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Magersucht
April 2004

Die amerikanische Psychologin Shan Guisinger unterbreitet im Fachblatt Psychological Review (Nr.4/03) die Theorie, für Magersucht sei eine Genvariante verantwortlich, die ihren Ursprung in der Steinzeit habe. Magersüchtige würden, auch wenn sie kurz vor dem Verhungern stehen, nicht lethargisch, um Energie zu sparen, sondern legten im Gegenteil ein extrem aktives Verhalten an den Tag. Der Grund hierfür sei die Reaktion des Körpers Magersüchtiger auf ausbleibende Nahrung. Die Konzentration der Hormone, die Hungergefühl und Sattheit steuern, verändere sich genau umgekehrt als sonst bei Verhungernden üblich: Sie sorgen für die Ausschüttung körpereigener Opiate und machen euphorisch. Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, so die Argumentation der Psychologin, konnte ein solches Verhalten lebensrettend für den gesamten Stamm sein: Herrschte eine Hungersnot, waren es die „Magersüchtigen“, die den Rest der Gruppe antrieben, weiterzuziehen, um anderswo nach Nahrung zu suchen, anstatt die körperlichen Aktivitäten herunterzuschrauben um Energieressourcen zu sparen. Unterstützt wird ihre Theorie von neuen Befunden des Leiters der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck am Chiemsee, dem Genetiker Manfred Fichter. Bei der Suche nach erblichen Veranlagungen für die Essstörung seien er und amerikanische Kollegen auf Varianten der Gene gestoßen, die eigentlich für die Antennenmoleküle im Hirn zuständig sind. Diese Moleküle reagieren auf körpereigene Opiate und den Botenstoff Serotonin, der beim Essverhalten eine wichtige Rolle spielt. Eine internationale Studie, vom amerikanischen National Institute of Mental Health gefördert, soll die Theorie jetzt bestätigen.

Die ZEIT, 04.03.04
Morgenmuffel
August 2003

Ob jemand ein Nachtmensch oder Frühaufsteher ist ­ nach Berichten eines britisch-niederländischen Forscherteams im Fachblatt "Sleep" kann man dies am Genom erkennen. Verantwortlich ist nach Angaben von Simon Archer (Universität Surrey) das Gen "Period 3", das bei nachtaktiven Menschen in der kürzeren Version vorkommt. Unter PatientInnen, die unter Schlafproblemen leiden, sei dieses sogar noch kürzer, so die Studie. Insgesamt gebe es aber mindestens zehn verschiedene Gene, die für die Steuerung der inneren Uhr des Menschen von Bedeutung seien.

www.wissenschaft.de, 17.06.03