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Öffentliche DNA-Entnahme beim 14. Europäischen Polizeikongress

Gen-ethisches Netzwerk, Berlin. Eine öffentliche DNA-Entnahme bei den Teilnehmern des 14. Europäischen Polizeikongresses veranstaltete das Gen-ethische Netzwerk () am 16. Februar 2011. Ein überdimensioniertes Wattestäbchen hat die Probensammlung überwacht.

Die Aktion fand zeitgleich zum Treffen der Landesinnenminister im Berliner Congress Centrum am Alexanderplatz in Berlin statt. Die Aktion war Teil der Kampagne "DNA-Sammelwut stoppen!", mit der das auf die wachsenden DNA-Datenbanken deutscher Polizeibehörden und ihre internationale Vernetzung aufmerksam machen will.


Wattestäbchen klärt die Polizei über DNA-Entnahme auf.Wattestäbchen klärt die Polizei über DNA-Entnahme auf.
Ausschnitt aus dem DNA-Entnahme-TeamAusschnitt aus dem DNA-Entnahme-Team

22 Jahre nach der ersten (west)deutschen DNA-Analyse sind heute mehr als 700.000 Personendatensätze und 180.000 Spuren in der nationalen DNA-Analyse-Datei beim Bundeskriminalamt gespeichert. Diese beständig wachsende und hochsensible Datensammlung soll bis zum 26. August 2011 auf der Basis der sogenannten Prüm-Beschlüsse für grenzüberschreitende Datenabgleiche mit den polizeilichen DNA-Datenbanken aller Länder der EU vernetzt werden.
„DNA-Datenbanken funktionieren nach der Logik, so viele Personen wie möglich zu erfassen.“, so Susanne Schultz vom . „Was mit den Daten in Zukunft gemacht wird, ist nicht geklärt. Die dauerhafte Speicherung von DNA-Profilen verletzt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung!“
In den letzten Jahren haben Datenschützer zudem immer wieder darauf hingewiesen, dass bei der Speicherung von DNA-Profilen durch Polizeibehörden regelmäßig rechtliche Befugnisse überschritten werden.

Ab 16 Uhr haben zudem Datenschutz- und Bürgerrechtsgruppen anlässlich des Besuchs der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström beim Europäischen Polizeikongress zu einer Protestkundgebung vor dem bcc aufgerufen. Die Kritik der Bürgerrechtler, Datenschützer und Internetnutzer richtet sich u.a. gegen die mangelhafte Evaluierung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung, die geplanten EU-weiten Internetsperren sowie die elektronische Erfassung und Überwachung von Passagieren (EU PNR) auf internationalen Flügen. Die mit diesen europäischen Kontrollmaßnahmen verbundene Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten bereitet vielen Menschen große Sorgen, da Missbrauch und Ausweitung der ohnehin marginalen Zweckbindung zu befürchten sind.

Rote Ampel für DNA-SammelwutRote Ampel für DNA-Sammelwut

Weitere Informationen zur Kampagne „DNA-Sammelwut stoppen!“ unter: www.fingerwegvonmeinerDNA.de"

Gefördert durch die Stiftung Bridge


Pressekontakt:
Gen-ethisches Netzwerk e.V.
Brunnenstr. 4
10119 Berlin
030 / 685 70 73; 030 / 684 11 83 (Fax)
wattestaebchen@gen-ethisches-netzwerk.de
www.gen-ethisches-netzwerk.de