Film & Diskussion: Kontinuitäten von Eugenik und Genetik

Am 14. März zeigt das GeN den Dokumentarfilm „A Dangerous Idea". Er verfolgt die Geschichte von eugenischen Sterilisationsprogrammen, pseudowissenschaftlichen „Rasse"theorien und dem Wettlauf um die Entschlüsselung der genetischen Sequenz. Dabei kommen nicht nur Expert*innen aus den Naturwissenschaften, der Soziologie und Politik zu Wort, sondern auch direkt Betroffene von Zwangssterilisationen.

Ein Bild aus dem Film "A Dangerous Idea" das Mitglieder der Eugenik-Bewegung bei einer Konferenz darstellt.

(c) Bullfrog Films

Die rassistische und behindertenfeindliche Eugenik-Bewegung hat ihre Hochzeit hinter sich. Doch die Idee, dass Menschen aufgrund von biologischen Eigenschaften unterscheidbar seien und einige weniger Anspruch auf Lebens- und Grundrechte haben als andere, ist noch lange nicht tot. Im Gegenteil – der Glauben an einen genetischen Determinismus ist sowohl in der Wissenschaft als auch der Gesellschaft immer noch populär, wie neuste populationsgenetische Studien und deren unkritische mediale Rezeption zeigen. Auch linke und feministische Strömungen waren und sind nicht gefeit vor diesen Determinismen.

Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) verfolgt seit Jahrzehnten die Konzentration der Forschung auf das Molekül DNA, die den Einfluss von Umwelt und komplexen sozialen Interaktionen auf die Entwicklung von Menschen und Gesellschaften unsichtbar macht. Anschließend an das Filmscreening soll der neue Gen-ethische Informationsdienst (GID) zum Thema genetischer Big-Data-Gesundheitsforschung kurz vorgestellt werden und die im Film und Zeitschrift angesprochenen Themen mit dem Publikum diskutiert werden.

A Dangerous Idea: Eugenics, Genetics and the American Dream. Stephanie Welch, Bullfrog Films, 106 Minuten, Englisch (OV mit engl. UT)

14. März 2019 um 19:00 Uhr
Aquarium, Skalitzer Str. 6, Berlin-Kreuzberg | berollbar | veganes Buffet & Getränke | kostenlos  / Spende

 

 

Gen-ethisches Netzwerk e.V.

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12. Februar 2019