Behinderung

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Selektive Pränataldiagnostik (PND), die nur nach Normabweichungen sucht und weder die Versorgung der Schwangeren noch die Gesundheit des werdenden Kindes verbessert, verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Sie konterkariert das gesellschaftliche Ziel der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Behinderung wird vielfach immer noch mit Sorgen, Leid und Schmerzen verbunden – eine ableistische/behindertenfeindliche Einstellung. Die gesellschaftliche Bereitstellung von Ressourcen für die gezielte pränatale Suche nach Abweichungen und Behinderungen (via Regelfinanzierung durch die Krankenkassen) zeigt, dass es weiterhin als normal und unproblematisch gilt, Behinderung um beinahe jeden Preis vermeiden zu wollen.

Die angenommene Andersartigkeit macht behinderte Menschen zur Projektionsfläche für Ängste vor Schmerzen, Abhängigkeit, Immobilität und Verlust von Kontrolle. Von einer grundlegenden menschlichen Situation werden Verletzlichkeit und Schwäche zu einer Bedrohung der eigenen „Normalität“ und des Selbstbildes als autonomes, selbstbestimmtes Subjekt, das selbstdiszipliniert und -kontrolliert, frei und gesellschaftlich funktionstüchtig ist, die abgewehrt werden muss.

Beiträge zu diesem Thema

  • Auf großer Bühne – und dahinter

    Person mit Schild auf dem Rücken bei einer Kundgebung auf einem Platz vor einer Bühne mit mehreren Menschen
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    Am 19. September veranstalteten AbtreibungsgegnerInnen in Berlin und Köln wieder den sogenannten „Marsch für das Leben“ – und nahmen dieses Mal Leihschwangerschaft in den Fokus. Auch wenn ihr Aufgebot auf den Straßen weiterhin skurril anmutet, ist fernab der Bühnen gefährlich viel Bewegung zu beobachten.
     

  • Verpassen wir die Notbremse?

    Politikerin Mareike Hermeier am Rednerpult im Plenarsaal des Bundestags. Hermeier ist weiß, sie trägt ihr rötliches Haar zu einem hochsitzenden Dutt gebunden. Hermeier trägt eine schwarz gerahmte Brille undd ein schwarzes Oberteil. Um ihre Schultern ist ein breiter grüner Schal geschlungen.
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    Ein interfraktioneller Antrag will die Folgen der Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien* erforschen lassen und ein neues Verfahren für die ethische Prüfung künftiger vorgeburtlicher Tests schaffen – jetzt wurde die Abstimmung erneut verschoben. Die Normalisierung selektiver Untersuchungen schreitet derweil weiter voran. 

  • Rezension: Fünfzig Jahre für die Selbstbestimmung

    Cover des Buchs "Frech und frei: 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung" von Udo Sierck, gestaltet mit roten, blauen und gelben grafischen Elementen und stilisierten blauen und roten Figuren.
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    11. Mai 2026

    Mit „Frech und frei“ hat Udo Sierck eine persönliche Chronik der deutschen Behindertenbewegung seit den 1970er Jahren vorgelegt. Er zeigt dabei sowohl Kontinuitäten als auch Errungenschaften im Kampf um die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung auf.

  • Rezension: „Sexy Rassismus“ und Eugenik

    Schwarzer Bucheinband mit dem Titel 'Der neue faschistische Körper' in grüner Schrift, Autor Dagmar Herzog in blauer Schrift und Nachwort von Alberto Toscano in roter Schrift
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    20. Februar 2026

    Mit „Der neue faschistische Körper“ hat die deutsch-amerikanische Historikerin Dagmar Herzog einen Essay vorgelegt, der die AfD nicht nur als eindeutig faschistisch einordnet, sondern insbesondere Behindertenfeindlichkeit als zentrales Motiv ihrer Politik herausarbeitet.

  • Rezension: Wissenschaftskritik – Warum die Community wenig Vertrauen in „Autismus-Forschung“ hat

    Das Buchcover hat einen weißen Hintergrund, auf dem Titel steht: "Liam O`Dell, Selling Out the Spectrum. How Science Lost the Trust of Autistic People, and How It Can Win It Back.". Aus dem Buchstaben S bei "Spectrum" kommen bunte Linien, die in Wellen nach unten verlaufen.
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    27. Februar 2025

    Selling Out the Spectrum. How Science Lost the Trust of Autistic People, and How It Can Win It Back.