Reprotechnologien

Eizellen„-spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche  Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind - diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Unabgeschlossene Verhältnisse

    Von Ulrike Baureithel , 8. September 2017

    Über Eizell„spende“ wird auch in Deutschland zunehmend diskutiert. Ist sie nur altruistisch? Was bedeutet die Abgabe dieser Zellen im Spannungsfeld zwischen Gabentausch und Markt? (pdf)

  • Spanische Leihbäuche?

    Von Kirsten Achtelik , 8. September 2017

    Spanien ist ein Zielland des europäischen Reproduktionstourismus, Eizellabgabe ist legal, Wunscheltern verbinden das gerne mit einem Strandurlaub. In diesem Jahr gab es auf mehreren Ebenen Versuche, die verbotene „Leihmutterschaft“ zu legalisieren, aber auch Protest.

  • Behindert, queer, Kinderwunsch?

    Von Kirsten Achtelik , 8. September 2017

    Die übergroße Mehrheit der Menschen, die versuchen, ihren Kinderwunsch mit in Deutschland verbotenen Reproduktionstechniken zu befriedigen, sind heterosexuelle Paare. Menschen mit Behinderung und queere Menschen werden von Legalisierungsbefürworter*innen allerdings überproportional häufig als Zielgruppe genannt. (pdf)

  • Rezensionen

    8. September 2017

  • Komplexe Ungleichheitsverhältnisse

    Von Christa Wichterich , 8. September 2017

    Feministische Argumente gegen Leihmutterschaft.