Gesundheitssystem

Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird zunehmend privatisiert, ökonomisiert und individualisiert. Kostenersparnis, Prävention und individuelle Risikovermeidung sind die gesundheitspolitischen Ziele. Die frühzeitige „Erkennung“ vermeintlicher individueller Gesundheitsrisiken soll Menschen befähigen, Krankheiten vorzubeugen, macht sie jedoch auch individuell für den Erhalt der eigenen Gesundheit verantwortlich.

Die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll PatientInnendaten aus verschiedenen Quellen digital zusammenführen und auslesbar machen. Versprochen wird eine höhere Effizienz, eine maßgeschneiderte, individualisierte Medizin und eine bessere Versorgung. Tatsächlich entstehen immense Risiken für die Daten- und Versorgungssicherheit. Die Versprechungen der „individualisierten Medizin“ erweisen sich häufig als leer, treiben aber die Idee der individuellen Verantwortung für die eigene Gesundheit voran.

Beiträge zu diesem Thema

  • „Man muss ja kein Foto an die Kasse schicken“

    Von Vanessa Lux , 4. Januar 2011
    Seit über sechs Jahren wird die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vorbereitet. Nun hat der Bundestag die gesetzlichen Krankenkassen unter Androhung von Geldstrafen dazu verpflichtet, bis Ende 2011 zehn Prozent ihrer Mitglieder mit der neuen Karte auszurüsten.

  • Stellungnahme des GeN zum Entwurf für ein Gendiagnostikgesetz

    Von ,

    Aus Anlass der Vorlage eines Entwurfes für ein "Gesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (Gendiagnostikgesetz - GenDiagG)" durch die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat das Gen-ethische Netzwerk die folgende Stellungnahme abgegeben.