Public Health- Genetik

Schwerpunkt

Public Health-Genetik sieht ihre Aufgabe darin, den Nutzen von Ergebnissen der Genom- und Genforschung für die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung abzuschätzen und dabei ethische und soziale Fragen einzubeziehen. Die neue Disziplin hat aber noch ganz andere Funktionen.

Impressum

GID 184, Oktober 2007, 23. Jahrgang ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Christof Potthof, Uta Wagenmann, Naima Blum

Artikel in dieser Ausgabe

  • Public Health und Genetik

    Von
    GID-Redaktion

    Public Health-Genetik sieht ihre Aufgabe darin, den Nutzen von Ergebnissen der Genom- und Genforschung für die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung abzuschätzen und dabei ethische und soziale Fragen einzubeziehen. Die neue Disziplin hat aber noch ganz andere Funktionen.

  • Schöne neue Welt der Prävention?

    Von
    Ilhan Ilkilic, Norbert Paul

    Das Hauptanliegen der Anwendung von Genetik für Fragen der öffentlichen Gesundheit ist die Integration des durch die medizinische Genomforschung generierten Wissens in das Gesundheitswesen, um die individuelle und die öffentliche Gesundheit zu verbessern und Krankheiten zu vermeiden. Da Public Health nicht primär auf den einzelnen Patienten gerichtet ist, sondern auf die Bevölkerung insgesamt, werfen die zugrunde liegenden Ansätze und Verfahren eine Reihe systematisch-theoretischer und ethischer Probleme auf.

  • An der Schnittstelle von Politik und Wissenschaft

    Von
    Uta Wagenmann

    Public Health-Genetik etabliert sich als Disziplin nicht im luftleeren Raum. Ähnlich wie bei der Bioethik Anfang der 1990er Jahre spielt der Legitimationsbedarf politischer Strategien und Leitlinien eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren sind akademische Kooperationen entstanden, die in enger Anbindung an die Europäische Kommission und nationale Gesundheitsbehörden agieren und die Agenda des im Entstehen begriffenen Fachgebietes entsprechend prägen. Ein Blick auf institutionelle und politische Rahmenbedingungen der Public Health-Genetik.

  • Die „Hochzeit“ von Public Health und Genetik

    Thomas Lemke

    Während „Public Health Genetics“ in anderen Staaten längst ein eigenständiges wissenschaftlich-politisches Feld darstellt, haben sich hierzulande erst in den letzten Jahren die Bemühungen verstärkt, genetisches Wissen in Forschung und Praxis von Public Health umfassend zu integrieren. Die dabei verfolgten Konzepte von Gemeinwohlverpflichtung und sozialer Verantwortung kommen aktuellen gesundheitspolitischen Tendenzen entgegen.

  • “Man darf niemanden zwingen“

    Von
    Bernhard Egger

    Der GID sprach mit Bernhard Egger über die Zukunft von prognostischen und prädiktiven Gentests in der öffentlichen Gesundheitsversorgung, über das Solidarprinzip im gesetzlichen Krankenversicherungssystem und über dessen Ambivalenzen.

  • Die Grammatik der Vorsorge

    Von
    Ulrich Bröckling

    Vorbeugen ist besser als Heilen – das Motto besitzt eine fraglose Plausibilität. Dass es sinnvoller ist, künftige Übel durch geeignete Interventionen in der Gegenwart zu vermeiden, als sie erst dann zu bekämpfen, wenn sie manifest geworden sind, erscheint selbstverständlich. Ein Blick auf die Ökonomie des Zuvorkommens bringt allerdings so manche Frage an die Logik der Prävention zum Vorschein.

  • Für ein gentechnikfreies Indien

    Von
    Karsten Wolff

    Die Kontroverse um Agro-Gentechnologie in Indien spitzt sich zu: Während Aktivisten immer wieder - zum Teil illegale - Freilandversuche zerstören, hat der Oberste Gerichtshof entschieden, dass vorerst keine neuen Feldversuche zugelassen werden. Bereits genehmigte unterliegen nun strikten Auflagen.

  • Kommen soziale Bewegungen zu Wort?

    Von
    Mundo Yang

    Allgemein wird angenommen, dass das Internet auch für den Bereich der Politik eine mediale Revolution darstellt. In der Debatte um die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft stellt es sich bisher als eine Art Hinterbühne zu den klassischen Printmedien dar, auf der zwar mehr Akteure zu Wort kommen, diese allerdings nicht selten unter sich bleiben.

  • Weiter Spuren suchen

    Von
    Christof Potthof

    Heftig gestritten wird um die Frage „Was tun mit geringfügigen Verunreinigungen mit GVO, die keine Zulassung haben?“. Im Rahmen der Verhandlungen des Nahrungsmittel-Standards Codex Alimentarius ist es jetzt zu keiner (*) Aufweichung der strikten Regeln gekommen.

  • Hautfarben-Gene und Rassismen

    Von
    Christine Hanke, Susanne Bauer

    US-amerikanische Forscher entwickeln aus der Pigmentgenetik an Zebrafischen humanbiologische Thesen und aktualisieren damit rassifizierende Klassifikationen nach Hautfarben.

  • Richtlinie ohne Richtungswechsel

    Von
    Monika Feuerlein

    Im letzten Jahr hatte ein Arzneimitteltest in London für sechs Probanden schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Eine neue Richtlinie der Europäischen Arzneimittelbehörde soll künftig das Risiko bei solchen medizinischen Experimenten senken. Das Problem der zunehmenden Kommerzialisierung und der damit einhergehenden Undurchsichtigkeit klinischer Studien löst sie nicht.

  • PND: eine repräsentative Befragung Schwangerer

    Von
    Ilona Renner

    Im Jahr 2004 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine repräsentative Befragung Schwangerer zur Pränataldiognostik durchgeführt. Trotz intensiver Inanspruchnahme pränataldiagnostischer Angebote ist der Informationsstand der Frauen niedrig und ihr Verhältnis dazu ambivalent, wie die im letzten Jahr erstmals veröffentlichte Studie zeigt.

  • EU: Verordnung zu “neuartigen Therapien”

    Von
    Oliver Tolmein

    Nach zwei Jahren Diskussion und einem halben Jahr abgestimmter Übersetzungsarbeit wird die EU-Verordnung über „Medizinische Produkte für neuartige Therapien“ voraussichtlich im Januar 2008 in Kraft treten und ab Ende 2008 Anwendung finden. Ethische Fragen werden in dem Regelwerk, dass dann die Zulassung von Arzneimitteln auf der Basis von Gewebezüchtungen, Gen- oder Zelltherapie regelt, konsequent außen vor gelassen.

  • Billanthropie und Biotech

    Von
    Ute Sprenger

    Mit 150 Millionen US-Dollar will die Bill und Melinda Gates-Stiftung helfen, die Ernährung in Afrika zu sichern. Alte Bekannte aus dem globalen Agrobiotech-Geschäft haben dabei die Fäden in der Hand und streiten über die Rolle gentechnisch veränderter Pflanzen.

  • WTO-Urteil: übertriebene Befürchtungen?

    Von
    Jürgen Knirsch

    Vor gut einem Jahr wurde das Urteil der Welthandelsorganisation (WTO) im Gentechnikstreitfall der USA nebst Verbündeten gegen die Europäische Union veröffentlicht. Beide Seiten sahen sich durch das Urteil bestätigt. Nur Nichtregierungsorganisationen warnten vor den weitreichenden Konsequenzen der Entscheidung der WTO, da sie das Vorsorgeprinzip ignoriert und damit das Biosicherheits-Protokoll unterminiert.

  • Lizenz unter Zwang

    Von
    Corinna Heineke

    Im letzten Jahr machten gleich mehrere Länder des Südens von ihrem Recht Gebrauch, günstigere Nachahmermedikamente von lokalen Herstellern produzieren zu lassen oder zu importieren. Pharmaunternehmen befürchten den Verlust von Marktanteilen und kämpfen mit harten Bandagen – unterstützt von einigen einflussreichen Regierungen des Nordens.