Weitere Bücher

Neue Biologie

Phillip Ball, Wissenschaftsjournalist und Autor, zeichnet ein neues Bild der Art und Weise, wie Leben auf Zellebene entsteht und funktioniert. Ohne den Prinzipien und wichtigsten Erkenntnissen der Molekularbiologie zu widersprechen, versucht Ball die Leser*innen von der „veralteten mechanischen Metapher“ über die Organisation von Leben zu einer zusammenhängenden Sichtweise von Genen, Proteinen, Zellen und ganzen Organismen zu führen. Seine langjährige Erfahrung als Wissenschaftler und Journalist dient als perfekte Schnittstelle, um ein Buch über solch einen komplexen Zusammenhang verständlich und anregend zugleich zu formulieren. (psk)

Ball, P. (2023): How Life works – a user‘s guide to the new biology. Chicago, 552 Seiten, Englisch, 29,90 US-Dollar. ISBN: 978-0-22682-668-4. 


Kommunikative Organismen

Im Boden pulsiert eine fantastische Vielfalt kleinster Lebewesen. Sie ermöglichen das Überleben der Pflanzen und Tiere und auch wir Menschen hängen von ihnen ab. Ein Löffel voll Erde kann Milliarden Bakterien von 10’000 verschiedenen Arten und unzählige Kleinstlebewesen enthalten. Hier bildet sich ein Netz von Beziehungen, das sich ständig verändert. Aber auch über der Erde gibt es immer noch Erstaunliches zu entdecken. Im Buch spricht die Biologin Florianne Koechlin mit Forscher*innen, Bäuer*innen, Bäcker*innen und Gemüsezüchter*innen über die Kommunikation der Pflanzen, die Bedeutung von Mischkulturen sowie althergebrachte und nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft. Die Mitgründerin des Schweizer Vereins biorespect spricht sich für einen Blick ins Detail, ein radikales Umdenken und für ein Gewahrwerden der Verflechtungen unserer Lebenswelt aus. (gp/tp)

Koechlin, F. (2024): Verwoben und Verflochten - Was Mikroben, Tiere und Pflanzen eint und wie sie uns ernähren. Lenos Verlag, 288 Seiten, 32,- Euro/CHF. ISBN: 978-3-03925-037-0.


Ethik der Xenotransplantation

Im Auftrag der Schweizer Eidgenössischen Ethikkommission beschäftigt sich der Philosoph Samuel Camenzind mit ethische Aspekten, die sich aus den neuen technischen Möglichkeiten durch Genome Editing-Technologien für das Feld der Xenotransplantation ergeben. Camenzind stellt fest, dass die neuen Möglichkeiten keine qualitativ neuen Fragen generieren, aber das Voranschreiten der Entwicklung die Dringlichkeit einer ethischen Auseinandersetzung schafft. (ib)

Camenzind, S. (2023): Xenotransplantation. Beiträge zur Ethik und Biotechnologie, Band 16, BBL Verlag, kostenlos als PDF: www.ekah.admin.ch oder www.kurzelinks.de/gid269-be.


Ungewollt? Der kulturelle Blick auf Trisomie 21

In „The Beautiful Unwanted. Down Syndrome in Myth, Memoir and Bioethics” verknüpft Chris Kaposy gekonnt Erzählungen seiner eigenen Erfahrungen als Elternteil eines Sohns mit Down Syndrom mit kulturgeschichtlichen Streifzügen durch frühere Deutungen von Trisomie 21, Rückblicken in die Medizingeschichte und einer Verortung in aktuellen bioethischen Debatten. Dabei widmet er sich auch einer wenig beleuchteten Praxis, die in Diskussionen um Pränataldiagnostik häufig untergeht: der langen Geschichte der absichtlichen nachgeburtlichen Unterversorgung von Neugeborenen mit Trisomie 21, inklusive des Vorenthaltens lebenswichtiger Operationen. (jl)

Kaposy, Chris (2023): The Beautiful Unwanted. Down Syndrome in Myth, Memoir, and Bioethics. McGill-Queen´s University Press, 208 Seiten, Englisch, 33,- Euro, ISBN: 978-0-22801-900-8. 
 

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
269
vom Mai 2024
Seite 33

GID-Redaktion

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