Materialien

PND: Wie Beteiligung organisieren?

Eine neue Broschüre stellt die Ergebnisse der Studie „Partizipation in technisch-gesellschaftlichen Innovationsprozessen mit fragmentierter Verantwortung am Beispiel der nicht-invasiven Pränataldiagnostik“ knapp und verständlich dar. Die Autor*innen Sabine Könninger und Kathrin Braun gehen der Frage nach, ob die Einführung der pränatalen Bluttests auf Trisomien von gesellschaftlichen Debatten begleitet war und wer sich daran beteiligen konnte.

➤ Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW), Download: www.imew.de oder www.kurzlink.de/gid247_a.

Schwerpunkt zu Pränatal­diagnostik

Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift des Berufs- und Fachverbandes Heilpädagogik heilpaedagogik.de enthält einen Schwerpunkt zu Pränataldiagnostik. Darin werden die berufsethischen Herausforderungen für die Heilpädagogik beleuchtet und die GeN-Mitarbeiterin Kirsten Achtelik wirft einen umfassenden kritischen Blick auf die Pränataldiagnostik. Die Ausführungen von Marita Klippel-Heidekrüger zur pränatalen Prägung und Traumatisierung sind jedoch kritisch zu sehen. Alle Artikel werden durch Übersetzungen in leichte Sprache begleitet.

➤ Die Ausgabe 4/2018 kann für 6,50 Euro bestellt werden unter www.bhpverlag.de > BHP Fachzeitschrift.

Gene und Rassismus

Die American Society of Human Genetics (ASHG) verurteilt die Nutzung genetischer Konzepte um rassistischen Ansichten und weißen Überlegenheitsvorstellungen („white supremacy“) Vorschub zu leisten. Sie betont, dass ein genetisches Rassenmodell nicht haltbar sei, „race“ vielmehr ein soziales Konstrukt sei. Die Gesellschaft warnt vor dem Anwachsen rassistischer Gruppen und ermutigt ihre Mitglieder sich diesen Tendenzen entgegenzustellen.

➤ Das Statement auf Englisch unter www.cell.com und doi: 10.1016/j.ajhg.2018.10.011.

Argumentationshilfen

Die IG Saatgut hat zwei neue Broschüren herausgebracht, die einen kritischen Blick auf Gentechnik in der Landwirtschaft werfen. Die Broschüre „Schöne neue Gentechnik?!“ stellt die alten und neuen Gentechnikverfahren vor und widmet sich einigen Argumenten für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Die Broschüre „Präzise, sicher und unentbehrlich?!“ antwortet auf häufig genutzte Argumente von Befürworter*innen der neuen Gentechnikverfahren. Beide Broschüren richten sich an eine breite Öffentlichkeit, erfordern wenig Vorwissen und beinhalten anschauliche Grafiken und Bilder.

➤ IG Saatgut: „Schöne Neue Gentechnik?! Eine Informationsbroschüre zum Einsteigen und Auffrischen“ und „Präzise, sicher und unentbehrlich?! Die Argumente der Befürworter*innen der neuen Gentechnik im Faktencheck“. Download: www.gentechnikfreie-saat.org > Informationen oder www.kurzlink.de/gid247_c und www.kurzlink.de/gid247_d.

DFG zur Synthetischen Biologie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine „Standortbestimmung“ zur Synthetischen Biologie veröffentlicht, in der sie ihre Perspektive auf Forschung und Entwicklung, ergänzt um gesellschaftliche Aspekte, darstellt.

➤ DFG: Synthetische Biologie – Standortbestimmung. Deutsch/Englisch, 60 Seiten, Download: www.dfg.de.

Anbau gentechnisch veränderter Soja in Südamerika

Die Nichtregierungsorganisationen Testbiotech und Germanwatch haben einen Bericht über den aktuellen Stand des Anbaus gentechnisch veränderter Soja in Südamerika veröffentlicht. Besondere Berücksichtigung finden die Themen Flächenverbrauch, Pestizideinsatz und die Folgen für die globalen Ziele der Vereinten Nationen für die nachhaltige Entwicklung.

➤ Testbiotech: Gentechnik-Soja in Südamerika. 31 Seiten, Download: www.testbiotech.de.

Gene Editing in der Landwirtschaft

Die Verfahren des Gene Editing werden auch an Pflanzen eingesetzt, die in der Landwirtschaft genutzt werden. Wie weit diese Entwicklung fortgeschritten ist, zeigt ein Bericht des Umweltverbandes Friends of the Earth. An Beispielen wird dargestellt, welche Art von unerwarteten Effekten auftreten und welche Risiken mit den neuen Techniken verbunden sind.

➤ Cotter, Janet/Perls, Dana: Gene-edited organisms in agriculture: Risks and unexpected consequences. Englisch, 29 Seiten, Download: www.foe.org > Resources.

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Energieeffizienter, billiger, nachhaltiger – kurz: besser soll die Landwirtschaft durch Digitalisierung werden. Eine Studie der ETC Group betrachtet diese Versprechen kritisch. Die Agierenden und deren Hard- und Software-Lösungen werden analysiert, die möglichen Auswirkungen auf kleinbäuerliche Betriebe und Arbeitnehmer*innen entlang der Wertschöpfungskette aufgezeichnet und Alternativen vorgestellt.

➤ ETC Group: Blocking the chain – Konzernmacht und Big-Data-Plattformen im globalen Ernährungssystem. Deutsch/Englisch, 44 Seiten, Download: www.etcgroup.org/content/blocking-chain oder www.rosalux.de > Publikationen.

ETC: Gene Drives

Die international arbeitende Nichtregierungsorganisation ETC Group hat mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung einen Bericht über sogenannte Gene Drives veröffentlicht. Damit werden molekularbiologische Systeme bezeichnet, die dazu führen können, dass bestimmte Eigenschaften mit einer – gegenüber der natürlichen Vererbung – erhöhten Wahrscheinlichkeit an die nächste Generation weitergegeben werden. Im Zentrum stehen die Erklärung dieser neuen Art von gentechnisch veränderten Organismen, die mit ihrer möglichen Verbreitung verbundenen Risiken, die Darstellung der Akteure in diesem Feld und die politischen Institutionen, in denen über die Regulierung dieser Gene Drive-Organismen diskutiert wird.

➤ ETC Group: Forcing the Farm. How Gene Drive Organisms Could Entrench Industrial Agriculture and Threaten Food Sovereignty. Englisch, 38 Seiten, Download: www.etcgroup.org/content/forcing-farm.

Empfehlungen zur Neu­geborenen-Sequenzierung

Die Preise für Gensequenzierung sind rapide gefallen, was die Sequenzierung aller Neugeborenen ermöglichen könnte. Der Hastings Center Report warnt vor voreiligem Optimismus. Er empfiehlt eine zielgerichtete Genomanalyse nur bei Kindern mit Symptomen, die anders nicht zu diagnostizieren sind. Das Genom aller Neugeborenen zu analysieren sei eher schädlich als hilfreich, da zu viele Daten unklarer Qualität entstünden, die die Familien eher belasten als sie mit hilfreichen Informationen versorgen würden.

➤ The Hastings Center: The Ethics of Sequencing Newborns: Reflections and Recommendations. Volume 48, Issue S2, Supplement, July/August 2018, Englisch, Download: www.onlinelibrary.wiley.com oder doi: 10.1002/hast.874.

Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie

Die Europäische Umweltagentur hat einen Bericht über das Verhältnis von zwei europäischen Politiken veröffentlicht, denen Potentiale zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der EU zugeschrieben werden: Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Stellenweise beziehen diese Strategien auch biotechnologische Verfahren mit ein.

➤ European Environmental Agency: The circular economy and the bioeconomy – Partners in Sustainability. EEA Report No 8/2018, Englisch, 64 Seiten, Download: www.eea.europa.eu > Publications.

GID-Redaktion

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
247
vom November 2018
Seite 38 - 39