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"Gen für..." - alphabetisch

Nein sagen
Oktober 2011

Die Neue Osnabrücker Zeitung über die Schauspielerin Senta Berger (68): „Berger beschrieb sich in dem Gespräch als ‚Widerspruchsgeist von Natur aus‘. Das werde von ihrer österreichischen Skepsis verdoppelt, sagte sie. ‚Das ist genetisch. Ich sage viel lieber nein als ja.‘“

Neue Osnabrücker Zeitung, zitiert nach: Süddeutsche Zeitung, 20.10.09.
Narkolepsie
September 2008

Die auch als „Schlafkrankheit“ bekannte Narkolepsie soll genetische Ursachen haben, das berichten japanischer Forscher in Nature Genetics (2008; doi:10.1038/ng.231). Die Forscher haben zwei "Kandidatengene" auf dem Chromosom 22 ausfindig gemacht. Sie stützen sich dabei auf eine statistische Analyse mit 500 Genvarianten (Single-Nucleotid-Polymorphisms oder SNP). Dabei stellte sich heraus, dass ein bestimmter SNP bei japanische Patienten zu 79 Prozent häufiger als bei gesunden Kontrollen vorkommt. Bei den "anderen Ethnien" erhöhte dieser SNP das Risiko um 40 Prozent. Besonders hoch ist diese Assoziation nicht, aber in der Nähe dieses SNP befinden sich auf dem Chromosom 22 ein Gen, das für ein Enzym kodiert, das beim Schlaf-Wach-Zyklus eine Rolle spielt. Deshalb glauben die Forscher, auf der richtigen Spur zu sein.

aerzteblatt.de, 29.9.2008
Nikotinsucht
April 2008

Nature und Nature Genetics haben drei Studien zu Lungenkrebs und Nikotinsucht veröffentlicht, die für mediales Aufsehen sorgten. Alle drei epidemiologischen Erhebungen kamen zu dem Ergebnis, dass eine häufig vor-kommende Genvariante auf Chromosom 12 das Lungenkrebsrisiko bei RaucherInnen erhöhe. Darüber waren sie sich aber uneinig: Kari Stefansson, der die Studie des Unternehmens deCode Genetics in Reykjavik lei-tete, erklärte, dass RaucherInnen mit dieser genetischen Disposition mehr Zigraretten rauchten als andere. Das größere Suchtpotential erkläre das erhöhte Krebsrisiko. Demgegenüber erklärten Christoper Amos, Leiter des zweiten Teams an der University of Texas in Houston, und Paul Brennan vom dritten Team eines Krebsforschungsinstituts in Lyon: Ein Suchteffekt des Gens sei nicht aus-schlaggebend für das erhöhte Krebsrisiko. Brennan behauptete zudem, dass das Gen auch das Lungenkrebsrisiko bei NichtraucherInnen erhöhe, was Amos wiederum bestritt. Nur eines ist sicher: Medial bestand am meisten Interesse an der Suchtgen-Hypothese. Und: DeCode Genetics hat bereits angekündigt, das neue Gen in die persönlichen Gentests zu integrieren, die das Unternehmen vermarktet.

NYTimes 03.04.08; Die Zeit, 03.04.08; Nature News, 02.04.08; Nature 03.04.08; Nature Genetics 02.04.08; New Scientist, 03.04.08
Nikotinsucht
Dezember 2007

ForscherInnen von Universitäten aus Deutschland und den USA haben zwei Gene ausfindig gemacht, die Einfluss auf die Nikotinsucht von Menschen nehmen sollen. Bestimmte Veränderungen des Tryptophan-Hydroxylase (TPH) 1-Gens sorgen bei Veränderungen an einer bestimmten Stelle für verstärkte Zigarrettensucht, so Martin Reuter von der Universität Bonn. Veränderungen am TPH 2-Gen wiederum seien verantwortlich für den Drang, schon früh zur Zigarette zu greifen. Beide DNA-Abschnitte seien auch für die Produktion des Botenstoffs Serotonin verantwortlich, welcher Emotionen und Kognition beeinflusst. Ein Mangel an Serotonin führe zu Depressionen, daher ließe sich ein möglicher Zusammenhang erkennen zwischen der Produktion des Stoffs und der Stärke von Suchtanfälligkeit. Zu dem Schluss, dass Nikotinsucht zu 50-75 Prozent von den Genen abhängig sei, kamen die WissenschaftlerInnen bei einer Genanalyse von rund 4300 Freiwilligen. Reuter räumt allerdings ein, dass Umweltfaktoren einen wesentliche Rolle bei der Auslösung einer Zigarettensucht spielen.

Ärzte Zeitung, 23.11.07
Nikotinsucht
Februar 2005

Einen Gentest für Nikotinsucht hat die britische Biotech-Firma G-Nostics entwickelt. Der "NicoTest" soll genetische Ursachen für Nikotin-Abhängigkeit feststellen. Bestandteil des Angebotes ist außerdem ein Fragebogen, mit dessen Hilfe individuelle Möglichkeiten ermittelt werden sollen, mit dem Rauchen aufzuhören. Der Gentest kostet 95 englische Pfund und kann bei Einsendung einer Blutprobe postalisch in Auftrag gegeben werden. Entwickelt wurde der Test auf der Basis von Untersuchungen des Leiters der Abteilung Klinische Pharmakologie der Universität Oxford, Robert Walton. Er ist zugleich Mitbegründer der Firma G-Nostics. Nach Angaben der kritischen Organisation GeneWatch ist die Universität Oxford außerdem Anteilseigner der Firma. Die AktivistInnen von GeneWatch kritisieren auch die Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung und kommerzieller Praxis. Zudem seien wissenschaftliche Standards während der Prüfung des Tests nicht eingehalten worden.

PM GeneWatch, 06.01.05
Nikotinsucht
Dezember 2004

Das Forscherteam des Biologen Henry Lester vom California Institute of Technology in Pasadena berichtet im Wissenschaftsmagazin "Science”, dass genmanipulierte Mäuse mit veränderten Alpha-4-Bausteinen der Nikotin-Rezeptoren im Gehirn besonders stark auf Nikotin reagieren. Nach Angaben der Wissenschaftler zeigten die sensiblen Mäuse nach einiger Zeit alle Anzeichen einer Sucht. Die Forscher schließen daraus, dass Nikotin-Rezeptoren mit dem veränderten Alpha-4-Baustein das Risiko einer Abhängigkeit erhöhen. Daniel Bertrand vom Centre Medical Universitaire in Genf wirft in einem Begleitkommentar in "Science” die Frage auf, ob die Genveränderung auch bei Menschen auftreten könne. Dann wäre es möglich, so der Neurowissenschaftler, Medikamente gegen die Nikotinabhängigkeit zu entwickeln.

Berliner Zeitung, 05.11.04