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politische Haltung

In der neuen Ausgabe des Journal of Politics wird ein Ausflug in die Welt der Gene unternommen. Eine ForscherInnengruppe hat 13.000 australische „Kaukasier“ nach ihrer politischen Präferenz im Schema von „konservativ“ bis „liberal“ befragt und die Ergebnisse mit Genkopplungs-Analysen korreliert. Dabei versuchten die ForscherInnen mit 50 kurzen Ja/Nein Statements zu Themen wie Todesstrafe, Fluor im Trinkwasser, Pflanzenheilkunde, Selbstmord und moderner Kunst, das Spektrum soziopolitischer Einstellungen auszuloten und die ProbandInnen einzuteilen. Wie diese Einteilung erfolgte, erfährt man leider auch im Zusatzmaterial nicht, obwohl - oder weil - es sicher mehr über die ForscherInnen als die ProbandInnen mitteilen würde (und wahrscheinlich sehr unterhaltsam wäre). Mit Hilfe eines genomweiten Assoziations-Scans „identifizierten“ die AutorInnen dann vier, selbst nach eigenen Maßstäben nicht signifikante (wohl ein Grund für den Publikationsort), aber mehr oder minder „suggestive“ Bereiche auf Chromosomen. Anschließend machten sie dennoch - mit dem unbedingten Willen zur genetischen Assoziation - Gene aus, die „in der Nähe“ liegen und mit „Wahrnehmung und sozialem Verhalten“ assoziiert seien.
www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1395871

Journal of Politics, Vol. 73, S. 271-85, Januar 2011; Deutschlandradio, 23.02.11.