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Meldungen des Monats

8. Juli 2011 Uta Wagenmann

Legitimationskunst. Welche Blüten eine marktförmige Institutionenlandschaft treibt, macht ein Vorstoß des Bundesdatenschutzbeauftragten deutlich: Peter Schaar möchte die Haltung zur Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte speichern. Schaar reagierte mit dem Vorschlag auf die laufende Diskussion um die „Erklärungslösung“. Aus Regierungskreisen wird gefordert, dass jeder sich zur Organspende erklären muss. Die neueste Zumutung der Transplantationslobby mit der Zumutung der potentiellen Überwachungskarte kurieren zu wollen, das ist wirklich keine gute Idee. ...

23. Juni 2011 The

Muttermilch von Kühen? Chinesischen ForscherInnen soll es gelungen sein, Kühe durch einen gentechnischen Eingriff so zu verändern, dass diese „menschliche Muttermilch“ produzieren. Wie der Fernsehsender Sky News berichtet, sei Kuhembryonen „das menschliche Gen zur Muttermilchproduktion“ implantiert worden. Die Milch soll dem menschlichen Vorbild zu 80 Prozent gleichen, stärke das Immunsystem und wirke antibakteriell. Argentinische WissenschaftlerInnen versuchen Ähnliches auf anderem Wege: Sie haben ...

20. Juni 2011

Ausbau von Überwachungstechniken Im Zusammenhang mit Protesten gegen eine Nazidemonstration am 19. Februar soll die Dresdner Polizei eine weiträumige Überwachung von Handyverbindungen durchgeführt haben. Dies wurde von der örtlichen Staatsanwaltschaft gegenüber der taz bestätigt. Bei der so genannten Funkzellenauswertung (FZA) wurden die Gesprächs- und Bewegungsprofile von Tausenden über einen Zeitraum von mindestens viereinhalb Stunden gespeichert. (weiter ...)

9. Juni 2011

Gentest für Sportwunder. Eine amerikanische Biotechnologie-Firma hat einen Gentest, der angeblich athletische Fähigkeiten ermittelt, auf den Markt gebracht. Sports X Factor nennt sich das Produkt und verspricht Informationen über sportliche Stärken und Gesundheits-Risiken. Die Zielgruppe des Tests sind unter anderem Eltern, die ihre Kinder zu Leistungssportlern heranziehen wollen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat den Anbieter aufgefordert, die wissenschaftlichen Grundlagen des Tests offenzulegen. Die sind nämlich recht dürftig: Sportliche Fähigkeiten sollen anhand von sechs Genorten ablesbar sein!

24. Mai 2011 Christof Potthof

Monsanto versagt bei trockentolerantem Mais. Die New York Times berichtet über die bevorstehende Zulassung von einer gentechnisch veränderten Maissorte, die der Gentech-Branchenprimus Monsanto in den USA entwickelt hatte. Übrigens scheinbar mit Unterstützung des deutschen Chemie-Konzerns BASF, der sich seit einiger Zeit im Bereich der Agro-Gentechnik zunehmend engagiert. Das könnten die beiden Partner als Erfolg werten. Was den beiden allerdings die Feier vermiest ...

15. Mai 2011 Susanne Schultz

Information à la Volkszählung. Eine fehlerhafte Berichterstattung wirft das Aktionsbündnis Zensus11 den Fernsehanstalten vor. Die Berichte unterschlagen die Komplettdatenerfassung von Menschen, die in Anstalten leben - im Knast, in der Psychiatrie, in Behinderteneinrichtungen, Altersheimen, Frauenhäusern oder Obdachlosenunterkünften. Diese als „Sonderbereiche“ zusammengefassten Gruppen sind der dritte Erfassungsbereich - neben den 10 Prozent repräsentativ erfassten „NormalbürgerInnen“ und den ImmobilienbesitzerInnen. Noch ein Grund, die Datenerfassung zu boykottieren! (weiteres siehe: http://zensus11.de/)

4. Mai 2011

Du isst, was Du bist, was Du isst, was Du bist, ... Kaum eine Lebensphase ist von besserwisserischen Ratschlägen so gepflastert wie die Schwangerschaft: viel Eiweiß, aber kein blauer Käse, Vitamine, Eisenspiegel regelmäßig überprüfen, keine Katzen... Jetzt hagelt es zudem neue Studien, welche das Essverhalten der Schwangeren mit dem genetisch bedingten Risiko des Kindes für bestimmte Krankheiten oder Eigenschaften in Verbindung bringen. Was eine werdende Mutter isst, könne das spätere Gewicht des Kinds beeinflussen – dies wollen jedenfalls britische Forscher von der Universität Southhampton herausgefunden haben. (weiter ...)

13. April 2011

Alphamännchen qua DNA. Es ist erstaunlich, welche Wahrheiten immer noch in den Genen vermutet werden: Die Schweizer Zeitung 20min schickte fünf Jungpolitiker zum Gen-Test. Das Ergebnis: Zwei von ihnen sind „aufgrund ihrer DNA Kämpfertypen“ und erklären stolz, schon als Teenager geboxt zu haben. Durchgeführt wurde der Test, der das „Warrior Gen“ nachweisen soll, vom Schweizer Unternehmen iGenea. Auf ihrer Internetseite wirbt die Firma mit dem Foto eines maskulin-seriös blickenden Mannes in Nadelstreifen und - um ganz sicher zu gehen, dass die Botschaft ankommt – dem Bild eines Gladiatoren mit erhobenem Schwert. mehr…

30. März 2011

„Direct-to-Consumer“ Gentests im Visier der US-Aufsichtsbehörde. Kommt jetzt die stärkere Regulation von frei verkäuflichen Gentests in den USA? Die „Food and Drug Administration“ (FDA) hält im Moment Anhörungen ab um zu entscheiden, wie zukünftig mit den sogenannten Direct-to-Consumer (DTC) Gentests umgegangen werden soll. Man spuckt in ein Röhrchen, sendet die Probe ein und erhält das genetische „Urteil“ per Post oder eMail: Eine individuelle Risikoanalyse u.a. für Herzinfarkt, Krebs und andere Erkrankungen für die genetische „Assoziationen“ publiziert wurden. Es ist fraglich, ob das Prozedere so bleiben wird....

11. März 2011 Christof Potthof

Angriff auf das Saatgut. Die Bundesregierung soll aufgefordert werden, eine „für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung für die Nulltoleranz bei Saatgut baldmöglichst zu definieren“. Die Bundesländer Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wollen in der nächsten Sitzung des Bundesrates am 18. März mit diesem Gewaber gentechnische Verunreinigungen im Saatgut legitimieren. Saveourseeds und Campact organisieren die Eilaktionen. Informationen dazu natürlich auch beim GeN.

4. März 2011 Christof Potthof

Bürgerdialog Zukunftstechnologien. So nennt Annette Schavan ihre neue Wunderwaffe gegen mein „Missbehagen‟ über den „Zustand der parlamentarischen Demokratie in unserem Land‟, meine „Abkehr vom Fortschrittsglauben‟ und meine zunehmende „Individualisierung‟. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung hat sich in Google-Philosophie schlau gemacht (cloud-irgendwas) und spricht jetzt von der „Weisheit der vielen‟.

22. Februar 2011 Alexander Schwerin

Was sind die Konsequenzen eines "technischen Durchbruchs"? Die alten Eugeniker würden frohlocken: Ein Forscherteam aus Hongkong meldet, ihnen ist es gelungen, eine zuverlässige Diagnostik auf Down-Syndrom zu entwickeln, bei der man nur das mütterliche Blut braucht. Man muss sich nichts vormachen: Der derzeit herrschende Testautomatismus wird dazu führen, dass nahezu jede Schwangere einen solchen nicht invasiven Test nutzen wird. Und machen wir uns ebenfalls keine Illusion: Die Krankenkassen werden gerne die Kosten für einen solchen Test übernehmen. Wer stellt sich noch gegen die Eugenik des 21. Jahrhundert?