Präimplantationsdiagnostik

Mittels präimplantativer Diagnostik (PID) können Merkmale von Embryonen, die durch In-Vitro-Verfahren gezeugt wurden, vor dem Einsetzen in die Gebärmutter auf genetische Abweichungen untersucht werden. Ende 2011 trat das Gesetz zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PräImpG) in Kraft, das die PID in Deutschland verbietet.

Straffreie Ausnahmen sind jedoch vorgesehen bei hohem Risiko für eine „schwerwiegende Erbkrankheit“ und zur Feststellung einer „schwerwiegenden Schädigung“ des Embryos, die mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ zum Tod oder zu einer Fehlgeburt führt. Was als schwerwiegend gilt, ist jedoch unklar, Ethikkommissionen sollen darüber befinden. Das Gen-ethische Netzwerk befürchtet, dass sich die Anwendung der PID nicht auf seltene Fälle beschränken lässt und beobachtet die praktische Umsetzung des Gesetzes kritisch.

Beiträge zu diesem Thema

  • (K)eine Liste?

    Von Kirsten Achtelik , 7. November 2016

    Bereits die zweite Veröffentlichung detaillierter Daten durch ein zertifiziertes PID-Zentrum rüttelt am Geheimhaltungsgebot und bereitet den Weg für eine Indikationsliste.

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  • Selektion in der Schweiz: Mehrheit votiert für PID

    Befruchtete Eizellen werden in der Schweiz künftig einem Qualitätscheck unterworfen, bevor sie einer Frau übertragen werden. 62 Prozent der Schweizerischen Bevölkerung haben am Sonntag in einer Volksabstimmung für eine Gesetzesänderung gestimmt, die unter anderem bei allen künstlichen Befruchtungen eine Präimplantationsdiagnostik (PID) erlaubt. Die 19 Organisationen, die zu einem "Nein" beim Referendum aufgerufen hatten, äußerten Enttäuschung über den Ausgang der Abstimmung, kündigten aber an, dass sie sich "weiterhin für eine Gesellschaft ohne Normierungszwänge einsetzen werden" - das GeN wird sie nach Kräften unterstützen!

  • Endspurt: Am 5. Juni wird in der Schweiz über die Einschränkung der PID abgestimmt

    Um in der Schweiz eine liberale Genehmigungspraxis bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) zu verhindern, ruft ein Bündnis aus 19 sozial engagierten Organisationen dazu auf, bei der Volksabstimmung am 5. Juni mit „Nein“ zu stimmen. Die Organisationen richten sich gegen das Inkrafttreten einer Gesetzesänderung, die bei allen künstlichen Befruchtungen PID erlauben würde.

  • Was lange währt, wird nicht unbedingt gut

    Von Pascale Steck , 22. Dezember 2015

    In den rund zehn Jahren bis zur Zulassung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz wurden die restriktiven Vorgaben des Bundesrates erheblich aufgeweicht. Zurzeit kämpfen PID-kritische Verbände und Parteien mittels Referendum gegen das Inkrafttreten der Gesetzesänderung.

  • PID-Zentren wollen mehr

    Von Kirsten Achtelik , 5. November 2015

    Die PID-Zentren in Hamburg und Lübeck haben detaillierte Zahlen zum ersten Jahr der Durchführung in Deutschland veröffentlicht. Wird damit die Geheimhaltungspflicht umgangen?