Reprotechnologien

Eizellen„-spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche  Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind - diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • 40 Jahre künstliche Befruchtung

    Von Kirsten Achtelik ,

    Am 25. Juli dieses Jahres jährt sich zum 40. Mal die erste erfolgreiche In-vitro-Fertilisation (IVF) am Menschen. Seitdem sind der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE) zufolge mehr als acht Millionen Babys nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Welt gekommen.

  • Reproduktion und Selektion

    Von Jonas Rüppel, Thomas Lemke , 21. Februar 2018

    Eine Literaturstudie zu den gesellschaftlichen Implikationen der Präimplantationsdiagnostik.

  • „Eklatanter Reformbedarf“

    Von Interview mit Prof. Dr. Maria Wersig , 18. Dezember 2017

    Beim 42. Bundeskongress des Deutschen Juristinnenbundes (djb) im September ging es um kontrovers diskutierte Themen wie „Leihmutterschaft“, die Regulierung von Samen- und Eizell“spende“ und den Zugang zu Reproduktionstechnologien. Die  Debatten drehten sich um die konkrete Bedeutung reproduktiver Rechte. In der nächsten Legislaturperiode wird es voraussichtlich Diskussionen um ein Fortpflanzungsmedizingesetz geben, in denen eine feministische, kritische Perspektive möglicherweise entscheidend sein kann.

  • Die kapitalisierte Eizelle

    Von Elisabeth Neumann , 18. Dezember 2017

    Anknüpfend an die verschiedenen feministischen Positionierungen zu Reproduktionstechnologien im  Schwerpunkt des letzten GID soll hier ein weiterer bioökonomischer Aspekt analysiert werden.

  • Unabgeschlossene Verhältnisse

    Von Ulrike Baureithel , 8. September 2017

    Über Eizell„spende“ wird auch in Deutschland zunehmend diskutiert. Ist sie nur altruistisch? Was bedeutet die Abgabe dieser Zellen im Spannungsfeld zwischen Gabentausch und Markt? (pdf)