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"Gen für..." - alphabetisch

launische Frauen
Februar 2010

Stimmungsschwankungen und Gedächtnisprobleme während der Monatsblutung – US-amerikanische Forscher behaupten, auch das hätte genetische Ursachen. Schuld sei eine „leicht veränderte“ Version eines Gens, das an der Expression eines Gehirnbotenstoffs namens BNDF beteiligt sei. Dieser Signalstoff arbeite auch mit dem Hormon Östrogen zusammen und verändere die Funktion eines wichtigen Gedächtnis- und Stimmungszentrums. Zu ihren Schlüssen kamen die Forscher allerdings aus Untersuchungen an Mäusen – wie sie deren Stimmungen klassifizierten, darf ein Rätsel bleiben. Jedenfalls sollen die Mäuse mit entsprechender Genvariante in Versuchsanordnungen nicht nur schlechtere Gedächtnisleistungen an den Tag gelegt haben, sondern auch „messbar“ scheuer und nervöser gewesen sein, als ihre „normalen“ Artgenossen. Dabei beobachteten die Forscher, dass die Unterschiede zwischen den Mausgruppen je nach Zyklusphase größer oder kleiner wurden.

wissenschaft.de, 10.02.10
Juli 2009

WissenschaftlerInnen der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon und der Universität Zürich wollen im Zuge einer Versuchsreihe herausgefunden haben, dass es eine universelle Vorliebe für die Gartengestaltung gibt. Die WissenschaftlerInnen erklärten, sie hätten mit Hilfe von manipulierten Landschaftsfotos nachgewiesen, dass Menschen weite Landschaften bevorzugten, da diese einen größeren Artenreichtum versprechen würden. Je abwechslungsreicher dabei die Vegetation war, desto attraktiver hätten die Fotos auf die ProbandInnen gewirkt. Verantwortlich dafür sollen unsere Gene sein. Die genetische Fixierung auf den idealen Lebensraum bestimme allerdings nur die Weite des Gebiets, nicht etwa die Details der Vorlieben im Garten. Somit werden wir wohl auch in Zukunft in manchen Gärten Gartenzwerge vorfinden und in anderen nicht - ohne das bisher Gartenzwerg-Gene ins Spiel gebracht werden.

aid Infodienst, 01.07.09
Lernen
Juli 2008

Eine Forschungsgruppe an der Freien Universität Berlin hat Fruchtfliegen genetisch manipuliert, um darüber Aufschlüsse über genetische Bedingungen des Lernens zu erhalten. Dafür hemmten sie genetisch die Produktion des Enzyms "Proteinkinase C". Sie stellten fest, dass die so gentechnisch veränderten Fliegen zu einer bestimmten Art des Lernens, operante Konditionierung genannt, nicht fähig waren, zu anderen Lernformen aber schon. Die Fliegen konnten weiterhin lernen, ein mit Hitzereizen versehenen blauen Behälter zu meiden und ihn von einem neutralen grünen Behälter zu unterscheiden. Sie lernten aber im Gegensatz zu nicht gentechnisch veränderten Fliegen nicht, den Hitzereiz durch eigenes Agieren - nämlich durch Fliegen nach links - zu vermeiden. Letzteres Lernen bezeichneten die ForscherInnen als „Gewohnheitslernen‟ und kamen direkt von der Fliege auf den Menschen. Dieses Lernen entspreche dem Suchtverhalten. Visionen der Genmanipulation beim Menschen wurden auch gleich in der Presseerklärung mitgeliefert: Wenn sich diese Vermutungen bestätigten, „ ließe sich die Entstehung einer Sucht möglicherweise dadurch verhindern, dass die Produktion des Enzyms "Proteinkinase C" bei diesen Menschen durch entsprechende Medikation gehemmt wird‟.

Pressemitteilung FU Berlin, 31.07.08
Lepra
Februar 2004

Ein internationales Forscherteam berichtet in der Fachzeitschrift Nature, es habe bestimmte Genvarianten gefunden, die Menschen für Lepra anfälliger machen. Erwin Schurr von der McGill-Universität in Montréal, Kanada, und seine Kollegen machen eine Stelle auf dem Chromosom 6 für die erhöhte Anfälligkeit mancher Menschen für Lepra verantwortlich. Die Wissenschaftler geben an, bei circa 200 vietnamesischen Familien einen Zusammenhang zwischen einer höheren Sensitivität für Lepra und bestimmten genetischen Markern im Erbgut der Untersuchten festgestellt zu haben. Bei weiteren 1000 untersuchten brasilianischen Lepra-Kranken seien sie zu dem selben Ergebnis gekommen. Darüber hinaus könnten laut Schurr und seinem Team Lepra und Parkinson eventuell Gemeinsamkeiten auf molekularer Ebene haben. Zu diesem Schluss seien sie gekommen, weil für beide Krankheiten typische Genabschnitte in der gleichen Region auf Chromosom 6 liegen würden.

www.wissenschaft.de, 26.01.04
Lungenkrebs
Dezember 2003

Eine Variante des Gens für das Enzym CYP3A4 ist nach Ansicht von Wissenschaftlerinnen des Deutschen Krebsforschungszentrums mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs assoziiert. Das betreffende Stoffwechselenzym sei dafür verantwortlich, dass Schadstoffe aus Tabakrauch in krebserzeugende Produkte umgewandelt werden, schreiben die Toxikologen Angela Risch und Heike Dally in der Zeitschrift Phamacogenetics (2003, Vol. 23: 607-618). Eine Studie an 800 Lungenkrebspatienten habe nun ergeben, dass Raucher mit der betreffenden Genvariante ein mehr als doppelt so hohes Risiko haben, am kleinzelligen Bronchialkarzinom zu erkranken als Träger anderer Varianten dieses Gens. Dabei sei das Krankheitsrisiko bei Frauen höher als bei Männern. Für starke Raucher, die bereits seit zwanzig Jahren täglich eine Schachtel rauchen, sei das Risiko sogar auf das Dreieinhalbfache, bei Frauen auf das Achtfache erhöht. Raucher ohne diese Genvariante sollten sich dennoch nicht in Sicherheit wiegen, betonen die Wissenschaftlerinnen.

Ärzteblatt, 17.11.03
Lungenkrebs
Oktober 2003

In der Zeitschrift Journal of the National Cancer Institute berichten Wissenschaftler des israelischen Weizmann-Instituts von einem genetischen Marker, der das Risiko für Lungenkrebs erhöht. Entscheidend soll ein bestimmtes Gen sein, das das Reparaturenzym für die Korrektur von Rauchschäden an der DNA kodiert. Die Forscher Livneh und Paz-Elizur gehen davon aus, dass eine niedrige Aktivität dieses Enzyms zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Raucher mit einer geringeren Enzymaktivität sollen einer 5-10 mal höheren Wahrscheinlichkeit ausgesetzt sein, dass sie an Lungenkrebs erkranken, als andere Raucher. Außerdem haben sie eine 120 mal höhere Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit als Nicht-Raucher, die die entsprechende genetische Konstellation nicht haben. Zur Feststellung der Aktivität des Reparaturenzyms wurde ein Bluttest durchgeführt.

idw online, 03.09.03
Leseschwäche
Oktober 2003

Bei Personen mit Leseschwäche ist häufig ein bestimmtes Gen (DYXC1) anders ausgeprägt als bei ihren Familienmitgliedern, die keine Probleme beim Lesen und Schreiben haben. Dies stellten schwedische Wissenschaftler bei Recherchen in 20 finnischen Familien fest. Die Ergebnisse der Forschergruppe um Juha Kere sind im amerikanischen Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) veröffentlicht.

taz, 29.08.03
langes Leben
August 2003

US-Wissenschaftler glauben der Langlebigkeit von embryonalen Stammzellen ein Stückchen näher gekommen zu sein: Beim Fadenwurm C. Elegans konnten sie eine Reihe von Genen identifizieren, die einen Einfluss auf die Lebenslänge des Tiers haben sollen. Dabei scheint es ein einziges Gen zu geben, dass viele andere steuern kann, sobald man ein weiteres Gen blockiert. Als problematisch könnte sich unter anderem herausstellen, dass das blockierte Gen auch für die Fettverarbeitung des Wurms zuständig ist. Die Lebenszeit des Fadenwurms ist normalerweise auf drei Wochen beschränkt. Dies macht ihn zum geeigneten Versuchstier, um die Wirkung des Aus- und Einschaltens von Genen zu beobachten. Versuchsleiterin ist Canthia Kenyon, University of California, San Francisco.

Nature, 424, 17.07.03; www.heise.de 01.07.03