Wissenschaftskritik

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst - wie viele Studien belegen - oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tun das Ihre, um mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Kritische Wissenschaft unter Beschuss

    Interview mit
    Lilian Hümmler , 12. August 2019

    Die Geschlechterforschung wird in Deutschland und auch international scharf angegriffen. Diese Angriffe können als Einfallstore für Kritik an Wissenschaftsfreiheit und kritischer Wissensproduktion an sich verstanden werden. Interview mit Lilian Hümmler.

  • Im Subtilen liegt das Problem

    Von
    Manuela Bauche , 12. August 2019

    Kritische Wissenschaft heißt, den Blick für kleinteilige Nachwirkungen von Rassismus und Entmenschlichung zu schärfen. Ein Blick in die Geschichte des Kaiser-Wilhelm-Institutes in Berlin-Dahlem zeigt, dass nicht nur dessen NS-Vergangenheit problematisch ist.

  • Was bedeutet wissenschaft­liche Verantwortung?

    Von
    Veronika Lipphardt , 12. August 2019

    Dieser Beitrag widmet sich der Frage, wie „wissenschaftliche Verantwortung“ an den Kontaktflächen von Politik und Wissenschaft verstanden und verhandelt wird. Er untersucht am Beispiel der aktuellen Debatte um die gesetzliche Einführung Erweiterter DNA-Analysen in Ermittlungsverfahren, welches Verständnis von „verantwortlicher Wissenschaft“ in komplexen politischen Konstellationen zum Tragen kommen kann.

  • Kritische Wissenschaft

    Von
    Kirsten Achtelik , 12. August 2019

    Dieser Schwerpunkt der 250. Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienstes (GID) beschäftigt sich mit Fragen, die den Verein, die Redaktion und sicherlich auch viele Mitglieder und Leser*innen immer wieder umtreiben: Was ermöglicht, was verunmöglicht kritische Forschung? Wie wird mit für Manche*n unliebsamen Ergebnissen umgegangen? Woher kommen die Mittel, um auch unangenehme Fragen anzugehen? Wie kann kritische Forschung in Gesellschaftsveränderung umgesetzt werden?

  • Geheime Absprachen

    Interview mit
    Laura Hammel , 20. Mai 2019

    In der Kritik an Konzernen und Bankenwesen finden sich teils hinter Codes versteckte Verschwörungstheorien (Vt) wieder. Politikwissenschaftlerin Laura Hammel forscht zu dem Thema und zeigt im Interview das antisemitische Bild auf, welches vielen Verschwörungstheorien zugrunde liegt.