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"Gen für..." - alphabetisch

Januar 2017

Eine Studie der Universität Florida hat einen Zusammenhang zwischen Blutdruck, Rassismuserfahrungen und Genetik bei 157 Afroamerikaner_innen untersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass bestimmte Genvarianten die Wahrscheinlichkeit einer Anfälligkeit für Bluthochdruck bei rassistischer Diskriminierung erhöhen. Vorherige Studien zum Zusammenhang von kleinen Genvarianten (SNP, engl. Single Nucleotide Polymorphism) mit vermeintlich vererbbarem Blutdruck kamen zu unterschiedlichen, nur selten reproduzierbaren Ergebnissen. Studien, die einen Zusammenhang von Bluthochdruck und Diskriminierungserfahrungen zeigen, gibt es hingegen. Die Autor_innen der neuen Studie im Journal PLoS One schließen richtigerweise daraus, dass Umweltfaktoren einen größeren Beitrag zur Variation physischer Charakteristika spielen als Genetik. Offensichtlich reichte den ForscherInnen diese Erklärung aber nicht. Um unbedingt doch noch eine Verknüpfung von Bluthochdruck und Genetik zu finden, suchten sie nach Genvarianten, die mit Bluthochdruck bei Rassismuserfahrungen korrelierten. Und fanden unter tausenden SNPs einige, die statistisch mit beiden Faktoren verknüpft waren. Um diese absurden Ergebnisse zu vervollständigen, könnten die Forscher_innnen doch im nächsten Schritt zeigen, dass Afroamerikaner_innen ohne diese Varianten gegen rassismusinduzierten Stress immun sind.

PloS One, 21.12.16, doi:10.1371/journal.pone.0167700
rastlose Beine
August 2007

Haste nie, raste nie, dann haste nie Neurastenie. Das alte Sprichwort, das schon in so machem Poesiealbum stand, hat für Menschen, die vom so genannten Restless-legs- Syndrom betroffen sind, keine Relevanz. Zu dem Krankheitsbild gehören Unruhe und Schmerzen in den Beinen, die manchmal nur durch ständige Bewegungen zu ertragen sind. Dies zieht für die Betroffenen unter anderem belastende Schlafstörungen nach sich. Eine Gruppe Münchner Forscher um Juliane Winkelmann will nun drei Gene identifiziert haben, die bei der familiär gehäuft auftretenden Krankheit möglicherweise eine Rolle spielen. Die betreffenden Gene sind teils in der Embryonalentwicklung für die Ausbildung der Gliedmaßen wichtig, teils spielen sie bei der Ausbildung von Nervensträngen im Rückenmark eine Rolle. Welche Bedeutung die Gensequenzen im Hinblick auf die Erkrankung haben, ist aber noch unbekannt.

FAZ, 15.08.07
Rauchverhalten
April 2004

Männer sind anders und Frauen auch: Diese Binsenweisheit bestätigte scheinbar eine Studie unter Menschen beiderlei Geschlechts, die sich bemühten, das Rauchen aufzuhören. Danach hängt die Wirksamkeit von Nikotinpflastern gegen das Suchtverhalten bei Frauen von den Genen ab, bei Männern jedoch nicht. Für die im British Medical Journal online vorgestellte Untersuchung knüpften die Wissenschaftler um die Medizinerin Patricia Yudkin an der britischen Oxford University an eine bereits vor zehn Jahren abgeschlossene Studie an. Yudkin und ihre MitarbeiterInnen führten eine Gendiagnostik durch, um zu analysieren, welche Rezeptoren im Gehirn bei den damaligen TeilnehmerInnen für die Aufnahme des Dopamins eine Rolle spielten und in welchem Verhältnis die Wirksamkeit des Nikotinpflasters dazu stand. Dopamin gilt als zentraler Botenstoff für die Entwicklung einer Tabakabhängigkeit. Für die Untersuchung wurde 752 Freiwilligen, die bereits damals teilnahmen, Blut abgenommen. Der Auswertung zufolge soll das Pflaster vor allem Frauen geholfen haben, die eine eher ungewöhnliche Variante des betreffenden Rezeptors haben. Bei Männern gab es keinen vergleichbaren Zusammenhang.

New York Times, 23.03.04