Informationen und Texte zum Stichwort

Beiträge zu diesem Thema

  • Die Personalisierung der Depression

    Von
    Jonas Rüppel, Laura Schnieder, Thomas Lemke ,

    In der psychiatrischen Forschung und Praxis hat sich in den letzten Jahren ein neues Leitbild etabliert: die Vision einer „Personalisierten Psychiatrie“. Eine Abstimmung von Therapien auf die individuellen Charakteristika der Patient*innen soll nicht nur deren Effektivität erhöhen, sondern auch die volkswirtschaftlichen Kosten psychischer Erkrankungen senken. In einigen Ansätzen ist damit auch eine neue Definition psychischer Erkrankungen verbunden, die kontrovers diskutiert wird. Ein aktuelles Forschungsprojekt untersucht die Dynamiken und Auswirkungen dieses Ansatzes.

  • Neue Ausgabe des GID: Psychopharmaka - Substantielle Politik

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    (Berlin, 15. November 2011) Die neueste Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienst (GID) beschäftigt sich in ihrem Schwerpunkt mit Psychopharmaka. Sie denken vielleicht ein ungewöhnliches Thema für eine Zeitschrift, die Gen- und Reprotechnologien im Fokus hat - weit gefehlt: Biologisierung psychischer Krankheiten greift mehr und mehr um sich - da können Gene nicht weit sein - im Gewand psychatrischer Genetik zum Beispiel. Außerdem ein Interview mit Aktivist_INNEN, die im Sommer zwei Standorte von Freisetzungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen zerstört haben. Gerne schicken wir Ihnen die aktuelle Ausgabe zur Ansicht. Vielleicht finden Sie ja Gelegenheit zu einer kritischen Würdigung.

  • „Eine echte Lücke im System“

    Interview mit
    Terry Simpson , 31. Oktober 2011

    Das „Pajaro Valley Sunrise Center“, eine Einrichtung, die ähnlich dem Berliner Weglaufhaus Begleitung beim Ausstieg aus der Medikation mit Psychopharmaka anbieten wird, befindet sich derzeit im Aufbau. Sie soll in Watsonville (Kalifornien) angesiedelt werden und zunächst über sechs Plätze verfügen.

  • Sanfte Zwänge und chemische Gewalt

    Viola Balz , 31. Oktober 2011

    Die Psychiatrie heute, heißt es, habe nichts mehr gemein mit gefängnisähnlichen Verwahranstalten. Auch der massive Einsatz von Psychopharmaka zur Ruhigstellung gehöre der Vergangenheit an. Doch wie tief greifend sind diese Veränderungen wirklich? Wie belastbar ist das Versprechen der Sozialpsychiatrie und der „neuen Generation" der Psychopharmaka, das Herausfallen „psychisch Kranker" aus ihrem sozialen Umfeld zu verhindern?

  • Antidepressiva und die Arbeit am Selbst

    Stefanie Graefe , 31. Oktober 2011

    Sie versprechen viel, tatsächlich helfen sie jedoch wenig, sie tragen sowohl zur Biologisierung wie zur Ökonomisierung sozialer Probleme bei und sie sind Instrument der Individualisierung. Vielseitig ist die Kritik an Antidepressiva. Aber sollte deswegen ganz von ihnen abgeraten werden? Eine kritische Betrachtung der Diskussion.