Wissenschaftskritik

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst - wie viele Studien belegen - oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tun das Ihre, um mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • COVID-19: Der Wettlauf zum Medikament

    Von
    GeN ,

    GeN-Mitarbeiterin Isabelle Bartram hat in der im Mai erschienen analyse&kritik Nr. 660 einen Beitrag dazu geschrieben, wie kapitalistisch organisierte Medizin und Wissenschaft in Zeiten der Pandemie versagen.

  • Corona – ein Virus zeigt die Schwachstellen des Systems

    Von
    Isabelle Bartram ,

    Erst im Februar thematisierte der Gen-ethische Informationsdienst in seinem Schwerpunkt „Gesundheit in der Krise“ die dramatischen Auswirkungen der jahrzehntelangen Ökonomisierung im Gesundheitswesen. Jetzt steht das überlastete System vor einer Herausforderung von nie dagewesenem Ausmaß.

  • Irrwege auf der Suche nach dem trans*-Gehirn

    Von
    Eric Llaveria Caselles , 14. Februar 2020

    Aktuelle neurowissenschaftliche Studien versuchen Unterschiede in Gehirnen von Menschen mit deren Geschlechtsidentitäten zu verknüpfen. Doch Mängel in ihrer Konzeption werfen mehr Fragen auf als ihre Ergebnisse beantworten.

  • Aufgedeckt: Monsantos versteckte Finanzierung

    Interview mit
    Christina Deckwirth , 13. Februar 2020

    Lobbycontrol deckte die finanzielle Beteiligung von Monsanto an Studien zu Glyphosat auf. Christina Deckwirth berichtet und zeigt wie verstrickt Wissenschaft und Wirtschaft mitunter sind und wie wichtig ein transparenter Umgang mit Interessenkonflikten ist.

  • Suche nach dem Homo-Gen

    Von
    Isabelle Bartram , 22. November 2019

    Eine aktuelle molekulargenetische Studie hat sich mit der biologischen Ursache menschlicher Homosexualität beschäftigt. Während einige die Ergebnisse begrüßen, sind die Zweifel an dem Sinn solcher Studien auch im Wissenschaftsbetrieb ungewöhnlich laut.