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"Gen für..." - alphabetisch

Zittern
Februar 2009

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung hat als Ergebnis einer internationalen genomweiten Assozationsstudie bekanntgegeben, einen genetischen Risikofaktor für den essenziellen Tremor identifiziert zu haben. Dies ist die Bezeichnung für eine Bewegungsstörung, die sich durch Zittern der Hände äußert und unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Im Forschungsprojekt kooperierten das Institut mit ForscherInnen des isländischen Unternehmens deCode Genetics, der Universität Wien und der Emory University in Atlanta/USA. 750 PatientInnen aus den entsprechenden Ländern sowie 15.000 Kontrollpersonen wurden einbezogen. Die letztendlich präsentierten Ergebnisse der Großstudie haben allerdings eine geringe Aussagekraft: Eine bestimmte Variante des Gens LINGO1 wurde bei den TremorpatientInnen zwar etwas häufiger gefunden als in der Kontrollgruppe. Sie kommt aber auch bei den gesunden Kontrollpersonen so häufig vor, dass das errechnete Risiko, mit der Genvariante an Tremor zu erkranken, nur geringfügig höher ausfällt als ohne dieselbe. Für eine genetische Diagnostik am einzelnen Patienten oder eine Voraussage für Familienmitglieder von Betroffenen taugten die Erkenntnisse nicht.

Ärztezeitung, 13.02.09
Zahnschmelz
Februar 2009

Neuer, aus Stammzellen gebildeter Zahnschmelz zur lokalen Zahngewebetransplantation - dies ist die Zukunftsvision des Forschers Thimos Mitsiadis von der Universität Zürich. Er will das entscheidende Gen für die Zahnschmelzbildung gefunden haben, das den Namen Tbx1 trägt. Für die Forschung verwandte er Mäuse, denen das Tbx1 fehlte und belegte, dass bei deren Zähnen nicht nur der Zahnschmelz fehlte, sondern auch die Ameloblasten. Dies sind Zellen, welche die Zahnschmelzeiweiße produzieren, deren Mineralisierung den Zahnschmelz ergibt. Die Zähne selbst untersuchte Mitsiadis nicht an den lebenden Mäusen selbst. Denn Tbx1-defiziente Mäuse sterben sehr schnell. Vielmehr züchtete er die Zähne der verstorbenen Mäuse in Langzeit-Organkulturen heran. Er verschaffte sich damit einen Vorteil gegenüber einem anderen Forschungsteam aus Oregon/USA, das ein anderen Gen namens Ctip2 für den Zahnschmelz verantwortlich macht. Im Gegensatz zu ihnen könne nur sein Team in Zürich seine These mit ausgewachsenen Zähnen belegen, so Mitsiadis.

Pressemitteilung der Universität Zürich, 27.02.09, online: www.idw-online.de/pages/de/news302973
Zellteilung
August 2003

Stammzellforscher wollen das Geheimnis der Pluripotenz von embryonalen Stammzellen gelüftet haben: Laut Ian Chambers vom Institute for Stem Cell Research (ISCR) in Edinburgh ist ein bestimmtes Gen dafür verantwortlich, dass bei Stammzellen eine besondere Art der Zellteilung durchgeführt wird. Dabei geht eine der beiden Tochterzellen den Weg einer gewöhnlichen Zelle und durchläuft einen Alterungsprozess. Die andere Tochterzelle bleibt eine Stammzelle und behält ihr Potential, sich in jede beliebige Zelle zu verwandeln. Forschungsleiter Austin Smith erhofft sich davon Fortschritte in der Herstellung von embryonalen Stammzellen aus adulten Zellen für die Therapie. Die Erkenntnisse ziehen die Forscher bisher allerdings aus Experimenten an Mäusen, Versuche am Menschen wurden bisher nicht durchgeführt. In Anlehnung an den keltischen Mythos vom Land der Unsterblichkeit nannten die Wissenschaftler das entdeckte Gen "Nanog".

genet-news, 30.05.03; Netzeitung, 02.06.03