ein paar Neuigkeiten aus Belgien!

  • „Just for Fun-Freisetzungen“ verbieten

    (Berlin und Lüneburg, 28. März 2012) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) lässt erhebliche Sicherheits- und rechtliche Bedenken unter den Tisch fallen und hat aktuell die Freisetzung von gentechnisch veränderten (gv) Zuckerrüben H7-1 im Zeitraum 2012 bis 2018 durch die KWS Saat AG aus Einbeck, Niedersachsen, genehmigt. Bündnis von Nichtregierungsorganisationen hatte Einwände.

  • Blinder Fleck Forschung

    Von Jörg Bergstedt , 6. März 2012

    Hinter den Debatten um MON810 und Amflora treten die von Freisetzungsversuchen ausgehenden Gefahren häufig in den Hintergrund. Diese Ausblendung ist aus fachlichen sowie taktischen Gründen ein Fehler.

  • Open Data - Hacktag

    (3. Dezember 2011) Heute ist Hacktag!
    Die Open Knowledge Foundation und andere setzen sich für mehr offene Daten ein. Das ist auch in unserem Interesse. Am heutigen Tag soll es nicht um nicht legale Zugriffe auf Datenbanken, Websites ... gehen, sondern vielmehr darum, dass Daten, die eh' schon öffentlich bzw. von jederman_frau einsehbar sind, kreativ genutzt werden sollen.

  • Sand im Getriebe

    Von Interview mit Aktivist_INNEN , 31. Oktober 2011

    Anfang Juli wurden Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt von Unbekannten zerstört. Dabei wurden die an den Flächen eingesetzten Wachleute bedroht und in ihren Aufenthalts-Containern eingesperrt.