Das Gen-ethische Netzwerk

Einleitung

Das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) verfolgt die komplexen Entwicklungen in den Bio-, Gen- und Reproduktionstechnologien und arbeitet sie kritisch für die Öffentlichkeit auf. Diese werden so für emanzipatorische, gesellschafts- und technologiekritische Debatten in Deutschland zugänglich.

Text

Als Gegengewicht zu den Selbstdarstellungen aus Wissenschaft, Industrie und Politik erarbeiten wir eine kritische Wissenschaftskommunikation, die gesellschaftliche Implikationen von bio- und reproduktionstechnologischer Forschung und deren Interessenskonflikte im Blick hat. Unsere Expertise erarbeiten wir in Zusammenarbeit mit kritischen WissenschaftlerInnen, Gruppen und Initiativen. Zudem setzt sich der Verein mit Kampagnen und Protesten aktiv für Transparenz und Verantwortung in der Wissenschaft, und ultimativ für eine gerechte und diskriminierungsfreie Gesellschaft ein. Unser Ziel ist eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft und ein gerechter Zugang zu Nahrungsmitteln, sowie ein patientInnenorientiertes und nicht normierendes Gesundheitssystem.

Unsere Kritik an Gentechnik in Landwirtschaft und Medizin verbindet sich in den Zielen einer Demokratisierung von Wissenschafts- und Technologiepolitik. Wir setzen uns dafür ein, dass kapitalistische Dynamiken der Ökonomisierung in verschiedenen Feldern der Biopolitik zurückgedrängt werden. Unter anderem engagieren wir uns dafür:

  • den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut in Deutschland und global zu verhindern,
  • neue Formen der Gentechnologie kritisch zu hinterfragen,
  • privaten intellektuellen Eigentumsrechten entgegenzuwirken,
  • die Normalisierung und Ausweitung von selektiven und diskriminierenden Reproduktionstechnologien wie pränatale Diagnostik zu beenden,
  • die Legalisierung von reproduktiven Techniken wie Eizell“spende“ und „Leihmutterschaft“ zu verhindern,
  • den Datenschutz biologischer und genetischer Daten durchzusetzen,
  • Versuchsfreisetzungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen institutionell und lokal zu verhindern.

 

Das GeN wurde 1986 von kritischen WissenschaftlerInnen, JournalistInnen, TierärztInnen, MedizinerInnen, PolitikerInnen und anderen an der Gentechnik interessierten Menschen gegründet. Das GeN-Büro in Berlin wird von einer kleine Gruppe kritischer WissenschaftlerInnen und AktivistInnen betrieben, die gemeinsam mit dem Vorstand basisdemokratisch über die politische und redaktionelle Arbeit des GeN entscheidet. Jährlich einmal tagt ein wissenschaftlicher Beirat und diskutiert wissenschaftliche und strategische Fragen. Seit seiner Gründung gibt das GeN die Fachzeitschrift Gen-ethischer Informationsdienst (GID) heraus, der vier Mal im Jahr über aktuelle Arbeit und die neusten Technologieentwicklungen berichtet.

Als gemeinnütziger Verein finanziert sich das GeN fast ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, GID-Abonnements und Spenden von Einzelpersonen. Nur unsere Förderer und Förderinnen geben dem GeN die nötige Grundlage für seine politische Unabhängigkeit.

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