Polizeiliche DNA-Analyse

Anwält*innenvereinigungen sind sich mit Datenschutzbeauftragten darin einig, dass die Praxis polizeilicher DNA-Erfassung in einem rechtlichen Graubereich stattfindet. Polizeiliche DNA-Datenbanken wachsen und werden international vernetzt. Längst spielen sie nicht nur bei Kapitalverbrechen eine Rolle, sondern auch bei der flächendeckenden präventiven Erfassung von Bagatelldelikten wie Diebstahl.

In Hochzeiten sicherheitspolitischer Aufrüstung kritisiert das GeN die Ausweitung forensischer Analysekompetenzen der Polizei. War bis jetzt nur die Identitätsfeststellung erlaubt, fordern neue Gesetzesentwürfe, dass auch die Identifizierung von Verwandten und „biogeografischer Herkunft“ von Verdächtigen erlaubt sein soll. Und auch die kodierenden Anteile der DNA sollen untersucht werden dürfen. Dies soll Aufschluss über das Aussehen von Verdächtigen geben – und macht dabei ganze Bevölkerungsgruppen zu Verdächtigen.

 

Beiträge zu diesem Thema

  • "Falsche Sicherheitsversprechen"

    Von
    GeN ,

    In einem Artikel des Tagesspiegels kritisiert GeN-Mitarbeiterin Isabelle Bartram die geplante Ausweitung von polizeilichen DNA-Analysen auf Alter, Haar-, Haut- und Augenfarbe von Verdächtigen.

  • Protest gegen die bundesweite Einführung von Erweiterten DNA-Analysen

    Von
    GeN ,

    (Berlin, 20.05.2019) Das Bundeskabinett hat am Mittwoch (15.05.) beschlossen die DNA-Analyse von Alter, Augen-, Haut- und Haarfarbe im Rahmen der baldigen Strafrechtsreform bundesweit einzuführen.

  • Neu: Kostenlose Rechtsberatungsbroschüre

    Von
    GeN ,

    Die Rechtsberatungsbroschüre „Der polizeiliche Zugriff auf DNA-Daten: Strategien der Gegenwehr“ ist jetzt in aktualisierter Form kostenlos bestellbar.

  • Rechtsberatung polizeiliche DNA-Analysen

    Von
    GeN ,

    Die Rechtsberatungsbroschüre „Der polizeiliche Zugriff auf DNA-Daten: Strategien der Gegenwehr“ ist jetzt in aktualisierter Form kostenlos als PDF erhältlich.

  • „Genetisches Phantombild“?

    Von
    GeN ,

    Vortrag und Diskussion am 14.11.2018: Die rechtsmedizinische Forschung arbeitet schon länger an der Vorhersage von Merkmalen von Menschen anhand ihrer DNA, die über eine reine Identitätsfeststellung hinausgeht. Zukünftig soll es Ermittler*innen erlaubt sein, aus der DNA einer unbekannten Person deren Aussehen, ihre vermeintliche „biogeografischen Herkunft“ und ihr Alter vorherzusagen.