Genome Editing

Genome Editing bezeichnet neue molekularbiologische Verfahren, mit denen gezielt Veränderungen in DNA-Sequenzen vorgenommen werden sollen, um Eigenschaften von Menschen, Tieren und Pflanzen zu beeinflussen. Mit den neuen Verfahren ist das Versprechen verbunden, dass einzelne Sequenzen des Genoms - anders als bei klassischen Gentechnik-Verfahren - präzise „umgeschrieben“ würden.

In der Landwirtschaft dienen die neuen Verfahren zum Anlass, Gentechnik umzudefinieren. In der medizinischen Anwendung befeuern die neuen Verfahren alte Machbarkeitsfantasien über die mögliche Eliminierung genetisch bedingter Krankheiten.

Beiträge zu diesem Thema

  • Neue Verfahren des „genome editing“ sind Gentechnik

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    (Berlin, Hamm, München, 24. September 2015) Heute wird ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das sich mit dem rechtlichen Status neuer Gentechnikverfahren befasst. Es wird vor dem Hintergrund einer für die nächsten Wochen erwarteten Grundsatzentscheidung der EU-Kommission präsentiert. Die Industrie fordert, dass neue Methoden zur Veränderung des Erbguts von Pflanzen und Tieren nicht als Gentechnik einzustufen und so von der Registrierung, Risikoprüfung und Kennzeichnung auszunehmen sind. Nach Ansicht vieler Nichtregierungsorganisationen fallen diese neuen Verfahren klar in den Anwendungsbereich der EU-Gentechnikgesetze.

  • Cibus-Raps (nicht) verhindert

    Christof Potthof , 8. September 2015

    Der gentechnisch veränderte RTDS-Raps der Firma Cibus wird in Deutschland in diesem Jahr nicht auf die Felder kommen. Das verhindert ein Gerichtsverfahren. Für Großbritannien und Schweden kommt dies zu spät.

  • EU-Kommission untersagt unkontrollierte Freisetzung von Gentechnik-Raps der Firma CIBUS

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    (Berlin, Hamm und München, 26. Juni 2015) Die EU-Kommission stellt in einem aktuellen Schreiben an die Behörden der EU-Mitgliedsstaaten klar, dass ein umstrittener Bescheid des Bundesamtes für Verbraucher­schutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zum Gentechnik-Raps der US-Firma Cibus nicht umgesetzt werden darf. Noch im Februar hatte das BVL der Firma Cibus versichert, dass ihr Raps nicht dem Gentechnikgesetz unterliege und daher ab sofort ohne Genehmi­gungs­verfahren und ohne Kennzeichnung freigesetzt werden dürfe. Der Raps wurde mithilfe sogenannter Oligonukleotide, kurzer synthetischer DNA-Sequenzen, genetisch verändert.

  • Breites zivilgesellschaftliches Bündnis fordert: Keine Gentechnik durch die Hintertür

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    (München, Hamm, Berlin, 12. Juni 2015) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat der US-amerikanischen Firma Cibus bescheinigt, dass der von ihr entwickelte herbizidresistente Raps als konventionelle Züchtung einzustufen sei. Obwohl die Pflanzen mit einer neuen gentechnischen Methode produziert wurden, hat das BVL dem Unternehmen damit einen Freifahrtschein für die Aussaat in Deutschland erteilt.

  • AUFRUF JETZT UNTERZEICHEN: Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren? Da machen wir nicht mit, Herr Minister Schmidt!

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    (Mai 2015) Im April starteten 27 Verbände einen gemeinsamen Aufruf an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Der Minister hatte im Februar ein neues Gentechnik-Verfahren namens RTDS „nicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ eingestuft, obwohl diese Technik den gesetzlichen Kriterien für gentechnische Verfahren entspricht. [UPDATES: Pressemitteilungen v. 12. Juni, vom 26. Juni und vom 24. September 2015]

     

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