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"Gen für..." - alphabetisch

Tanzen
Februar 2006

Ein französisch-israelisches Forscherteam um Richard Ebstein von der Universität Jerusalem will nachgewiesen haben, dass der Ausdruck und die Grazie von Tänzern maßgeblich von zwei bestimmten Genvarianten bestimmt ist, die für die Verarbeitung und den Transport von Botenstoffen im Gehirn verantwortlich sind. Die Forscher untersuchten das Erbgut von 85 Tänzern und Tänzerinnen sowie deren Eltern. Die Künstler füllten außerdem einen Fragebogen zu Eigenschaften wie Kreativität, Einfühlungsvermögen und Ausdrucksfähigkeit aus. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden mit einer Vergleichsgruppe von 91 Sportlern, denen man ein vergleichbares Ausmaß an Körperbeherrschung und Konzentration zuschrieb, und einer weiteren Gruppe von 872 Personen, die weder sportlich noch tänzerisch begabt waren, verglichen. Das Ergebnis: Die Tänzer weisen ein charakteristisches Genprofil auf, so die WissenschaftlerInnen. Den Die künstlerische Veranlagung könnte sich im Laufe der Evolution ins Erbgut eingeschrieben haben, da Musik und Tanz von je her eine wichtige Rolle gespielt haben, lautet die Erklärung.

www.wissenschaft.de, 03.02.06
tiefen Schlaf
Oktober 2005

Ein Gen für tiefen Schlaf wollen Hans-Peter Landolt und seine Kollegen von der Universität Zürich gefunden haben. Menschen mit einer Veränderung im so genannten Adenosin-Desaminase-Gen erwachten seltener während der Nacht und hätten einen intensiveren Schlaf, schreiben die Forscher im Fachjournal PNAS. Festgestellt wurde bei den Betroffenen außerdem eine veränderte Aktivität der Hirnstromwellen ­ und zwar sowohl im Schlaf als auch im Wachzustand.

Ärzte Zeitung, 11.10.05
Treue
August 2004

Ein amerikanisches Forscherteam um Miranda Lim von der Emory-Universität in Atlanta berichtet in der Fachzeitschrift Nature (Band 429) von Experimenten, bei denen zwei Arten von Wühlmäusen bezüglich ihres Sozialverhaltens miteinander verglichen wurden. Dabei hätten sie festgestellt, dass die Männchen der Wiesenwühlmaus des öfteren ihre Partnerinnen wechseln, während die der Präriewühlmäuse monogame Beziehungen eingehen. Laut Lim und ihren Kollegen ist das Treue-Verhalten auf Vasopressin-Rezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns zurückzuführen, von denen sie bei den Präriewühlmäusen einen erhöhten Anteil gefunden hätten. Nach dieser Feststellung habe das Team das entsprechende Rezeptor-Gen namens V1aR in das Gehirn der Wiesenwühlmäuse eingeschleust, die daraufhin ihr promiskuitives Verhalten eingestellt hätten und ihrer derzeitigen Mäusedame treu geblieben seien. Die Forscher erhoffen sich durch die Erkenntnisse neue Einblicke, wie Verhaltensweisen auch bei Menschen möglicherweise durch die Aktivität eines einzelnen Gens zustande kommen können.

www.wissenschaft.de, 23.07.04
Torkeln und Lallen
Februar 2004

Ein einziges Gen soll nach Angaben von US-amerikanischen Neurologen für die Wirkung von Alkohol im Körper verantwortlich sein. Sei das so genannte slo-1-Gen verändert, so bleiben Menschen und Tiere selbst dann, wenn sie große Mengen an Alkohol getrunken haben, nüchtern, schreiben die Forscher im Fachmagazin Cell. Für ihre Studien veränderten die Wissenschaftler um Steven McIntire vom Ernest-Gallo-Forschungszentrum in San Francisco das Erbgut von Fadenwürmern. Das betreffende Gen soll für die Weiterleitung von Nervenimpulsen verantwortlich sein und unter Einfluss von Alkohol zu einer Verlangsamung von Nervenaktivitäten führen. Da etwa die Hälfte der zwanzigtausend Gene des Fadenwurms Entsprechungen im menschlichen Genom habe, glauben die Forscher, dass sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen.

Bild der Wissenschaft online, 12.12.03