Materialien

Schwindende Agrobiodiversität

Die Agrobiodiversität ging in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurück. Als Pfeiler der Ernährungssicherheit muss die Agrobiodiversität deshalb dringend wiederhergestellt werden. Ein neues Faktenblatt der Schweizer Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT), gemeinsam erstellt mit Forscher*innen des Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern,Vererbfasst den Rückgang und seine Folgen zusammen und zeigt mögliche Maßnahmen in Politik und Wissenschaft auf.

➤ Forum Biodiversität Schweiz (2020): Vielfalt ist die Quelle des Lebens. 8 Seiten. Download: www.kurzlink.de/gid253_a oder www.naturwissenschaften.ch.

CETA gefährdet Lebensmittelstandards

Kanadische Lebensmittelvorschriften über GVO, Pestizide u.a. sind häufig niedriger als in Europa. Der Report von Foodwatch und Council of Canadians stellt beunruhigende Tendenzen in den gemeinsamen CETA-Ausschüssen von Kanada und der EU fest. Wird Druck auf die Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit ausgeübt?

➤ Foodwatch & Council of Canadians (2020): Report: THE POTENTIAL DANGERS OF CETA COMMITTEES ON EUROPE. 26 Seiten. Download: www.kurzlink.de/gid253_z oder www.foodwatch.org.

Naturschutz mitdenken!

Der weltweite Verlust an Biodiversität schreitet immer schneller voran. Deswegen braucht es ein Mitdenken von Natur- und Artenschutz in allen Bereichen der Gesellschaft. In der neuen Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung werden unter anderem Themen wie Landwirtschaft und Naturschutz, die Ökonomisierung der Natur und das Mensch-Natur-Verhältnis behandelt.

➤ Bundeszentrale für politische Bildung (2020): Aus Politik und Zeitgeschichte – Natur- und Artenschutz. 48 Seiten. In Papierform zu bestellen oder als Download: www.bpb.de/shop/ oder www.kurzlink.de/gid253_n.

Gute Gründe gegen Patente auf Pflanzen und Tiere

Kein Patent auf Saatgut hat einen neuen Report rausgebracht, in dem an elf Beispielen erläutert wird, warum Patente auf Pflanzen und Tiere zu kritisieren sind. Es wird gezeigt wie die Firmen Schlupflöcher und Grauzonen nutzen, um ihre Eigentumsrechte auszuweiten. ➤ Kein Patent auf Saatgut (2020): Elf Gründe, warum Europa Patente auf Nahrungspflanzen und Nutztiere verbieten muss - Neue Beispiele für Patentanträge auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Zucht. 31 Seiten. Download: www.no-patents-on-seeds.org oder www.kurzlink.de/gid253_zy.

Genome Editing

Eine Gruppe von Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Bioethiker*innen fordert in ihrer „Genfer Stellungnahme zu Vererbbarem Genome Editing am Menschen“ eine Kurskorrektur in der Debatte um Keimbahneingriffe. In dem Papier wollen sie Missverständnisse in der Debatte ausräumen und einen größeren Fokus auf die gesellschaftlichen Konsequenzen und Gefahren lenken. ➤ Roberto Andorno et al. (2020): Geneva Statement on Heritable Human Genome Editing: The Need for Course Correction, Cell, 38, S.351-354, auf Englisch, Online: www.doi.org/10.1016/j.tibtech.2019.12.022.

Regulierung neuer Gentechnik-Verfahren

Der Bericht von Testbiotech gibt einen Überblick über den Stand der Forschung zum Thema Umweltrisiko und „Neue Gentechnik“. Eine strikte Regulierung der neuen Gentechnik-Verfahren ist demnach zwingend erforderlich.

➤ Katharina Kawall, Juliana Miyazaki, Andreas Bauer-Panskus, Christoph Then (2020): Overview of genome editing applications using SDN-1 and SDN-2 in regard to EU regulatory issues. 32 Seiten. Download: www.kurzlink.de/gid253_zk oder www.testbiotech.org.

COVID-19: Behindertenpolitischer Kommentar

Der Kommentar vom Verein für Gleichstellung und Menschenrechte Behinderter e.V. (NW3) und der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) bezieht sich auf die klinisch-ethischen Empfehlungen zur Triage bei Corona-Patient*innen. Diese wurden am 25. März von sechs medizinischen Fachgesellschaften und der Akademie für Ethik in der Medizin veröffentlicht, um medizinische Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Coronakrise anzuleiten. NW3 und ISL stellen in ihrem Papier die Legitimität der Fachgesellschaften in Frage, solche Empfehlungen zu geben und fordern, dass Behinderung kein Kriterium bei Priorisierungs-Entscheidungen sein darf.

➤ NW3 und ISL (2020): Triage – Behinderung darf kein Kriterium bei Priorisierungs- Entscheidungen sein! Download: www.kurzlink.de/gid253_aa oder www.isl-ev.de.

Studie: Gefährliche Pestizide von Bayer und BASF

Die Autor*innen machen Bayer und BASF mitverantwortlich für schwere Gesundheitsschäden bei Landarbeiter*innen in Südafrika und indigenen Gruppen in Brasilien. Beide Konzerne vertreiben in Südafrika und Brasilien unter eigenen Marken sowie in Produkten heimischer Hersteller eine Vielzahl von Pestizidwirkstoffen, die in der EU nicht genehmigt sind.

➤ Rosa-Luxemburg-Stiftung, INKOTA-Netzwerk, Khanyisa, MISEREOR und Campanha Permanente Contra os Agrotóxicos e Pela Vida (2020): Gefährliche Pestizide von Bayer und BASF – ein globales Geschäft mit Doppelstandards. 24 Seiten. Download: www.rosalux.de.

Synthetische Biologie ermöglicht Biopiraterie

Die „Digitale Sequenz-Information zu genetischen Ressourcen“ (DSI) eröffnet ein neues Konfliktfeld in Sachen Biopiraterie. Die Studie führt in die internationale Diskussion um DSI ein und zeigt, warum Biopiraterie in Zukunft möglicherweise nicht mehr nur auf dem physischen Transfer von Pflanzenmaterial beruht.

➤ FDCL (2020): Biopiraterie 2.0? Digitale Sequenz-Information (DSI) und ihr Potential für neue Formen der Biopiraterie. 48 Seiten. Download: www.fdcl.org.

GID-Redaktion

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
253
vom Mai 2020
Seite 39 - 40

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