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Nikotinsucht

ForscherInnen von Universitäten aus Deutschland und den USA haben zwei Gene ausfindig gemacht, die Einfluss auf die Nikotinsucht von Menschen nehmen sollen. Bestimmte Veränderungen des Tryptophan-Hydroxylase (TPH) 1-Gens sorgen bei Veränderungen an einer bestimmten Stelle für verstärkte Zigarrettensucht, so Martin Reuter von der Universität Bonn. Veränderungen am TPH 2-Gen wiederum seien verantwortlich für den Drang, schon früh zur Zigarette zu greifen. Beide DNA-Abschnitte seien auch für die Produktion des Botenstoffs Serotonin verantwortlich, welcher Emotionen und Kognition beeinflusst. Ein Mangel an Serotonin führe zu Depressionen, daher ließe sich ein möglicher Zusammenhang erkennen zwischen der Produktion des Stoffs und der Stärke von Suchtanfälligkeit. Zu dem Schluss, dass Nikotinsucht zu 50-75 Prozent von den Genen abhängig sei, kamen die WissenschaftlerInnen bei einer Genanalyse von rund 4300 Freiwilligen. Reuter räumt allerdings ein, dass Umweltfaktoren einen wesentliche Rolle bei der Auslösung einer Zigarettensucht spielen.

Ärzte Zeitung, 23.11.07