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"Gen für..." - alphabetisch

Fußball
Mai 2008

Ein europäischer Fußballverein hat den Sportwissenschaftler Henning Wackerhage gebeten, unter jungen Fußballern nach so etwas wie einem „Ronaldo-Gen“ zu suchen. Eine selbst für Genetiker zu bequeme Einschätzung von Sportlern: An einem besonderen Talent, so Wackerhage, seien wohl mindestens 500 Gene beteiligt. Außerdem sei eine kurze Beobachtung auf dem Sportplatz wesentlich aufschlussreicher. Und nicht zu vergessen: Ronaldo trainiert regelmäßig...

Meldung der Woche, 13.05.08, GeN
Fröhlichkeit
April 2008

Nun ist es bekannt: Die Freude im Leben eines Menschen ist von dessen Eltern abhängig. Nicht in Bezug auf die Erziehung, sondern der Erbanlagen wegen. Zumindest zu fünfzig Prozent. Das will eine Forschungsgruppe um Tim Bates von der Edinburgh Universität in einer Studie mit über 900 Zwil-lingspaaren herausgefunden haben. Dabei habe sie mit Fragen nach Persönlichkeit und Zufriedenheit festgestellt, dass eineiige Zwillinge in dieser Hinsicht einander
ziemlich gleich seien, zweieiige dagegen etwas unterschiedlicher, so Bates. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass die Fröhlichkeit etwa zur Hälfte von den Genen abhängen müsse. Wie Bates außerdem folgert, seien Leute mit positiven Erbinformationen demnach mit einem Vorrats-speicher an Fröhlichkeit ausgestattet, auf den sie in Stresssituationen zurückgreifen könnten.

www.reuters.com, 06.03.08
Fettleibigkeit
August 2007

Für jede Meldung aus der Genforschung scheint es weitere zu geben, die ihr widersprechen: So haben Forscher von der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit europäischen Forschergruppen das Gen FTO entdeckt. 22 Prozent des Risikos einer Person, zu viele Pfunde anzusammeln, lassen sich auf die Mutationen dieses Gens zurückführen, sagt Professor Wieland Kiess vom Interdisziplinären Zentrum für klinische Forschrung. Gemeinsam mit seinem Team hatte er die Daten von 2.900 Übergewichtigen und 5.100 Kontrollpersonen ausgewertet. „Übergewicht und Adipositas sind zur Hälfte genetisch bedingt und für 22 Prozent davon ist dieses Gen zuständig,“ behauptet Kiess. Vielleicht sollte er sich mal mit den US-amerikanischen Kollegen (siehe oben) zusammensetzen.

Ärzte Zeitung, 04.06.07
Fettleibigkeit
Februar 2006

Entscheidend für den Körperumfang ist nicht zwingend die Menge an aufgenommener Nahrung, sondern vielmehr die Frage, wie der Körper diese verarbeitet. Komplexe Hormonsysteme, vor allem die Klasse der Melanozyten stimulierenden Hormone (MSH) und steuern diese Abläufe. Alpha- und beta-MSH wird dabei eine appetithemmende Wirkung zugeschrieben. Voneinander unabhängige Studien der Berliner Charité und des Cambridge Institute for Medical Research zeigen nun, dass fettleibige Menschen häufiger eine veränderte Form von beta-MSH besitzen als Normalgewichtige. Klinische Studien bei denen alpha-MSH-ähnliche Substanzen zur Appetitkontrolle eingesetzt wurden, mussten aufgrund starker Nebenwirkungen abgebrochen werden. Die Wirkweise von beta-MSH wurde bisher nicht genauer untersucht, da Labortiere wie Mäuse und Ratten kein beta-MSH produzieren.

www.wissenschaft.de, 08.02.06
Faulheit
Oktober 2004

Aus trödelnden Affen können mittels eines Gentransfers Workaholics werden. Dies geben Forscher um Barry Richmond vom US-amerikanischen National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland, in der Online-Ausgabe der Zeitschrift PNAS bekannt. Wie die meisten Menschen neigen Affen dazu, eine Aufgabe zu verschieben, wenn der Erfolg beziehungsweise die Belohnung für die Mühen in weiter Ferne scheinen. Ein nahes Ziel dagegen weckt den Eifer. Die Forscher versuchten, den Arbeitsethos der Tiere zu manipulieren, indem sie vier Affen ein DNA-Fragment ins Gehirn spritzten. Dadurch sei ein Gen, das für einen Dopaminrezeptor codiert, kurzfristig ausgeschaltet worden. Dopamin ist ein Botenstoff, mit dem im Gehirn Signale übertragen werden. Außerdem ist es - unter anderem - verantwortlich für die Wahrnehmung von Glücksgefühlen und Erfolg. Nach der Behandlung konnten die Affen den Wissenschaftlern zufolge keine Informationen mehr darüber verarbeiten, wann sie mit einer Belohnung zu rechnen hatten. Sie arbeiteten von Beginn an eifrig und fast fehlerfrei. Diese Ergebnisse könnten nach Ansicht von Richmond und seinen Kollegen für die Behandlung von Menschen mit Schizophrenie, Depressionen oder Zwangsneurosen bedeutend sein. Bei diesen Erkrankungen sei ebenfalls die Assoziation von Arbeit und Belohnung gestört.

PNAS online, 9. August 2004, Onlineveröffentlichung: www.pnas.org/cgi/reprint/0403639101v1.pdf