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"Gen für..." - alphabetisch

Unfruchtbarkeit
April 2009

US-amerikanische ForscherInnen von der Universität Iowa wollen anhand der Untersuchung von nur zwei Familien herausgefunden haben, dass manche Männer aufgrund eines einzigen Gendefekts unfruchtbar sind. Sie stießen bei einer Untersuchung von Personen im Iran auf zwei Familien, in denen die männliche Unfruchtbarkeit vererbt worden sei. Bei den Betroffenen stellten sie eine Variante des Gen Catsper1 fest, das bereits in Mäuseversuchen als relevant für die Zeugungsfähigkeit erachtet worden war. Die Spermien der Mäuse mit dem Gendeffekt hätten sich nicht schnell genug bewegt, um eine Eizelle befruchten zu können. Der beteiligte Studienautor Michael Hildebrand visionierte bereits, dass auf der Grundlage dieser Ergebnisse neue immunologische Verhütungsmethoden für Männer entwickelt werden könnten.

American Journal of Human Genetics, 84(4), 505-510, 02.04.09; Focus online, 03.04.09
unruhige Beine
Juli 2008

Forscher aus dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München berichten in "Nature Genetics", dass sie vier Gene identifiziert haben, deren Varianten das Risiko steigern würden, an unruhigen Beinen zu erkranken. Es handelt sich damit um ein Risikogen für das Syndrom der ruhelosen Beine (Restless Legs Syndrom; RLS). Vermutlich verursachten die Gene eine frühe Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems. Das neu identifizierte Risikogen PTPRD etwa enthalte den Bauplan für ein Protein, das Motorneuronen während der Embryonalentwicklung hilft, ihren richtigen Platz im Organismus zu finden. Unruhige Beine verursachen bei Betroffenen ein unangenehmes Ziehen in den Waden, das sie zum häufigen Aufstehen zwingt.

dpa
Unfruchtbarkeit
Oktober 2003

Neben der Qualität der Spermien könnte auch das Fehlen eines Proteins namens SED1 ein Grund für männliche Unfruchtbarkeit sein. Dies vermuten die Wissenschaftler Shur und Ensslin von der Emory Universiät, Atlanta. Ohne dieses Eiweiß, das sich an der Oberfläche von Samenzellen befinden soll, fänden Ei- und Samenzelle offenbar nicht zueinander, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Cell. Ihre Erkenntnisse gewannen sie aus Experimenten mit gentechnisch veränderten Mäusen, denen das besagte Eiweiß fehlt. Obwohl SED1 auch beim Menschen vorkomme, sei die Rolle bei der Zeugungsfähigkeit von Männern damit aber noch nicht sicher geklärt.

Berliner Zeitung, 02.09.03
Unfruchtbarkeit
Mai 2003

Laut österreichischen WissenschaftlerInnen verhindert ein Defekt in dem als Fkbp6 bezeichneten Gen die Spermienreifung. Zwar stützten sich Josef Penninger und sein Team vom Institut für Molekulare Biotechnologie in Wien bei ihren Untersuchungen auf Mäuse und Ratten. Der in Science beschriebene Defekt könnte jedoch auch verantwortlich dafür sein, dass manche Männer keine Kinder zeugen können. Offenbar ordnen sich in solchen Fällen die Chromosomen der Spermienvorläuferzellen nicht ordnungsgemäß an.

Science, Bd. 300, S. 1291; Berliner Zeitung, 26.05.2003