Biopatente

Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere werden patentiert. Das Gleiche geschieht mit Organismen, die mit - wie es im Gesetz heißt - „im Wesentlichen biologischen“ Züchtungsmethoden hergestellt wurden.

Für viele Kritikerinnen und Kritiker von Gen-, Bio- und Reproduktionstechnologien sind die sogenannten Biopatente Bausteine eines Wirtschaftssystems, das sie nicht akzeptieren wollen. Hier manifestiert sich Konzernmacht. Die Unternehmen wollen Kontrolle über genetische Ressourcen ausüben. Und Patentämter bevorteilen die AnmelderInnen der Patente.
Mit Systemen wie zum Beispiel Open-Source-Lizenzen sollen Alternativen angeboten und Diskussionen angestoßen werden.

Im Gen-ethischen Netzwerk setzt sich die unabhängige Initiative Kein Patent auf Leben! unablässig gegen Patente auf Gene, Zellen, Organismen und Sorten ein, auch international im Bündnis No Patents on Seeds.

Beiträge zu diesem Thema

  • Offen, für alle und fruchtbar

    Von Gregor Kaiser , 5. März 2013

    In den vergangenen Jahrzehnten wurden private Rechte an Saatgut stark gefördert. Abseits des Mainstream hat sich jedoch eine Bewegung entwickelt, die für neue Konzepte für die Entwicklung von Saatgut und dessen gemeinschaftliche Nutzung eintritt.

  • Vom kleinen Reiskorn zur großen Alternative

    Von Silke Helfrich , 21. Dezember 2012

    Der Schutz so genannten geistigen Eigentums prägt viele Debatten. Bei der Software-Entwicklung kommen erfolgreich alternative Schutzinstrumente zum Einsatz, die sich möglicherweise auch auf Pflanzenzüchtungen anwenden lassen.

  • „Moralisch unterste Schublade“

    Von Interview mit Andrea Hahne , 21. Dezember 2012

    Über die Patentansprüche des US-Unternehmens Myriad Genetics auf die beiden so genannten Brustkrebs-Gene BRCA 1 und 2 wird seit Mitte der 1990er Jahre gerichtlich gestritten. In Europa war der Protest der frühen 2000er Jahre, der von einer beispiellos breiten Koalition aus WissenschaftlerInnen, Fachgesellschaften, Patientinnen-Organisationen, Greenpeace, Ärztekammern und dem Europäischen Parlament getragen wurde, zum Teil erfolgreich. Beendet ist die Auseinandersetzung hierzulande aber noch lange nicht. Der GID sprach mit Andrea Hahne vom BRCA-Netzwerk.

  • Spielball Betroffenheit

    Von Christoph Then Uta Wagenmann , 21. Dezember 2012

    Während sich manche PatientInnenorganisationen seit Jahren gegen Patente engagieren, beanspruchen andere selbst Eigentumsrechte an Genen. In der Auseinandersetzung um die EU-Biopatent-Richtlinie Mitte der 1990er Jahre haben sich diverse PatientInnengruppen gar von der Industrie instrumentalisieren lassen. Im Streit um Patentierung sind Verbände von PatientInnen und anderen Betroffenen genetischer Risiken ganz unterschiedlich eingebunden.

  • Lernprozess oder Misserfolg?

    Von Anne Bundschuh , 21. Dezember 2012

    Vor 20 Jahren gründete der Molekularbiologe Richard Jefferson eine Nichtregierungsorganisation, um die Dominanz der Gentech-Multis in Gen- und Biotechnologien zu brechen und für die freie Verfügbarkeit von Material und Methoden in diesem Bereich zu kämpfen. Wie erfolgreich ist deren Arbeit bisher gewesen, und was verspricht die Zukunft?