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Kontextualisierter Pharmaskandal

Das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan galt Ende der 1950er-Jahre als besonders schonend für Schwangere – heute denkt man an den größten Pharmaskandal der neueren deutschen Geschichte. Seine Einnahme führte zu ungezählten Fehlgeburten und bei vielen Kindern zu teilweise gravierenden körperlichen Beeinträchtigungen. Der Herstellerkonzern Grünenthal hat das Mittel erst spät vom Markt genommen und ist seiner Verantwortung bis heute nicht nachgekommen. Der Sammelband spürt diesem sozialen wie kulturellen Kontext des Skandals nach. Dabei werden verschiedene Problemfelder ausgeleuchtet: von der pharmazeutischen Sphäre und der medizinischen Wissenschaft über die Konsumgesellschaft bis hin zu den staatlichen Kontrollorganen und rechtlichen Grundlagen.

➤ Großbölting, Thomas; Lenhard-Schramm, Niklas (Hg.): Contergan. Hintergründe und Folgen eines Arzneimittel-Skandals. Vandenhoeck & Ruprecht (2017), 221 Seiten, 50 Euro, ISBN-13 978-3-52530-183-8.

GID-Redaktion

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Erschienen in
GID-Ausgabe
247
vom November 2018
Seite 37