Dem Patentamt den Marsch blasen - Demo am 30.11.12 in München

(München, Oktober 2012) Am 30. November läuft am Europäischen Patentamt (EPA) in München eine Frist für öffentliche Stellungnahmen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere aus. Aus diesem Anlass ruft die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der BUND Naturschutz, Kein Patent auf Leben!, Zivilcourage und ein breites Bündnis von Landwirten, Verbänden und Organisationen - so auch das Gen-ethische Netzwerk - zur öffentlichen Demonstration auf. Unter dem Motto „Wir blasen Euch den Marsch“ ist an diesem Tag unter anderem ein Demonstrationszug mit Traktoren und Blasmusik vom Odeonsplatz zum Europäischen Patentamt geplant.

„Patente auf Pflanzen und Nutztiere ermöglichen es Firmen wie Monsanto, Dupont, Syngenta, Bayer, BASF und der KWS Saat AG sich Monopolrechte an Pflanzen und Tieren zu sichern. Die internationalen Konzerne übernehmen so die Kontrolle über die Grundlagen der Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung. Wir fordern dass Patente auf Leben endlich verboten werden“ sagte Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V.
Bis zum 30. November kann die Öffentlichkeit beim EPA Stellung beziehen zur Frage der Patentierbarkeit von Pflanzen und Tieren. Anlass ist das Patent auf eine konventionell gezüchtete Tomate mit geringerem Wassergehalt – die sogenannte Schrumpeltomate. Erst öffentliche Proteste brachten das Patentamt 2011 dazu, das Verfahren noch einmal neu aufzurollen. Es ist aber bereits absehbar, dass das EPA auch in Zukunft Patente auf Pflanzen und Tiere erteilen will. Es wurden bereits 2.000 Patente auf Pflanzen und 1.200 Patente auf Tiere erteilt – die meisten davon sind gentechnisch verändert.
„Treiber der Entwicklung sind die Gentechnik-Konzerne, die immer mehr ihrer risikobehafteten Gen-Pflanzen auf den Markt drücken wollen, deren Sicherheit nie ausreichend geprüft wurde. Dieses System ist ein Irrweg für die Landwirtschaft und bringt unzumutbare Risiken für die VerbraucherInnen. Wir müssen jetzt endlich den Ausstieg aus dieser Technologie in die Wege leiten“, so Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und des BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN).
Die Organisationen fordern einen Stopp der EU Zulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen und der Patentierung von Pflanzen und Tieren. Der Demonstrationszug beginnt um 11 Uhr am Odeonsplatz in München und endet gegen 13 Uhr am Europäischen Patentamt mit einer Kundgebung und Abschlussaktion.
Weitere Einzelheiten sowie die beteiligten Organisationen können Sie dem Aufruf entnehmen. www.gen-ethisches-netzwerk.de/files/Demo_Gentechnik_Patente_30_11_2012_… (pdf-Dokument, direkter Link, 177 KB)

Für Rückfragen:

Kurt Schmid Regionalreferent BUND Naturschutz in Bayern e. V Tel.: 089/54829863 eMail: kurt.schmid@bund-naturschutz.de
Georg Janßen Bundesgeschäftsführer Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V. Tel.: 04131-40-77-57 eMail: janssen@abl-ev.de
Dr. Christoph Then Koordination “Keine Patente auf Saatgut“ Tel.: 015154638040 eMail: info@no-patents-on-seeds.org

Im Büro des GeN

Christof Potthof Gen-ethisches Netzwerk e.V. Tel.: 030/685 7073 eMail: christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de

 

22. Oktober 2012

Verschiedene Aktivitäten und Informationen der vergangenen Jahre:

Schreiben Sie dem Präsidenten des Europäischen Patentamtes!

(München und Berlin, 14. Juni 2012) Das Europäische Patentamt erteilt seit Jahren Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen. Die Initiative Kein Patent auf Leben! in München und das Gen-ethische Netzwerk (Berlin) starten in Kooperation mit dem internationalen Bündnis No Patents on Seeds (Keine Patente auf Saatgut) eine neue Aktion, um das Patentamt von seiner derzeitigen Patentierungspraxis abzubringen.
 

Sehr geehrte Bundesministerin Aigner: Wir warten auf Taten!

(München, Frühjahr 2012) Schicken Sie Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) eine Erinnerung. Auf dass sie nicht vergisst, Patente auf Pflanzen und Tiere zu stoppen. Postkarte zum Herunterladen oder im GeN bestellen.

Offener Brief gegen Patente auf Tiere und Pflanzen

(Berlin und München, Mai 2011) Das Gen-ethische Netzwerk und die Initiative Kein Patent auf Leben! rufen zur Unterstützung des Offenen Briefes an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes und die Europäische Kommission und gegen die Patentierung von Tieren und Pflanzen auf !!! Mehr als 70.000 Unterschriften sind innerhalb eines guten Jahres zusammengekommen!
 

Entscheidung zu Brokkoli und Tomate ist gefallen!

(München, 9. Dezember 2010) Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute die Entscheidung über das so genannte „Brokkoli-Patent“ gefällt: Das Verfahren zur konventionellen Züchtung von Brokkoli könne nicht als technische Erfindung angesehen werden.

Kein Patent auf Brokkoli und Tomate! - Keine Patente auf Pflanzen und Tiere!

Am 20. Juli 2010 verhandelt das Europäische Patentamt über Patente auf Brokkoli und Tomaten aus traditioneller Zucht. Bauern-, Umwelt-, Entwicklungshilfe- und andere Organisationen - und natürlich auch das GeN - rufen gemeinsam zur Demonstration in München auf: Setzen wir zusammen ein deutliches Zeichen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere, auf Gene, Zellen und Gewebe - Kein Patent auf Leben!

Kein Patent auf unsere Kühe! - Aufruf zur Kundgebung am 3. März 2010 in München

Das so genannte Kuh-Patent (EP 1330552) wird am 3. und 4. März 2010 ab 9:00 Uhr beim Europäischen Patentamt verhandelt. Aus diesem Anlass rufen die einsprechenden Organisationen (die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM), das Gen-ethische Netzwerk (GeN) e.V., Misereor e.V. und die Initiative Kein Patent auf Leben!) zu einer Kundgebung beim Europäischen Patentamt auf - am 3. März 2010 um 11:00 Uhr

Brokkoli-Patent - Termin für die öffentliche Verhandlung steht jetzt fest: 20. und 21. Juli 2010 in München

(München und Berlin, 19. Februar 2010) Das Europäische Patentamt (EPA) hat den Termin für die Verhandlung über das Brokkoli-Patent und das Matschtomaten-Patent auf den 20. und 21. Juli 2010 gelegt. Die Patente werden vor der Großen Beschwerdekammer des EPA verhandelt.