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Meldungen des Monats

8. April 2010 Christof Potthof

Schweinerei, diese Schweine! Das Online-Portal der Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet über gentechnisch veränderte Schweine, die weniger Phosphor sch... (in ihren Exkrementen haben) und deshalb 'Enviropigs' genannt werden. Die Redakteurin (?) meint, die Schweine seien ‘zum Glück noch nicht zum Verzehr freigegeben’. ... Diese Argumentation greift (natürlich) viel zu kurz. Tierschutz wäre erst mal angesagt wegen der Riesen-Sauerei, die bei der Produktion dieser Schweine der Regelfall ist - in Form von nicht lebensfähigen Exemplaren.

30. März 2010 Susanne Schultz

Baby-Profiling Um für ein gemeinsames „Baby-Profiling“-Programm mit einer US-Klinik zu werben, hat das Londoner Bridge Center auf seiner Internetseite eine Eizell-Verlosung gestartet. Der Gewinnerin wird in den USA eine von ihr ausgesuchte Eizelle eingesetzt. „Kriterien“ sind Hautfarbe, soziales Milieu und Intelligenz der Spenderinnen. Die Spenderinnen der Eizellen werden bezahlt, was in Großbritannien nicht erlaubt ist. Für das schnell verdiente Geld nehmen sie enorme gesundheitliche Risiken auf sich. Doch diese Fakten bleiben den „glücklichen Gewinnerinnen“ wohl verschwiegen.

3. März 2010 Uta Wagenmann

Erfolgreiche Drohung Bis gestern hatten wir uns an dieser Stelle über ein Versprechen von BASF gefreut: Der Chemiekonzern hatte mitgeteilt, die Gentechnikforschung in Deutschland einstellen zu wollen, falls die Kartoffel Amflora nicht mehr rechtzeitig für die diesjährige Aussaat die Zulassung durch die EU-Kommission erhält. Offensichtlich hat auch die Kommission die Ankündigung ernst genommen - und gestern die Zulassung für die genetisch veränderte Kartoffel erteilt. Es geht also weiter mit dem Kampf gegen Gentechnikforschung bei BASF - und anderswo...

22. Februar 2010 The

Vielversprechende Ungeduld Der Chemiekonzern BASF hat erneut angedroht, die Gentechnikforschung in Deutschland einzustellen. "In wenigen Wochen“ - nämlich dann, wenn die gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora nicht mehr rechtzeitig für die diesjährige Anbausaison die Zulassung durch die EU-Kommission erhält - sei „bei BASF die Geduld am Ende". Da die Kartoffeln noch im März gepflanzt werden müssen, ist es also nicht unwahrscheinlich, dass die Geduld (und mit ihr die Gentechnikforschung) des Konzerns recht bald Geschichte sein wird. Wir hoffen nur, dass BASF sich auch an das Versprechen hält...

12. Februar 2010 Christof Potthof

Super-Reis. ForscherInnen am IRRI, dem Internationalen Reisforschungs-Zentrum auf den Philippinen, wollen den so genannten C4-Stoffwechsel in Reis überführen, um so dessen Erträge zu verbessern. Der Generaldirektor des IRRI, Robert Zeigler, vergleicht dieses Projekt mit dem Apollo-Weltraumprojekt der USA, einen Menschen zum Mond zu bringen: langwierig, risikoreich, aber - im Falle des Erfolgs - mit einem sehr hohen Ertrag. Was den Ertrag des Apollo-Projektes seiner Meinung nach ausmacht, ließ der IRRI-Chef allerdings offen.

9. Februar 2010 Alexander Schwerin

Gendoping als sportliche Disziplin? Die Versprechen der Gentherapeuten wecken neue Fantasien. Ließe sich mit in den Beinmuskeln eingebauten Genen die Muskelmasse vergrößern und neue Spann- und Sprungkraft erreichen – was für grandiose resp. grausige Aussichten für den Spitzensport! „Gendoping“ hieße dann die neue Disziplin, die den ewigen Wettkampf um Zehntelsekunden in ganz neue Dimensionen rückte, zumal wenn dann auch noch speziesfremde Gene dazu kämen. Und manchen soll es ja auch recht sein, wenn sich der Leistungssport selbst ad absurdum führt.

25. Januar 2010 Susanne Schultz

Produktionssystem Kaninchen Etwa tausend gentechnisch veränderte Kaninchen will die holländische Firma Pharming melken, um aus ihrer Milch das menschliche Protein C1 Inhibitor zu gewinnen, das unter anderem zur Unterdrückung der Immunabwehr bei Transplantationen eingesetzt werden soll. Bisher wird der Stoff aus SpenderInnenblut gewonnen. Demgegenüber böten die Kaninchen den Vorteil, so Pharming-Sprecherin von Helmond, dass das Protein „in unbegrenzter Menge von einem stabilen und ausweitbaren Produktionssystem“ hergestellt werden könne.

11. Januar 2010 Uta Wagenmann

Angststörungen für die Evolution Wie politisch die Biologisierung seelischer Zustände und menschlichen Verhaltens ist, machte Professor Andreas Meyer-Lindenberg vom Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit kürzlich deutlich: Emotionale Stabilität fuße auf einer anderen genetischen Variation als kognitiver Erfolg, der oft mit einer Neigung zu Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen verbunden sei. Für den "Fortbestand der Menschheit" würden beide Genvarianten gebraucht. Es sei "entwicklungsgeschichtlich sinnvoll, dass es beide Typen von Menschen gibt." Beruhigend. Da kann ja alles so bleiben wie es ist.

17. Dezember 2009 Susanne Schultz

Und ewig grüßt das Gen? Die Zeitschrift Cerebral Cortex - zu deutsch „Großhirnrinde“ - warf jüngst in den Raum, gefährliches Autofahren könne genetisch bedingt sein. Ein Experiment im Fahrsimulator lege dies nahe. Verdächtigt wird ein Gen namens „brain-derived neurotrophic factor“, das im Zusammenhang mit dem motorischen System stehen soll. Allerdings: Gerade einmal 29 Personen nahmen an dem Versuch teil. Und: 30 Prozent aller US-Amerikaner weisen die untersuchte Genvariante auf. Die Wissenschaft hat also mal wieder festgestellt, dass...

8. Dezember 2009 Christof Potthof

Klimawandel? Ein paar Jahre hat es dann doch gebraucht, bis der Klimawandel auch in der US-amerikanischen Umweltbehörde angekommen ist. Nun hat sie anerkannt, dass die heutigen und vorhergesagten Konzentrationen der wichtigsten „Treibhausgase‟ die Gesundheit und das Wohlergehen heutiger und zukünftiger Generationen schädigen. Wir dürfen gespannt sein, auf welche Wege sich die US-Administration in den nächsten Jahren noch begeben wird... wie wäre es mit einem Beitritt zur Konvention über Biologische Vielfalt oder zum Biosicherheitsprotokoll?

26. November 2009 Uta Wagenmann

Mildernde DNA-Umstände Ein Berufungsgericht im norditalienischen Trieste hat das Strafmaß für einen verurteilten Mörder um ein Jahr gesenkt. Der Mann, der 2007 wegen Mordes durch Erstechen zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden war, verfüge über Genvarianten, die mit einer Neigung zur Aggression einhergingen, so die Begründung. Zur Abwechslung mal biologistischer Blödsinn zugunsten von Straffälligen: Wenn, dann werden "Killer-Gene" - wie in den USA zunehmend häufiger - vorwiegend zur Erhärtung von Tatvorwürfen genutzt.

21. Oktober 2009 Susanne Schultz

Baukasten Keimzelle Die neueste Variante der Manipulation von Keimzellen hat ein Forschungsteam in Oregon/USA an Affen ausprobiert. Der Zellkern einer Eizelle wurde in die Hülle einer anderen, vorher entkernten eingesetzt. Daraus entwickelten sich nach IVF drei Affenbabys. Wie üblich ist auch hier die argumentative Einstiegsdroge die Sorge für Menschen mit genetischen Krankheiten: Es gehe darum, Frauen zu einem biologisch eigenen und gesunden Kind zu verhelfen, die andernfalls mitochondrial - also über Genmaterial in der Eihülle - Krankheiten vererben würden.