Jump to Navigation

Meldungen des Monats

31. August 2010 Alexander Schwerin

Genetischer Fingerabdruck im Biologie-Unterricht. Ganz nach dem Motto „Früh übt sich“ sollen SchülerInnen jetzt ihre DNA selber analysieren. In der Didaktik der Biowissenschaften an der Frankfurter Universität wurde hierfür ein Experimentierkoffer für den Schulunterricht entwickelt, der das notwendige enthält. Die SchülerInnen erfahren, wie sie DNA aus Zellen der Mundschleimhaut isolieren, DNA-Fragmente mithilfe der Gelelektrophorese trennen und wie ein genetischer Fingerabdruck nachgewiesen wird. Diese praktische Veralltäglichung der DNA-Datenerfassung hat unter anderem die Firma Merck unterstützt. Doch wo bleibt die Ethik?

20. August 2010 Alexander Schwerin

Die eugenische Logik der Qualitätssicherung. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln hat ein Gutachten zur Pränataldiagnostik vorgelegt. Kernaussage: Wenn Schwangere die regulären Ultraschalluntersuchungen beim niedergelassenen Frauenarzt wahrnehmen, wird „nur“ ein Drittel aller „Fehlbildungen“ erkannt, in High-tech-Pränatalzentren dagegen 90%. Schon werden Stimmen laut, alle Schwangere müssten in den Genuss der High-tech-Diagnostik kommen. Die Dynamik der „Qualitätssicherung“ heißt also Ausbau und Normalisierung der Eugenik. Die Änderung der „Mutterschaftsrichtlinien“ (mehr...)

9. August 2010 Alexander Schwerin

Im Sommertheater. Gezeigt wird: „Gentechnikanbau auf den Äckern oder nicht?“, heute: Folge 15: „Ränkeschmiede im Sommerloch“. In den Hauptrollen: DIE EU, Ilse (Ilse Aigner), Populismus-Horst (Horst Seehofer), Gentechnik-Angela (Angela Merkel), Umwelt-Söder (Markus Söder). Plot: Nach der Ankündigung von DIE EU, die Einzelstaaten über den Gentechnikanbau entscheiden zu lassen, will Populismus-Horst seine Beliebtheit mit einem Gentechnikverbot aufpolieren und schickt Umwelt-Söder vor. Gentechnik-Angela will aber 1 Entscheidung von DER EU. Schöner Mist, denkt Ilse, ich sitz zwischen den Stühlen. (Wie Ilse den Spagat macht, lesen Sie in Folge 16.)

28. Juli 2010 Christof Potthof

Zu früh freute sich Pioneer: Der Saatgutkonzern bestreitet seit Wochen, dass es gentechnische Kontaminationen mit der Pioneer-Linie NK603 in konventionellem Mais-Saatgut gab. Nun hat ein Bauer in Hessen seinen Acker, der im Verdacht stand eben jenem Saatgut ein neues Zuhause geworden zu sein, mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Einige Pflanzen blieben stehen und wurden von der Gentechnik-Abteilung des Regierungspräsidiums Gießen untersucht. Damit ist jetzt klar: Konventionelle Pioneer-Sorten sind kontaminiert mit gentechnisch veränderten Sorten der Linie NK603 von Pioneer.

21. Juli 2010 Alexander Schwerin

Ausbalanciert. Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten die Freiheit gewähren, über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in ihrem Hoheitsgebiet selbst zu entscheiden. Der Schritt solle den BürgerInnen zeigen, dass ihre Bedenken gegen GVOs berücksichtigt werden. De facto ist damit ein EU-weites Verbot vom Tisch. Was als Zurückgewinn von Entscheidungsmacht verkauft wird, ist letztlich die Kapitulation vor den Unternehmen. Diese können nun die Genehmigung einzelner Anbaugebieten beschleunigen. Die Folgen des Anbaus machen jedoch vor den Staatsgrenzen nicht halt. Aktion „Gentechnikfreies Europa 2010“: ...

22. Juni 2010 The

Vom Feinsten...?

Gleich sieben unterschiedliche gentechnisch veränderte Maissorten hat das Umweltinstitut München in einem Produkt mit dem Namen "Pancake Mix" gefunden. Dieses bei "Feinkost Käfer" erhältliche Produkt des US-amerikanischen Herstellers Stonewall war nicht als "gentechnisch verändert" gekennzeichnet - und dies bei einem gv-Mais-Anteil von 99 Prozent. "Das ist schon ungewöhnlich dreist", so Anja Sobcak vom Umweltinstitut München. "Der Hersteller hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, den Gen-Mais konventionellem Mais unterzumischen."

9. Juni 2010 Christof Potthof

Dreck. In Deutschland ist der Anbau von gentechnisch verändertem Mais seit 2009 verboten. Ungeachtet dessen ist auf einer Fläche von 3.000 Fußballfeldern gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut auf Felder ausgebracht worden. Die Sache sollte klar sein: Der Verursacher ist in letzter Instanz die Firma Pioneer, also muss Pioneer haften! Stattdessen wird lauthals argumentiert, dass eine Verunreinigung von konventionellem Saatgut mit gentechnisch verändertem Material unvermeidlich ist und deshalb auch hierzulande legalisiert werden müsse. Es fällt nicht schwer, hinter dieser Forderung die Taktik der Industrie zu erkennen, denn...

31. Mai 2010 Alexander Schwerin

Der Riese Monsanto mit Blessuren. Der amerikanische Agrar- und Biotechnikkonzern Monsanto kämpft in seinem Pflanzenschutzgeschäft zunehmend mit Schwierigkeiten. Grund dafür ist, dass Monsantos Zugpferd, das Unkrautvernichtungsmittels „Roundup“, Konkurrenz von Nachahmerprodukten bekommt. Damit wankt das Geschäftsmodell von Monsanto. Das bestand darin, die BäuerInnen in doppelter Abhängigkeit zu halten und ihnen Saatgut und Pestizide zu überhöhten Preisen in einem Paket zu verkaufen. Es wäre aber eine Illusion anzunehmen, dass die Marktkonkurrenz die BäuerInnen wirklich aus der Umklammerung der Agrarindustrie befreit.

20. Mai 2010 Susanne Schultz

Gen-Zukunft im Drugstore. Die US-Firma Pathway Genomics will einen Gentest in der Drogeriekette Walgreens vermarkten. 200 Euro soll es kosten, den Speichel einzuschicken und dafür eine lange Liste persönlicher Krankheitsrisiken zurückbekommen - von Diabetes über Krebs bis Alzheimer. „Verbessere Deine Zukunft“ oder „Wissen bringt Seelenfrieden“, so die Slogans der Firma. Zunächst hat allerdings noch die US-Medikamentenbehörde Testbedarf angemeldet. Zur Debatte steht unter anderem: Sind die Tests ein Infodienst oder medizinische Diagnostik? Wir würden eher sagen: genetische Wahrsagerei – aber deswegen nicht weniger riskant…

12. Mai 2010 Alexander Schwerin

Aus der Welt des Geldes. Qiagen heißt der Börsenprimus der Biotechbranche und spielt mittlerweile in einer Liga mit Merck. Was ist der Schlüssel zum Erfolg? Qiagen stellt Gendiagnostik-Kits her. Im Angebot ist der DNA-Nachweis von Krankheiten wie Aids, Influenza, Schweinegrippe, Vogelgrippe, vom HP-Virus (Gebärmutterhalskrebs) und Tests von Krebs. Die molekulare Diagnostik boomt und die genetische Klassifikation von Krankheiten. Nicht alles sind neue Tests, sondern ersetzen nur alte. Und von therapeutischen Erfolgen der Biotech-Industrie war mal die Rede...

27. April 2010 The

Wer hat das Schweinefleisch erfunden? Möglicherweise Monsanto. Der Konzern jedenfalls geht davon aus, dass Fleisch- und Wurstprodukte aus Schweinen, die mit hauseigener gentechnisch veränderter Soja gefüttert worden sind, eine exklusive Erfindung Monsantos sind. Denn eine solche Kost habe eine erhöhte Konzentration von ungesättigten Fettsäuren zur Folge. Monsanto hat im letzten Jahr tatsächlich eine entsprechende Patentanmeldung bei der Weltpatentbehörde in Genf eingereicht. Bei der derzeitigen Verbreitung von gv-Soja steht nun zu befürchten, dass Monsanto noch weitere Erfindungen erfinden könnte...

16. April 2010 Christoph Schulz

Mythos und Wahrheit. Zum einjährigen Jubiläum würdigen wir hier den Artikel „Mythos und Wahrheit“ in „Welt Online“ - ein wahres Highlight der Propagandaküche. Der Autor versucht darin, mit den „Halbwahrheiten und Falschbehauptungen“ der Anti-Gentechnik-Aktivisten aufzuräumen: so etwa, dass Monsanto nach der Weltherrschaft greift. (Rückfrage: Wer hat das behauptet?) Mit der Genommedizin befasst sich Michael Miersch erst gar nicht: Die sei ohnehin willkommen geheißen worden, „weil jeder Kranke selbst die Vorzüge spüren konnte“. (Das ist wirklich mal eine neue Information! Danke WELT online!)