Rezension: Wandel des Erbguts

„Treffen sich zwei Gene“ - was für ein genialer Titel! Wir haben in den letzten Jahrzehnten so wahnsinnig viel über Gene und Vererbung und Regulierung und und und lernen können. Kaum ein Gen wirkt allein und auch die Umwelteinflüsse sind entscheidend. Diese Erkenntnis hat sich aber erst in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt. Und da beginnt der Witz dieses Buches: Ernst Peter Fischer ist Wissenschafts-Historiker. Er schaut genau auf die Veränderungen: Wie ist der jeweils aktuelle Stand der Wissenschaft um Gene und Vererbung? Und was sagt uns das? Dabei kommt er immer wieder zu erstaunlichen Ergebnissen. Mein persönliches Highlight ist Fischers Beobachtung, dass sich das Gen immer mehr auflöst, immer unsichtbarer wird, je genauer wir es anschauen und untersuchen. Nicht neu, aber schön gesagt. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich mich zwischenzeitlich auch über Fischers Seitenhiebe auf kritische Positionen und Blickwinkel aufgeregt habe. Aber am Ende war ich froh, diese mit einer gewissen Gelassenheit ertragen und „Treffen sich zwei Gene“ nicht in die Ecke gepfeffert zu haben.

Christof Potthof

➤ Ernst Peter Fischer: Treffen sich zwei Gene. Siedler Verlag (2017), 336 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3827500755.

Christof Potthof ist Mitarbeiter im Gen-ethischen Netzwerk und Redakteur des GID.

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Erschienen in
GID-Ausgabe
243
vom November 2017
Seite 38