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AUFRUF JETZT UNTERZEICHEN: Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren? Da machen wir nicht mit, Herr Minister Schmidt!

(Berlin, April 2015) Gentechnik ist out. Deshalb versuchen einige Firmen jetzt, die Manipulation von Erbgut einfach anders zu bezeichnen. Und die Bundesregierung macht mit:
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) stuft ein neues Gentechnik-Verfahren namens RTDS (siehe unten) „nicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ ein, obwohl diese Technik den gesetzlichen Kriterien für gentechnische Verfahren entspricht.

Aus diesem Grund starten 27 Verbände einen gemeinsamen Aufruf an den Minister.

Wenn es bei dieser Einstufung bleibt, können mit der RTDS-Technik gentechnisch veränderte, herbizidresistente Rapspflanzen des Unternehmens Cibus in Deutschland ohne Sicherheitsprüfung, ohne Regulierung und ohne Kennzeichnung zu Versuchszwecken freigesetzt und sogar kommerziell angebaut werden. Diese Entscheidung passt zu den derzeitigen Verhandlungen über das EU-US Freihandels- und Investitionsschutz-Abkommen TTIP: Sie zeigt, wie die Politik im vorauseilenden Gehorsam Investoren-freundliche Regulierungen schafft.

 

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNSEREN AUFRUF!!!

Online: www.gen-ethisches-netzwerk.de/3036

Bitte laden Sie auch die Unterschriften-Liste auf Ihren Rechner, drucken Sie sie aus und schicken Sie sie mit möglichst vielen Unterstützungserklärungen an das Gen-ethische Netzwerk, Brunnenstraße 4, 10119 Berlin. Im Büro des GeN gibt es auch ausgedruckte Listen: Tel.: 030/685 7073, Fax: 030/684 1183 oder gen@gen-ethisches-netzwerk.de

 

Die Unterzeichner dieses Aufrufs fordern Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) auf,

  • den Bescheid, demzufolge der Cibus-Raps nicht als „Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ eingestuft wird, unverzüglich aufzuheben,
  • dafür Sorge zu tragen, dass Pflanzen und Tiere, deren Erbanlagen mit so genannten „neuen Züchtungs-Techniken“ verändert wurden, in der EU einer systematischen Sicherheitsprüfung, Zulassungs- und Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen unterworfen werden,
  • Freisetzung und Anbau dieser neuen gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland zu verhindern,
  • den Anbau von herbizidresistentem Raps generell zu verbieten, um gemäß dem Vorsorgeprinzip der unkontrollierten Ausbreitung einer Pflanze vorzubeugen, die zahlreiche Kreuzungspartner in Kultur- und Wildpflanzen besitzt und deren Samen jahrelang keimfähig sind,
  • sich dafür einzusetzen, dass die EU-Prinzipien für Transparenz und Vorsorge gestärkt und nicht über das geplante EU-US Freihandelsabkommen TTIP Umwelt- und Verbraucherschutzstandards abgesenkt werden.

 

RTDS:

Das von der US-Firma Cibus unter dem Namen „Rapid Trait Development System“ (RTDS) entwickelte Verfahren ist eine so genannte Oligonukleotid-Technologie. Das Erbgut von Pflanzen wird bei dieser Technik durch die Einführung kurzer, synthetischer DNA-Sequenzen in die Zelle verändert. Das Verfahren muss als Gentechnik angesehen werden, denn die EUFreisetzungsrichtlinie 2001/18 definiert „Verfahren, bei denen in einen Organismus direkt Erbgut eingeführt wird, das außerhalb des Organismus zubereitet wurde, einschließlich der Mikroinjektion, Makroinjektion und Mikroverkapselung“ als Gentechnik. Bei diesen neuen Verfahren kann man Risiken nicht ausschließen, es wird nicht einmal im Detail verstanden, was genau beim Eingriff ins Erbgut durch die RTDS-Technik passiert.

 

 

Die am Aufruf beteiligten Verbände:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Aktion GEN-Klage, Bioland, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, Bund Naturschutz, Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Die Bäcker, Bündnis für Gentechnikfreie Landwirtschaft Nds HB HH, FIAN, Gen-ethisches Netzwerk, Gen Au Rheinau, Gentchnikfreie Regionen in Deutschland, Interessengemeinschaft gegen Nachbaugebühren, Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit, Katholische Landvolkbewegung Freiburg, Kein Patent auf Leben!, Kultursaat, Naturland, Sambucus, Sativa, Save Our Seeds, Testbiotech, Umweltinstitut München, Verband katholisches Landvolk, Zukunftsstiftung Landwirtschaft

 

Siehe auch:

Pressemitteilung verschiedener Verbände vom 9. März 2015:

www.gen-ethisches-netzwerk.de/3003

 

Kontakt im GeN:

Christof Potthof, christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de

 

 

Weitere Dokumente auf den Seiten des GeN:
 

  • Keine neuen gentechnischen Verfahren in der Landwirtschaft

(Berlin, 5. November 2014) Gemeinsame Stellungnahme von Verbänden aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Saatgut und Landwirtschaft zum Thema neue Gentechnik-Verfahren.

Pressemitteilung der Verbände vom 5. November 2014

Verbände-Stellungnahme

  • Neue Technologien regulieren!

(Oktober 2014) Beitrag von GeN-Mitarbeiter Christof Potthof im Gen-ethischen Informationsdienst (GID).
www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/226/potthof/neue-technologien-regulier...

  • Neue Technologien

(Juni 2012) Beitrag von GeN-Mitarbeiter Christof Potthof im Gen-ethischen Informationsdienst (GID).
www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/212/potthof/neue-technologien

 

 

AnhangGröße
150423_aufruf_neue_gentechnik-verfahren.pdf731.83 KB