Patente in der Landwirtschaft

Schwerpunkt

Patentierung von Lebewesen - das ist seit mehr als zehn Jahren ein Thema, das vielen Menschen nahe geht. Ob Patente auf Gene, auf Körperteile, Saatgut oder ganze Pflanzensorten und Tierrassen.

Impressum

GID 190, Oktober 2008, 24. Jahrgang, ISSN 0935-2481, Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Susanne Schultz, Christof Potthof, Mandy Scholz

Artikel in dieser Ausgabe

  • Kein Patent auf Leben!

    Von
    GID-Redaktion

    Patentierung von Lebewesen - das ist seit mehr als zehn Jahren ein Thema, das vielen Menschen nahe geht. Ob Patente auf Gene, auf Körperteile, Saatgut oder ganze Pflanzensorten und Tierrassen.

  • Präzedenz-Patente

    Von
    Christoph Then

    Die Koalition um den Globalen Aufruf gegen Patente auf Pflanzen und Tiere wird am 23. Oktober in München gegen die zunehmende Patentierung von Saatgut, konventionellen Pflanzensorten und Nutztierrassen protestieren. Aus der ganzen Welt haben sich Bauernverbände und andere Gruppen dem Protest angeschlossen.

  • Schrumpeltomaten patentierbar?

    Von
    Mute Schimpf

    Anhand von zwei Gemüsearten wird das Europäische Patentamt auf höchster Ebene entscheiden, ob konventionelle Züchtungen patentierbar sind oder nicht. Brokkoli und Tomaten landen bei den meisten EuropäerInnen als Gemüse im Kochtopf und stehen bei diesen für gewöhnlich nicht im Mittelpunkt einer politischen Auseinandersetzung.

  • Patente torpedieren Nahrungssouveränität

    Von
    Karsten Wolff

    Patente in der Landwirtschaft symbolisieren die ultimative Kontrolle über die Nahrungsproduktion: BäuerInnen hingegen, die ihre Nahrungsmittel selbst anbauen und hierfür eigenes Saatgut benutzen, können nicht von der agrochemischen Industrie kontrolliert und somit nicht in die kapitalistische Verwertungslogik eingebunden werden.

  • Geistiges Eigentum - für wen?

    Von
    Christof Potthof

    Eine Fachtagung in Berlin macht die Konflikte zwischen den Ansprüchen auf das geistige Eigentum an Pflanzen und den Bauernrechten deutlich.

  • Riskantes Abenteuer

    Von
    Michaela Ludwig

    In Burkina Faso wird in dieser Saison erstmals Gentechnik-Baumwolle angebaut. Eine Karawane westafrikanischer Bauernvertreter warnt vor Kosten und Risiken der neuen Technologie. Droht dem Anbau von Bio-Baumwolle das Aus?

  • GVO im Streichelzoo

    Von
    Christian Rehmer

    Im sachsen-anhaltinischen Üplingen gibt es seit Juli dieses Jahr einen Schaugarten, in dem in erster Linie gentechnisch veränderte Pflanzen gezeigt werden sollen. Ein Besuch.

  • Samenspende: Lost in Translation

    Von
    Maren Klotz

    Anonym oder nicht anonym? Wie mit den Informationen über Samenspender in Deutschland umgegangen werden soll, ist auch nach der Umsetzung der EU-Geweberichtlinie in nationale Gesetzgebung unklar. Ein ethnologischer Blick offenbart, dass die beteiligten AkteurInnen vielfältige Strategien entwickeln, um sich in dieser Situation zurechtzufinden. Und: Die Rechtsunsicherheit kann auch dazu dienen, den Ausschluss von der Samenspende zu legitimieren.

  • Eins statt Drei: Vorstoß gegen das Embryonenschutzgesetz?

    Von
    Susanne Schultz

    Einige Jahre war es ruhig um das Embryonenschutzgesetz – nach den Aufregungen in der Diskussion über Präimplantationsdiagnostik um die Jahrtausendwende. Jetzt deutet sich ein erneuter Vorstoß an, der darauf hinauslaufen könnte, das Gesetz auszuhebeln. Wieder preschen dieselben Akteure vor. Sie haben aber ein anderes, wesentlich konsensfähigeres Argument im Gepäck – den „elektiven Single Embryo Transfer“.

  • Erzwungen freiwillig

    Albrecht Kieser

    Das Bundeskabinett hat Ende August dem Gendiagnostikgesetz zugestimmt. Nun beginnt der parlamentarische Weg des Gesetzes durch Bundestag und Bundesrat. Wie häufig bei deutschen Gesetzen enthält auch dieses ein Sonderrecht für AusländerInnen. Das Gesetz regelt Gentests, wenn Leute ihre Familie nachziehen lassen wollen oder wenn ein deutscher Vater einen deutschen Pass für sein Kind beantragt. Damit wird eine fragwürdige Praxis gesetzlich festgeschrieben, die Ausländerbehörden und Auslandsvertretungen bereits seit Jahren zu etablieren versuchen.

  • Nicht Fisch nicht Fleisch

    Interview mit
    Lars Gatschke

    Auch genetische Untersuchungen im Versicherungsbereich sollen von dem Gendiagnostikgesetz geregelt werden, das derzeit seinen parlamentarischen Weg geht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat in einer Anhörung Ende Juli dazu kritisch Stellung bezogen. Er stößt sich insbesondere an Ausnahmeregelungen bei Versicherungen über 300.000 Euro oder bei Jahresrenten über 30.000 Euro.

  • Mit „ohne Gentechnik”

    Von
    Christof Potthof

    Der Molkereikonzern Campina kennzeichnet seit kurzem Produkte seiner Premiummarke „Landliebe” mit dem im Frühjahr novellierten „ohne Gentechnik”-Label. Der Konzern belässt es aber nicht bei der Versicherung, keine gentechnisch veränderte Soja zu verfüttern. Landwirte, die für Landliebe liefern, verzichten auch auf importierte Futtermittel.