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Detlef Bartsch

Stand: Mai 2008 (einzelne Ergänzungen April 2011)

Studium & wissenschaftliche Arbeit

Studium der Biologie, Uni Göttingen.
1990: Dissertation zum Thema Pflanzenökologie an der Uni Göttingen.
1990 - 1992: Postdoc TU Berlin, Ökosystemforschung und Vegetationskunde bei Prof. Sukopp (ZKBS-Mitglied 1990-2006).
1992 - 1997: Research Fellow RWTH Aachen,
1997 - 1998: Research Fellow UCR, Prof. Ellstrand
Teilnahme an BMBF-Projekten zur Biologischen Sicherheitsforschung.

RWTH Aachen

Bis zu seiner Emeritierung leitete Prof. Ingolf Schuphan den Bereich Biologie - Umweltforschung. Hier führte Bartsch als wissenschaftlicher Mitarbeiter von 1992 -2000 Freilandversuch mit gv-Zuckerüben der Firma KWS durch. Schuphan war Leiter verschiedener BMBF-Projekte zur Biologischen Sicherheitsforschung. Seit 1998 ist Bartsch Privatdozent an der RWTH und blieb dies als er 2003 am RKI angestellt wurde.
Mit Wissenschaftlern der RWTH publiziert Bartsch Artikel, die im Zusammenhang mit Risikoforschung und BMBF-Projekten entstanden sind und betreut Doktorarbeiten im Themenbereich Ökologie und Gentechnik.
2007 wurde ihm von der RWTH der Titel Professor verliehen.

aktuelle Position

Zwischen 2003 und 2010 arbeitete Bartsch beim RKI unter Hans-Jörg Buhk und wechselte 2004 mit ihm zum BVL infolge von Umstrukturierungen. Bartsch ist Leiter des Referats 404 Koexistenz, GVO-Monitoring sowie Stellvertreter von Buhk als Leiter der Referatsgruppe Gentechnik.
2006 folgte sein RWTH-Kollege Gathmann ebenfalls ans BVL.
Seit 2010: bisher ist von außen betrachtet ungeklärt, wer die Leitung der Abteilung Gentechnik aktuell (April 2011) innehat - möglicherweise ist Bartsch derzeit (nach der Versetzung von Hans-Jörg Buhk in Bundeslandwirtschaftsministerium) kommissarischer Leiter.

Mitglied in Kommission & Arbeitsgruppen

2003 - 12: Mitglied des EFSA-GMO-Panel; 2006 - 2007 Mitglied der EFSA-Arbeitsgruppen „Guidance for assessments of GMPs non-food/feed“ und „Applications – Environment“. Als Mitglied des GMO-Panels war er bei der EFSA Entwicklung von Monitoringkonzepten. In Deutschland ist er Mitglied der BBA-Arbeitsgruppe Anbaubegleitendes Monitoring, die u.a. Monitoringfragebögen für Landwirte ausgearbeitet hat.
Bartsch ist Gutachter für Studien zur Biologischen Sicherheit, die durch deutsche Ministerien, das US-Landwirtschaftsministerium sowie das Schweizer Nationale Forschungsprogramm 59 finanziert werden.

Teilnahme an Forschungsprojekten

1992 - 2000: Ökologische Untersuchungen zu möglichen Umweltrisiken gentechnisch veränderter virusresistenter Zuckerrüben an der RWTH Aachen.
1999 - 2002: Ökologische Auswirkungen von insektenresistentem Bt-Mais auf verschiedene Insekten und den Maiszünsler an der RWTH Aachen.
1999 - 2004: AIGM - Assessment of the impacts of genetically modified plants.
2000 - 2003: Monitoring von transgenen Eigenschaften (Herbizid-, Virus-, Nematoden- und Pilzresistenz) in Unkraut- und Wildrübenan der RWTH Aachen.
2001 - 2004: VRTP-IMPACT - Virus-resistant transgenic plants:ecological impact of gene flow.
2004 - 2007:
SIGEMA.
2006 - 2009: Mitglied des Projektmanagementkommittees des EU-Projekts TRANSCONTAINER zur Entwicklung von Terminator-GVOs

Publikationen (Auswahl)

Romeis J, Bartsch D et al. (2008): Assessment of risk of insect-resistant transgenic crops to nontarget arthropods. Nature Biotechnology 26: 203-208. (Bartsch: BVL)
Bartsch D & Gathmann A (2006): National coordination of GMO monitoring – a concept for Germany. Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 1 (Sup. 1): 45-48. (Bartsch, Gathmann: BVL)
Gathmann A. Wirooks L, Hothorn LA, Bartsch D & Schuphan I (2006): Impact of Bt maize pollen (MON810) on lepidopteran larvae living on accompanying weeds Molecular Ecology 15: 2677-2685. (Gathmann, Bartsch, Schuphan: RWTH Aachen)
Saeglitz C, Bartsch D, Eber S, Gathmann A, Presnitz KU & Schuphan I (2006): Monitorig the Cry1Ab suspectibility of European corn borer in Germany. Jornal of Economic Entomology 99: 1768-1773. (Bartsch, Gathmann: BVL; alle anderen Autoren: RWTH Aachen; finanziert durch BMBF Grant 0312175).
Bartsch D, Dietz-Pfeilstetter A, König R, Schuphan I, Smalla K & Wackernagel W (1999): Wissenschaftliche Begleitung von Freilandversuchen mit Rhizomania-resistenten Zuckerrüben. BMBF-Statusseminar, Braunschweig 1999, 65-76. (Bartsch, Schuphan: RWTH Aachen)

Mitglied in / Teilnahme an Lobby-Organisationen

Bartsch ist Mitglied der Lobbyorganisation EFB und dort möglicherweise seit 2002 im Interim-Vorstand der EFB-Sektion Biodiversität unter Klaus Ammann (doc, pdf).
Er ist Mitglied der ISBR, dessen Präsident Joachim Schiemann ist.
Als Mitglied des IOBC/WPRS ist er einer der Ko-Autoren der aktuellen Publikation zum Tiered Approach als Grundlage der Risikoabschätzung von Effekten auf Nicht-Zielorganismen (2008). (Romeis et al. 2008)
1997 initiiert Bartsch die "Aachen-Initiative"; 2000 starteten Bartsch und Schuphan einen Aufruf Nicht die ökologischen Vorteile der grünen Gentechnik vernachlässigen.
2002 trat er im Werbevideo der Gentechnikindustrie „Das streitbare Korn“ auf.
Bartsch ist außerdem Mitglied der Gesellschaft für Pflanzenzüchtung, die u.a. durch BASF und den Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter gefördert wird.
2004 agiert Bartsch (mit Hinweis auf seine Position beim RKI) als Reviewer eines Berichts (p.4), den Klaus Ammann mit Finanzierung von Monsanto schreibt.

direkte und indirekte Beteiligung an Genehmigungsverfahren für GVO

In Deutschland ist Bartsch als Vertreter der BVL, der Bundesoberbehörde für die Genehmigung von Freisetzungen von GVO u.a., verantwortlich für die Genehmigung von Monitoringplänen.
Auf EU-Ebene ist er als Mitglied der EFSA ebenfalls verantwortlich für die Beurteilung von GVOs sowie für die Beurteilung von möglichen Einwänden von Mitgliedsstaaten.
In Deutschland ist Bartsch außerdem eng verbunden mit Wissenschaftlern der RWTH Aachen, die v.a. durch das BMBF finanzierte Forschungsprojekte zu Umwelteffekten von GVO durchführen, auf die er sich als BVL-Vertreter wiederum bezieht.

Weiteres/Zitate:

Bereits 1995 erklärt Bartsch: „Es geht schon lange nicht mehr darum, ob wir die Gentechnik wollen oder nicht. Es geht vielmehr darum, wie wir sie wollen.“
2006, in einem Interview mit biosicherheit.de beschreibt Bartsch MON810 als „sicheres Produkt“: „Die Ergebnisse aus der BMBF-Sicherheitsforschung zu MON810 sind dem BVL bekannt. Nach Auffassung des BVL geben sie keinen Anlass für eine Neubewertung.“