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Meldungen des Monats

2. Juni 2008 Christoph Schulz

Laut "Forensic Science International" haben US-Forscher DNA aus Hausstaub isoliert. Zwar ließe sich kein individueller genetischer Fingerabdruck erstellen, da die Gene mehrer Menschen gefunden worden seien, dennoch könne die Technik neue Methoden der Tatortanalyse eröffnen. Weitere Forschung könne nicht nur die DNA einzelnen Individuen zuzuordnen, sondern auch die letzte Aufenthaltszeit Verdächtiger am Tatort bestimmen. Da bleiben am Ende keine Fragen offen - außer: Geht es darum, Informationen aus Staub zu gewinnen, oder doch nur Gold aus Müll?

27. Mai 2008 Antje Lorch

"Ein Moratorium gegen Feldversuche mit gentechnisch veränderten Bäumen behindert den Fortschritt in der Forschung für erneuerbare Energie. Ein Moratorium gegen Gv-Bäume gefährdet die Natur und zukünftige Generationen." - so ein Wissenschaftler der Lobbyorganisation PRRI. Während bei der Biodiversitätskonferenz viele Länder, und vor allem die Gruppe der Afrikanischen Länder, für ein Moratorium gegen die Freisetzung von Gentechnikbäumen kämpfen, da es zur Zeit nicht möglich ist eine ausreichende Risikoabschätzung zu machen, sehen manche Wissenschaftler dies völlig anders.

20. Mai 2008 Susanne Schultz

Wissenschaftler an der Stanford University klassifizieren Gene statistisch mit Krankheiten statt sich an Symptomen und physiologischen Messwerten zu orientieren. Die Chance, „exakte, eindeutige und fehlerfreie“ Definitionen zu erstellen, sei bisher einmalig in der Medizingeschichte, das herkömmliche Klassifizierungssystem dagegen bald „altmodisches Zeug“, mit dem man sich vor künftigen Generationen lächerlich mache.
Da so Herzinfarkt und Muskeldystrophie Duchenne zur selben Katergorie gehören, können man doch probieren, ob eins der Herzinfarktmedikamente auch gegen Muskeldystrophie hilft.

13. Mai 2008

Ein europäischer Fußballverein hat den Sportwissenschaftler Henning Wackerhage gebeten, unter jungen Fußballern nach so etwas wie einem „Ronaldo-Gen“ zu suchen. Eine selbst für Genetiker zu bequeme Einschätzung von Sportlern: An einem besonderen Talent, so Wackerhage, seien wohl mindestens 500 Gene beteiligt. Außerdem sei eine kurze Beobachtung auf dem Sportplatz wesentlich aufschlussreicher. Und nicht zu vergessen: Ronaldo trainiert regelmäßig...

6. Mai 2008 Uta Wagenmann

„Nur eine Handvoll Signalwege“ steuere die menschliche Entwicklung „von der Eizelle bis zum ganzen Organismus“, heißt es in einer Ankündigung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin für einen Überblick über 25 Jahre Forschung an einem dieser Signalwege gibt. Der Wnt-Signalweg, der bis in den Zellkern, „die Schaltzentrale der Zelle“ vordringe, sei zwar „noch nicht vollständig verstanden“, aber es seien schon mehr als 100 Gene entdeckt worden, die „eine Rolle übernehmen“. „In den nächsten 25 Jahren“ wolle man „weitere Komponenten“ finden. Ist das eine Handvoll?

29. April 2008 The

Sieben geklonte Hunde haben vergangene Woche in Südkorea ihre Ausbildung zum Drogenspürhund begonnen. Ihre Erbanlagen sollen mit der DNA des erfolgreichen Drogenspürhunds "Chase" identisch sein. Aber nicht nur das - sie hören bisher auch alle auf den selben Namen: "Toppy", abgeleitet von "Tomorrow's Puppies". Die "Welpen der Zukunft" seien leichter abzurichten als ihre auf herkömmliche Weise entstandenen Artgenossen, so der Manager des Projektes, Lim Jae Yong. Wie ein Training von Hunden funktionieren soll, die alle auf denselben Namen hören, ließ er offen. Vermutlich individuelle Einzelabfertigung...

25. April 2008 Antje Lorch

Gute Nachrichten: Nach 4 Jahren hat ein US-Richter endlich die Klage gegen Steven Kurtz vom Critical Art Ensemble wegen Postbetrugs abgewiesen. 2004 hatten das FBI und US-Staatsanwälte erst probiert, die Bakterienkulturen und Labormaterialen, die das CAE in seinen international bekannten Kunst-Installationen benutzt als "Bioterrorismus" zu verfolgen. Als sich dies nicht halten liess, probierten sie stattdessen "Postbetrug" - worauf in den USA immerhin auch einige Jahre Gefängnis stehen können. Ein politisch motivierter Prozess, der nun hoffentlich sein Ende gefunden hat.

23. April 2008 Alexander Schwerin

„Das Gottes-Gen. Warum uns der Glaube im Blut liegt“ - so heißt ein in den USA viel diskutiertes, bereits 2004 erschienenes Buch. Der US-Genetiker Dean Hamer, Mitarbeiter der Gene Structure and Regulation Unit am National Cancer Institute, macht darin einen speziellen Neurotransmitter-Transporter für Spiritualität verantwortlich, den „Vesicular Monoamine Transporter 2“. Da dürfte es nun wohl auch nicht mehr lange dauern, bis das Wissenschafts-Gläubigkeits-Gen gefunden ist...

15. April 2008 Antje Lorch

Der britische Premier Gordon Brown hat in einem Brief an seine G8-KollegInnen darauf hingewiesen, dass die steigende Nachfrage nach Agro-Treibstoffen bereits jetzt zu massiven Preissteigerungen und Hunger führt. Und sein Lösungsvorschlag ist ganz einfach: Nicht etwa eine Reduktion des Ölverbrauchs; Brown setzt auf die Entwicklung geeigneter Gentechnikpflanzen. Klingt das irgendwie bekannt? Oder brauchen wir noch deutlichere Beispiele, dass Hunger keine Frage von "verbesserungswürdigem" Saatgut ist, sondern Verteilungs- und Zugangsproblem?

8. April 2008 Uta Wagenmann

Der frühere Justizsenator von Hamburg Roger Kusch profiliert sich zur Zeit auf dem Euthanasie-Markt durch die Vorstellung einer "Selbsttötungsmaschine". Nachdem ein Arzt eine Kanüle gelegt hat, spritzt das Gerät ein Narkotikum und Kaliumchlorid in die Venen. Weil der Motor der Maschine per Knopfdruck, mithin die Selbsttötung von den Sterbewilligen ohne fremde Hilfe in Gang gesetzt werden könne, sei die Methode vom deutschen Recht gedeckt. Todkranke müssten dann nicht mehr in die Schweiz fahren. Unklar ließ der Ex-Senator, warum ärztliches Kanülenlegen juristisch keine Beihilfe zur Tötung ist.

31. März 2008 Antje Lorch

Wer dachte, dass sich der Bann von Gentech-Mais am besten da machen lässt, wo er eh nicht wächst, darf jetzt erfreulicherweise zugeben, dass er irrt. Rumänien - größter Maisproduzent der EU - hat beschlossen, den Anbau von MON810 zu stoppen. Grund dafür sind allerdings in erster Linie nicht die finanziellen und ökologischen Kosten der umstrittenen Gentech-Maissorte der Firma Monsanto, sondern die Einschätzung, dass sich mit biologisch angebautem Mais mehr Geld verdienen lässt. Gute marktwirtschaftliche Analyse kann man das wohl nennen...

19. März 2008 Uta Wagenmann

Die Ausrottung der Arten sei vergleichbar mit dem "wahllosen Löschen von Dateien aus dem Betriebssystem unseres Planeten." Das jedenfalls meint Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Er startet gerade eine PR-Initative unter dem Titel "Business und Biodiversity", mit der Firmen, deren Umweltstandards schon über den gesetzlichen Vorgaben liegen, dazu bewegt werden sollen, sich öffentlich für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt einzusetzen. Na dann, viel Erfolg beim Datenschützen...