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Freisetzungen und Inverkehrbringen von GVO

Das Freisetzen und das Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) wird in Deutschland nach dem Gentechnikgesetz geregelt. Dabei bedeutet Freisetzen das Entlassen von gentechnisch veränderten Organismen zu Testzwecken. Diese Versuche sind zum Beispiel im Rahmen der Zulassung einer gentechnischen Veränderung notwendig. Demgegenüber steht das Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen. Damit ist die Weitergabe, der Verkauf, der kommerzielle Anbau und ähnliches gemeint.

Das Gen-ethische Netzwerk kümmert sich um Fragen zu Freisetzungsversuchen und zum kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Wir unterstützen regionale Initiativen beim Schreiben von Einwendungen im Genehmigungsverfahren der Versuche. Zudem können wir Kontakte zu Expertinnen und Experten vermitteln.

Freisetzungen

Bei den „Freisetzungen“ von gentechnisch veränderten Organismen handelt es sich um Versuche, die zum Beispiel der Entwicklung einer neuen gentechnischen Veränderung oder der Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Pflanze dienen können.
Bei einer Freisetzung muß der Antragsteller/ Freisetzer Organismus, gentechnische Veränderung und Ort der Freisetzung beantragen. Alle Orte sind öffentlich bekannt, allerdings finden sich auf den Internetseiten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Abteilung für Gentechnik, das für die Genehmigungen verantwortlich ist, keine genauen Angaben hierzu. Diese können aber dem Standortregister oder den öffentlich zugänglichen Antragsunterlagen entnommen werden. Viele Orte liegen dem Gen-ethischen Netzwerk oder befreundeten Organisationen aus den Antragsunterlagen vor und können im Berliner Büro des GeN erfragt werden.

Listen mit den aktuellen Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen in Deutschland und Europa

können an verschiedenen Stellen im Internet gefunden werden. Am schnellsten (bereits vor der Genehmigung) veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit neue Freisetzungsversuche.
Eine Liste finden Sie hier.
Eine Datenbankabfrage dieser Liste ist hier möglich (sehr oft gestört!).
Weitere Details zu einzelnen Freisetzungsversuchen, insbesondere in Bezug auf die gentechnischen Veränderungen, finden Sie in englischer Sprache auf den Internetseiten der gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Union, dem Joint Research Center. (Deliberate release into the environment of GMOs for any other purposes than placing on the market - Plants).

Gerne können Sie sich mit Ihren Fragen an das GeN wenden.

Inverkehrbringen

Nach dem dem aktuell (Mai 2014) gültigen Recht müssen die Felder, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen angepflanzt werden (sollen) beim BVL, Abteilung für Gentechnik, angemeldet und im Internet bekannt gemacht werden. Zu diesem Zweck verwaltet das BVL ein Datenbank-gestütztes Internetportal. Um auf das Internetportal des Standortregisters zu kommen, klicken Sie hier.
Auf der Basis so genannter inverkehrgebrachter gentechnisch veränderter Organismen können Züchter neue Pflanzensorten entwickeln und nach Genehmigung durch das Bundessortenamt in den Handel geben.

Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen 2015

(Juni 2015) In diesem Jahr werden auf Feldern in Deutschland - wie in den letzten Jahren - keine gv-Pflanzen wachsen.

Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen 2014

(Mai 2014) Auch 2014 werden auf Feldern in Deutschland - wie im letzten Jahr - keine gv-Pflanzen wachsen.

Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen 2013

(August 2013) In diesem Jahr wachsen auf Feldern in Deutschland keine gv-Pflanzen. Es kann allerdings sein, dass noch ein Freisetzungsversuch mit gv-Winterweizen gestartet wird. Das Verfahren läuft; mit der Genehmigung ist zu rechnen. Weitere Info ggf. beim BVL (Aktenzeichen: 42010.0218; EU-Notification: B/DE/12/218).

Kommerzieller Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen 2011

(März 2011) Auch 2011 kein kommerzieller Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland. Das kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit behauptet werden. Das Anbauverbot für den gentechnisch veränderten Mais MON810 bleibt bestehen (siehe kommerzieller Anbau 2009).
Der kommerzielle Anbau von gentechnisch veränderten Kartoffeln der Sorte Amflora wird sich gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich reduzieren. Gerade einmal zwei Hektar sollen auf den Flächen des Schaugarten Üplingen gepflanzt werden.

Kommerzieller Anbau 2010

Nach den letzten Informationen wird es auch im Jahr 2010 keinen kommerziellen Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland geben. Das Anbauverbot des gentechnisch veränderten Mais MON810 bleibt bestehen (siehe kommerzieller Anbau 2009).
Allerdings wird es auf kleiner Fläche einen kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Kartoffeln der Sorte Amflora geben. Die EU-Kommission hat in diesem Jahr die Zulassung für den Anbau dieser Stärke-Kartoffel gegeben. Für Deutschland ist der Anbau in Zepkow (Mecklenburg-Vorpommern) geplant.

Freisetzungsversuche 2010

Freisetzungsversuche sollen in diesem Jahr jedoch an verschiedenen Standorten durchgeführt werden. Siehe dazu zum Beispiel im Standortregister. Allerdings werden manche erst unmittelbar vor der Aussaat im Standortregister veröffentlicht.1

Kommerzieller Anbau 2009

Zu dem kommerziellen Anbau in Deutschland und dem Anbauverbot des gentechnisch veränderten Mais MON810 siehe zum Beispiel hier.

Kommerzieller Anbau 2008

Zu dem kommerziellen Anbau in Deutschland (insbesondere in Brandenburg) siehe zum Beispiel den Artikel "Resümee Genmaisanbau 2008 in Brandenburg" von Saskia Dellwing und Christof Potthof im "Raben Ralf" (Dezember 2008/ Januar 2009).

Kommerzieller Anbau 2007

Zu dem kommerziellen Anbau in Deutschland (und mit Abstrichen auch Europa) siehe zum Beispiel den Artikel "Gv-Mais auf den Feldern" von Christof Potthof im GID 183 (August 2007).


Zuletzt geändert: 19. Juni 2015



  • 1. Details ergeben sich aus den Genehmigungen der einzelnen Versuche.