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"Gen für..." - alphabetisch

innere Uhr
Juni 2008

Menschen und Tiere besitzen nicht nur eine 'Zentraluhr', die von elektrischen Signalen täglich neu gestellt wird und die 'inneren Uhren' aller anderen Körperzellen aktiviert. Auf einem Kongress in Berlin wurden kürzlich auch Uhr-Gene vorgestellt. Sie sollen zum Beispiel bestimmen, ob jemand Frühaufsteher oder Langschläfer ist. Aber: 15 Prozent der Deutschen leben gegen ihre innere Uhr, hieß es auf dem Kongress weiter, und leiden dann an Schlafstörungen oder Kopfschmerzen. Nun gebe es eine Untersuchungsmethode, mit der geprüft werden könne, ob diese Probleme auf genetische Veränderungen in den Uhr-Genen zurückzuführen sind - und Lichttherapien. Dann ticken wir ja hoffentlich alle bald wieder richtig...

Meldung der Woche, 24.06.08, GeN
Intelligenz
April 2008

Gegen die rassistischen Äußerungen des Magdeburger Psychologen Heiner Rindermann im Deutschlandradio gab es bundesweit Proteste. Rindermann hatte in einer Sendung in Deutschlandradio Kultur mit dem Titel „Dumme Buschmänner, kluge Asiaten?“ im Dezember 2007 behauptet: „Es gibt auf jeden Fall genetische Unterschiede zwischen den Rassen“. Insbesondere mutmaßte er darüber, dass sich diese Unterschiede auch im kognitiven Bereich ausdrückten. Aufgrund der vielfältigen Proteste, insbesondere einer Stellungnahme des Mainzer Instituts für Ethnologie und Afrikastudien, änderte der Sender die Über- und Bildunterschriften der Online-Version. Rindermann hatte bereits in einer Fachzeitschrift über den „g-Faktor in internationalen Vergleichen kognitiver Fähigkeiten“ spekuliert.

Deutschlandradio, 04.12.07; www.ifeas.uni-mainz.de/info/PresseRinder mann.html; European Journal of Personality 2007, 21:667-706
Intelligenz
Dezember 2007

Die These, dass Sozialverhalten oder die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen erblich seien, hat sich allen widersprüchlichen Studienergebnissen zum Trotz hartnäckig bis in die Gegenwart gehalten. Auch wenn Definitionen von Intelligenz umstritten und Tests zur Messung eines Intelligenzquotienten fragwürdig sind, lockt die Suche nach Intelligenz-Genen doch immer wieder von Neuem Forscher an: Es gibt keine Mastergene, welche die Intelligenz eines Menschen stark beeinflussen, lautet nun das Ergebnis einer Studie britischer Wissenschaftler vom Londoner King’s College, die das Genom und die Leistungsfähigkeit von 7.000 Siebenjährigen verglichen. Dabei wollen sie zwar sechs Genorte ausgemacht haben, welche mit der Ausprägung der Intelligenz stark zusammenhängen. Allerdings bestimmen diese sechs DNA-Abschnitte die kognitiven Fähigkeiten lediglich zu etwas mehr als einem Prozent. Nach Ansicht der Forscher widerlegt dies aber nicht die bisher gültige These, dass mindestens die Hälfte der Unterschiede in der Intelligenz von Menschen genetisch bedingt seien. Vielmehr muss es ihrer Ansicht nach noch viele weitere, bisher unentdeckte Gene geben, die eine Rolle spielen. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns“, kommentierte Studienleiter Robert Plomin das Ergebnis. Wohin dieser führen soll, sagte er allerdings nicht.

New Scientist, 01.12.07; www.wissenschaft.de, 29.11.07
Inkontinenz
Dezember 2004

Eine Studie an der Universität Bergen in Norwegen hat ergeben, dass Frauen, deren Mutter unter Harninkontinenz leidet, ein gegenüber der Normalbevölkerung erhöhtes Risiko haben, selbst zu erkranken. Untersucht wurden aber nicht nur Töchter, sondern auch Enkelinnen und Schwestern von insgesamt fast 2.000 Frauen mit einer Blasenschwäche. Hier scheint es keine Korrelationsmöglichkeiten gegeben zu haben, die die These von der Vererbung einer Anlage gestützt hätten. Aber auch so ist die Behauptung, die Blasenschwäche sei genetisch bedingt, gewagt: Gegenüber den 6.000 Frauen aus der Vergleichsgruppe ohne Harninkontinenz in der Familie ließ sich nämlich nur eine geringfügige Erhöhung des Risikos um das 1,3-fache errechnen.

Ärzte Zeitung, 18.10.04