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Thomas Lemke ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Biotechnologie, Natur und Gesellschaft am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Beiträge der Autorin oder des Autors

  • Die „Hochzeit“ von Public Health und Genetik

    Thomas Lemke , 24. Oktober 2007
    Während „Public Health Genetics“ in anderen Staaten längst ein eigenständiges wissenschaftlich-politisches Feld darstellt, haben sich hierzulande erst in den letzten Jahren die Bemühungen verstärkt, genetisches Wissen in Forschung und Praxis von Public Health umfassend zu integrieren. Die dabei verfolgten Konzepte von Gemeinwohlverpflichtung und sozialer Verantwortung kommen aktuellen gesundheitspolitischen Tendenzen entgegen.

  • Genetische Risiken in der Ratgeberliteratur

    Thomas Lemke , 17. April 2007
    In den letzten Jahren sind eine Reihe von Ratgebern publiziert worden, die die Veralltäglichung genetischen Wissens dokumentieren. Sie verbinden die Darstellung von Orientierungswissen mit der Ausarbeitung praktischer Verhaltenslehren und verkoppeln Formen der Selbstführung mit Techniken zur Führung anderer.

  • Die Regierung genetischer Risiken

    Thomas Lemke , 17. Januar 2007
    Spricht man von "genetischen Dispositionen" oder "Risiken", so verweist dies nicht auf klinische Tatsachen, sondern auf statistische Kalkulationen. Dieses abstrakte Risikokalkül sieht vom konkreten Individuum ab, eröffnet aber gerade dadurch den Weg zu einer individualisierten Prävention. Durch das Konzept des genetischen Risikos werden gesellschaftliche Kräfteverhältnisse umgestaltet, kollektive Risiken werden privatisiert.

  • Untersuchungen ohne Eigenschaften

    Thomas Lemke , 14. Februar 2005
    Nach jahrelanger Verzögerung kommt die von der rot-grünen Regierung in den Koalitionsvereinbarungen von 1998 bereits angekündigte Gesetzgebung zur Gendiagnostik in Schwung. Im Herbst letzten Jahres gelangte ein Arbeitsentwurf des Gesundheitsministeriums für ein "Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen" an die Öffentlichkeit. Dieses Gendiagnostikgesetz soll den Einsatz von Genanalysen regeln und unter anderem verhindern, dass jemand aufgrund seiner genetischen Konstitution diskriminiert wird.

  • Pathos und Pathologie der Molekularen Medizin

    Thomas Lemke , 17. Juni 2004
    Seit Anfang der 1990er Jahre werden für immer mehr Krankheiten genetische Faktoren verantwortlich gemacht. Diesem Krankheitskonzept liegt die Annahme zugrunde, dass ein oder mehrere "defekte" Gene zum Verlust oder der Beeinträchtigung einer Stoffwechselfunktion führen, die schließlich für eine Krankheit kausal verantwortlich ist oder den Organismus für bestimmte Krankheiten stärker disponiert.