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Mensch & Medizin

Mensch & Medizin

Die Jahrestagung des Deutschen Ethikrates zum Thema „Zugriff auf das menschliche Erbgut. Neue Möglichkeiten und ihre ethische Beurteilung“ war gut besucht aber leider inhaltlich frustrierend.

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Dass in der Bundesrepublik Kinderwünsche oft unerfüllt bleiben und wegen der Bevölkerungszusammensetzung politisch gegengesteuert werden muss, ist eine vertraute Argumentationsfigur. Auch die Reproduktionsmedizin macht sich diese demografiepolitische Programmatik zunutze.

(Berlin, 18. August 2016) Das GeN kritisiert vehement den heutigen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), ein Methodenbewertungsverfahren für so genannte nicht-invasive pränataldiagnostische Tests (NIPT) einzuleiten. Damit wird deren Einführung in die Regelversorgung von Schwangeren wahrscheinlich. Das Gen-ethische Netzwerk wird sich diesem Vorhaben auch weiterhin mit allen Kräften entgegenstellen. Es kann und darf nicht sein, dass die mit einer selektiven Praxis verbundenen NIPT Routine in der Schwangerenversorgung werden!

(Berlin, 12. August 2016) In einem Offenen Brief protestiert das GeN gemeinsam mit fünf anderen Organisationen beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA): Völlig überraschend soll dort am kommenden Donnerstag, mitten in der Sommerpause, über die Einleitung eines regulären Methodenbewertungsverfahrens beraten werden, an dessen Ende voraussichtlich die Einführung von nicht-invasiven Bluttests (NIPT) in die Schwangerenversorgung stehen wird. Bisher ging die Öffentlichkeit davon aus, dass der G-BA die Bluttests probeweise in die Regelversorgung einführen will. Nun steht die reguläre Einführung auf der Tagesordnung und wir fordern: Streichen Sie den Tagesordnungspunkt unverzüglich!

Die französische Regierung will die Genomforschung mit einer Finanzspritze von 670 Millionen Euro konkurrenzfähig machen. Finanzielle Unterstützung bekommt die Initiative außerdem von der Industrie. Geplant sind zwölf Einrichtungen zur Genomsequenzierung, zwei nationale Zentren für „Genom-Expertise und Datenanalyse“ sowie ein Regierungskomitee unter Leitung von Premierminister Manuel Valls, das die Implementierung des Programms überwachen soll.

(Berlin, 5. Juli 2016) Die öffentlichen Proteste haben offenbar gewirkt: Der Bundestag wird am 8. Juli nicht wie geplant über die umstrittene AMG-Novelle abstimmen, die fremdnützige Arzneimitteltests an Menschen mit Demenz legitimieren soll. Der anstößige Tagesordungspunkt 35 ist abgesetzt. Nun soll frühestens Mitte September entschieden werden. Erwogen wird auch eine neuerliche öffentliche Anhörung. Wir werden die Entwicklung nicht aus den Augen lassen und auch im Herbst dafür streiten, dass fremdnützige Forschung an nicht Einwiligungsfähigen nicht erlaubt wird!

In das etablierte Wissenschaftssystem ist Bewegung geraten. Ein Blick auf Probleme und soziale Bedingungen biomedizinischer Forschung zeigt: Es ist höchste Zeit.

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(Berlin, 01. Juli 2016) Am 8. Juli - in einer Woche - steht im Bundestag ein Gesetzentwurf zur Abstimmung, der fremdnützige Forschung an Menschen erlaubt, die selbst nicht in der Lage sind, deren Bedeutung, Tragweite, Nutzen und Risiken zu erkennen. Bislang war diese Forschung an so genannten nicht Einwilligungsfähgen aus guten Gründen verboten, und das muss auch so bleiben! Deshalb fordert das GeN gemeinsam mit dem Komitee für Grundrechte und BioSkop in einem Offenen Brief die Bundestagsabgeordneten auf, dem Entwurf ihre Zustimmung zu verweigern.